Mais: In den USA stürzen Maispreise ab

26. Juni 2020 um 12:24 , Der AUDITOR
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PARIS. Die Maismärkte erlebten einen sensationellen Rückschlag, nachdem der Internationale Getreiderat (IGC) die Welt-Maisernte nochmals um 3 Mio. mt auf 1,171 Mrd. mt anhob und die US-Exportinspektion vollends enttäuschte. Aber die wesentlichen Veränderungen liegen im Detail. Auch bleibt die Schlachtbranche im Visier. Mehr dazu im Beitrag.

Dabei korrigierte der IGC seine Prognose für Brasiliens Maisernte um 0,8 auf 106,3 Mio. mt und für die EU um 0,5 auf 68,9 Mio. mt nach oben. Auch der Verbrauch soll um 2 Mio. mt steigen. Die globalen Mais-Endbestände werden um 7,6 Mio. mt höher bei 296,1 Mio. mt gesehen, wodurch die Stocks/Use-Ratio auf 25,2 % ansteigt. Der IGC erwartet in den USA einen um 2,5 auf 317,4 Mio. mt sinkenden Verbrauch, bedingt durch geringere Ethanolverarbeitung dort. In der EU soll der Maisverbrauch dagegen um 0,2 auf 84,4 Mio. mt steigen. Eine geringere EU-Futterweizenernte ist ein Grund. In den USA lag der Wochenexport bei Mais aus der alten Ernte mit 464.7000 mt gut 11 % unter vierwöchigen Mittel. Nur 77.000 mt US-Mais wurden aus der neuen Ernte zum Export gehandelt. Mexiko kaufte 397.400 mt und China 66.100 mt US-Mais. Laut UVP-Bericht sanken die US-Ethanolbestände um 312.00 Barrel auf 21 Mio. Barrel. Für den Quartalsbericht in der kommenden Woche rechnen die Analysten mit Endbestände von 4,959 Mrd. Bushel, gut 4,7 % niedriger als im Vorjahr. Die US-Maisanbaufläche wird in Höhe von 95,2 Mio. Acres erwartet. Das USDA ging im Juni-Report von 97 Mio. Acres aus.

Terminkurse -Mais (Fronttermine)

CBoT (USD/bu)

319,00

-3,4 %

Matif (EUR/mt)

165,50

-0,2 %


Mais-Kassamarkt

Körnermmais (handelsüblich)

Parität

EUR/mt

Veränd.

Bordeaux FOB

157,00

0,00

Süd-Holland CIF

186,00

0,00

Süd-Oldenburg DDP

190,00

0,00

Westfalen DDP

192,00

0,00

Niederrhein DDP

184,00

0,00

Oberrhein FOB

182,00

0,00

Quelle: Handel

Deutschlands Schlachtbetriebe weiter im Visier
In Frankreich und Deutschland blieb es im Handel ruhig. Vielmehr blickten Handel und Futtermittelhersteller auf die Entwicklungen der Schlachthofbranche. Die Mitte Mai Corona-bedingte Standortschließung der Westfleisch in Coesfeld wurde schrittweise wieder hochgefahren und soll mit etwa 75 % Produktionsauslastung auf niedrigerem Niveau wirtschaften. Der Betrieb der Firma Tönnies in Rheda-Wiedenbrück steht still, gut 7.000 Angestellte befinden sich in Quarantäne. Während bei Vion in Emstek alle 1.335 Tests negativ waren, gab es bei Danish Crown in Essen 4 positive, hieß es im Handel. Nicht alle der in Rheda-Wiedenbrück täglich angenommenen 20.000 Schweine können auf andere Standorte verteilt werden, was sich auf niedrigere Erzeugerpreise bei Schlachtvieh, aber teils höheren bei Metzgereien niederschlug. An der Preislage für Mais in Polen änderte sich wenig, Körnermais mit 162 EUR/mt EXW Warschau und 158 EUR/mt EXW Slaski angeboten. Ukrainischer Mais aus alter Ernte soll zu 173 USD/mt Fob Odessa angeboten werden. Die neue Ernte soll preislich bei 147 bis 148 USD/mt liegen.

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