Mais: Ukraine wird Exporttempo herunterfahren

24. April 2020 um 14:09 , Der AUDITOR
Bericht als Audio abspielen

PARIS. Der Maismarkt zeigte in den USA spürbaren Abwärtstrend, in Westeuropa und am Schwarzmeer leichte Preisbefestigungstendenzen. Schlechte Nachrichten kamen vom Ethanol- und Schlachtsektor in den USA, müssen ADM einige Ethanolwerke und Tyson Foods den Schlachtbetrieb Parco vorläufig schließen. In der Ukraine sind die Lagerbestände bei Mais auf den niedrigsten Stand seit vier Jahren gefallen. Frankreichs Maisaussaat war zu 25 % fortgeschritten.

In Chicago notierte Mais am Mittag mit 3,19 USD/Bushel um 0,7 % schwächer als gestern. In Paris konnte sich der Fronttermin bei 166,00 EUR/mt nur knapp behaupten. In den USA lag der Wochenexport bei US-Mais mit 726.700 mt um 49 % unter dem vierwöchigen Mittel. Storniert wurden 55.907 mt Mais. Das Ergebnis blieb eher ernüchternd. Schlechte Nachrichten kamen vom Ethanol- und Schlachtsektor. ADM wird die Ethanolproduktion in Maistrockenmühlen in Cedar Rapids, Iowa, Columbus und Nebraska aufgrund des geringeren Benzinbedarfs vorübergehend einstellen. Die Nachfrage nach Benzin ist wegen des Shutdowns in den USA mit auf 26,4 Mio. Arbeitslosen zusammengebrochen. Tyson Foods kündigte an, die Produktion im Rindfleischwerk in Pasco, Washington, vorübergehend einzustellen. Pasco beschäftigt 2.300 Mitarbeiter. Die wöchentlichen US-Rindfleischexporte blieben um 8 % unter dem Vorjahr. In den USA führte verbales Säbelrasseln des US-Präsidenten Donald Trumps gegen Teheran zu Risikoprämien beim Rohöl, sagte der Handel. Trump hatte der US-Marine befohlen, im Fall gezielter Störungen im Persischen Golf iranische Patrouillenboote zu versenken. Der Iran reagierte scharf mit Gegendrohungen. Die Ölnachfrage ist dadurch aber nicht gestiegen. Vielmehr kletterten die US-Ethanollagerbestände auf eine neue Rekordmenge von 27,7 Mio. Barrel, gut 22 % über dem Vorjahr.

Mais-Kassakurse (Fronttermin)

Körnermmais (handelsüblich)

Parität

EUR/mt

Veränd.

Bordeaux FOB

160,00

1,00

Holland CIF

187,00

5,00

Oldenburg DDP

190,00

0,00

Brake FOT

182,00

0,00

Niederrhein DDP

184,00

0,00

Oberrhein FOB

182,00

0,00

Quelle: Handel

Frankreichs Maisaussaat zu 25 % fortgeschritten
In Frankreich und Holland konnte Körnermais etwas zulegen, was durch die bemerkenswerte Erholung der Weizenpreise unterstützt wurde. Körnermais profitiert auch von erneuter Nachfrage spanischer und bretonischer Tierfutterhersteller, ebenso Nachfrage aus Belgien und Holland. In Frankreich war die Maisaussaat zu 25 % abgeschlossen, ähnliche Werte dürfte der Anbau am Oberrhein erreicht haben, niedriger ist der Fortgang in Bayern. In Norddeutschland steht die Maisaussaat gerade am Anfang. In der Ukraine sind die Lagerbestände bei Mais mit 7,7 Mio. mt auf den niedrigsten Stand seit vier Jahren gefallen. Das Land verzeichnete eine Rekordexportrate von 21,5 Mio. mt, im Vergleich zu 19,9 Mio. mt im Vorjahr. Eine Verlangsamung der europäischen Importe vom Schwarzmeer ist daher zu erwarten.

 

Dies könnte Sie ebenfalls interessieren

zur Nachrichten-Übersicht
Getreide
23.09.2026
KYJIW/DALIAN. Ukrainische Bauern erzielen deutlich bessere Hirseerträge als im Vorjahr. Im chinesischen Markt haben die Preise nicht viel Spielraum nach unten. Die EU-Importe sind in dieser Saison um 60% gesunken.
Getreide
23.09.2026
KYJIW/DALIAN. Ukrainische Bauern haben die Buchweizenernte 2026 gut zur Hälfte abgeschlossen. In China stützen geringere Produktionsergebnisse die Rohwarenpreise. EU-Länder haben in den letzten Wochen rund die Hälfte ihrer Buchweizenimporte aus Kasachstan bezogen.
Getreide
01.09.2026
DALIAN/KYJIW. In China legen die Buchweizenpreise deutlich zu. Wetteranfälligkeit sorgt für Unsicherheit im Markt. Chinas Importe aus Russland waren rückläufig.
Getreide
01.09.2026
KYJIW/DALIAN. In der Ukraine wurden bereits 22% der Hirsefelder abgeerntet. In China haben sich die Anbauflächen in diesem Jahr erholt. Marktteilnehmer rechnen mit entsprechendem Druck auf die Preise.