Mais: Trump-Regierung fordert US-Schlachthöfe zum Weiterbetrieb auf

29. April 2020 um 14:36 , Der AUDITOR
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PARIS. Der Maismarkt trieb in den USA weiter abwärts, wuchs der Druck vom Rohöl und durch rückläufige Schlachtzahlen in den USA, was im letzteren Fall zu einer Welle von Einschläferungen bei schachtreifen Tieren in Millionenhöhe geführt hat. US-Präsident Donald Trump forderte daher die US-Schlachtunternehmen auf, die Fleischverarbeitungsbetriebe geöffnet zu lassen. Die Ukraine sieht vorerst von Exportbeschränkungen bei Mais ab. In der EU tendierte Mais wegen wenig veränderter Weizenpreise eher stabil. Das DMK präsentiert neue Einschätzungen zur Mais-Aussaat in Deutschland.

In Chicago notierte Mais am Mittag mit 3,03 USD/Bushel um 1,4 % schwächer als gestern. In Paris blieb der Fronttermin bei 165,50 EUR/mt konstant. In den USA geriet der Markt aus drei Gründen unter Druck: Die US-Maisaussaat legte mit 27 % Fortschritt, gut 20 % Fortgang zur Vorwoche und 7 % über dem Fünfjahresdurchschnitt, an Tempo zu. Dies räumte Befürchtungen aus, der Maisanbau könnte zugunsten des Sojaanbaus vermindert werden. Zweitens steht der US-Maismarkt wegen der Rohölschwemme unter Druck. Die Drosselungen der OPEC bei Rohöl von 9,7 Mio. Barrel/Tag reichen nicht aus, um den Einbruch der Ölnachfrage, den die International Energy Agency (IEA) im Märzreport auf -29 Mio. Barrel/Tag für April und auf -26 Barrel/Tag schätzte, halbwegs auszugleichen. Nach Einschätzung von Russlands Energieminister Nowak wird sich der Ölmarkt erst im zweiten Halbjahr stabilisieren. Drittens hat der Einbruch beim US-Fleischverbrauch, letzte Woche lagen die Schlachtungen bei Schweinen um 26 % und bei Rindern um 29 % unter der Vorwoche, mit ähnlichem Abstand auch zum Vorjahr, zu einer Welle von Einschläferungen bei schlachtreifen Tieren in Millionenhöhe geführt. US-Präsident Donald Trump forderte US-Schlachtunternehmen auf, die Fleischverarbeitungsbetriebe geöffnet zu lassen, um dies zu verhindern. Gegenwind kam von Gewerkschaften, die mehr Sicherheitsvorkehrungen für Mitarbeiter einforderten. Nun befindet sich die US-Wirtschaft im freien Fall. Experten warnen vor dem stärksten Wirtschaftseinbruch seit 100 Jahren. Mehr als 26 Mio. US-Bürger haben seit Pandemie-Ausbruch ihren Job verloren. Mehr als 58.000 Menschen starben nach der Infektion. Dabei gab es mehr Opfer als durch den Vietnamkrieg. Dies beeinträchtigt die Kaufkraft der US-Bevölkerung gewaltig.

Mais-Kassakurse (Fronttermin)

Körnermmais (handelsüblich)

Parität

EUR/mt

Veränd.

Bordeaux FOB

160,00

0,00

Holland CIF

182,00

-3,00

Oldenburg DDP

190,00

0,00

Brake FOT

182,00

0,00

Niederrhein DDP

184,00

0,00

Oberrhein FOB

182,00

0,00

Quelle: Handel

Deutschland weitet Maisanbau leicht aus
In der Ukraine teilte AKP-Inform mit, dass die Regierung die ins Spiel gebrachte Exportbeschränkung für Mais vorerst nicht umzusetzen will. Die Ukraine hat bisher 25,2 Mio. mt Mais exportiert, 2,7 Mio. mt mehr als in der vergangenen Saison. In Frankreich war die Mais-Aussaat laut Handel zu 60 % abgeschlossen. In Deutschland soll der Maisanbau leicht zunehmen. Nach Angaben des DMK sollen von den geplanten knapp 2,72 Mio. ha Mais etwa 472.494 ha zur Körnermais-Erzeugung herangezogen werden. Das wären 13,6 % mehr als Vorjahr. Die restlichen 2,23 Mio. ha sind für den Silomaisanbau zur Verwertung als Futter und zur Biogaserzeugung vorgesehen, was ein Plus von 0,7 % zum Vorjahr darstellen würde.

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