Mais: Trump gibt neue Hilfen für US-Farmer bekannt

20. Mai 2020 um 15:16 , Der AUDITOR
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PARIS. Die Maismärkte gerieten in den USA weiter unter Druck, gab es keine neuen Exportmeldungen vom USDA. Die Trump-Regierung gab jedoch zusätzliche Finanzhilfen für US-Farmer bekannt. US-Präsident Donald Trump erwäge zudem, Handelsabkommen über Viehimporte in die USA zu beenden, um die US-Agrarwirtschaft zu stärken. Brasiliens Agentur AgRural hat ihre Maisschätzung um 2,3 auf 97,7 Mio. mt gesenkt. Noch blieben die Erwartungen zur ukrainische Maisernte hoch.

In Chicago notierte Mais am Mittag mit rund 3,20 USD/Bushel schwächer als gestern. In Paris blieb der Fronttermin bei 164 EUR/mt nahezu zum Vortag stehen. In den USA gab es neben dem Stand der Maisaussaat, die zu 80 % abgeschlossen war und einem passablen Ergebnis der Exportinspektion von 1,15 Mio. mt US-Mais, kaum neue Erkenntnisse am Markt. Außer das US-Präsident Donald Trump erwäge, Handelsabkommen über Viehimporte in die USA zu beenden, um die US-Agrarwirtschaft zu stärken. Auch gab die Trump-Regierung bekannt, US-Farmer wegen pandemiebedingter Exportnachnachteile über Direkthilfen mit 45 Cent/Bushel für Sojabohnen, 32 Cent/Bushel für Mais und 18 Cent/Bushel für Sommerweizen über die bisherigen Hilfeleistungen hinaus zu unterstützen. Zudem erhalten Viehbetriebe über das Coronavirus Food Assistance Programm Zuschüsse für vom 15. Januar bis 15. April verkaufte Tiere. Auch gibt es Zuschüsse für Tierbestände, die wegen Covid19-Pandemie zwischen 16. April und 14. Mai länger gehalten wurden, pro Schwein 35 bis 45 US-Dollar, bei Rindern 125 bis 247 US-Dollar. Brasiliens Agentur AgRural hat ihre Maisschätzung um 2,3 auf 97,7 Mio. mt gesenkt. Die Agentur sieht die Safrinha-Maisernte bei 66,7 Mio. mt.

Mais-Kassakurse (Fronttermin)

Körnermmais (handelsüblich)

Parität

EUR/mt

Veränd.

Bordeaux FOB

158,00

0,00

Holland CIF

178,00

0,00

Oldenburg DDP

190,00

0,00

Brake FOT

182,00

0,00

Niederrhein DDP

182,00

0,00

Oberrhein FOB

182,00

0,00

Quelle: Handel

Erwartungen zur ukrainische Maisernte blieben hoch
Anders als bei Weizen, blieben die Ernteerwartungen für Mais in Westeuropa stabil. Mit 64,4 Mio. mt soll die EU gut 1,1 Mio. mt mehr Mais ernten als im Vorjahr. Dabei dürfte Frankreichs Maisernte anbaubedingt um 1,6 Mio. mt, Polens um mehr als 700.000 mt steigen, während die Ernten in Spanien, Ungarn und Rumänien sowie Bulgarien zurückgehen. Spanien dürfte gut 700.000 mt mehr Mais aus Frankreich und anderswo kaufen. Im Fokus lag die ukrainische Maisernte, die in Höhe von 38 bis 40 Mio. mt erwartet wird, im Vergleich zu 35,9 Mio. mt im Vorjahr. Von größeren Trockenschäden bei der Aussaat war bisher nicht Rede. Vielmehr standen die Kurse für ukrainischen Mais zur neuen Ernte mit 155 USD/mt Fob Odessa etwas unter Druck. Das könnte zu starkem Preisdruck im Herbst führen, besonders dann, wenn die Ernte mangels ausreichender Lagervorräte aus der Ernte verkauft werden müsste. Entscheidend dürfte auch sein, ob China sein hochgestecktes Ziel bei der Ethanolherstellung angesichts noch niedriger Rohölpreise weiterverfolgt. In der EU wird der Maispreis durch den Einfuhrzoll von derzeit 10,40 EUR/mt gestützt.

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