Mais: Smithfields macht erste Standorte dicht

14. April 2020 um 14:02 , Der AUDITOR
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PARIS. Am Maismarkt setzt sich der Preisdruck fort. Die von der OPEC-Plus-Gruppe am Karfreitag beschlossene Senkung der Rohöl-Fördermenge um 9,7 Mio. Barrel wird nicht ausreichen, um den Nachfrageinbruch durch die Covid19-Pandemie auszugleichen. Marktrisiken für Mais drohen auch von anderer Seite. Die US-Fleischindustrie verzeichnet heftige Umsatzrückgänge bei Restaurantfleisch wie Steaks und Hühnerflügeln. Weltgrößter Schweinefleischproduzent Smithfields schließt erste Standorte.

In den USA setzte am Morgen ein um 13,8 % eingebrochene WTI-Rohölkurs auch Mais in Chicago unter Druck. Die Länder der OPEC-Plus-Gruppe haben beschlossen, ab 1. Mai 9,7 Mio. Barrel Rohöl weniger zu fördern. Ab Juli soll die Rohölproduktion um weitere 8 Mio. Barrel/Tag gesenkt werden. Der Rückgang der globalen Rohölnachfrage durch die Covid19-Pandemie beträgt 30 bis 35 Mio. Barrel/Tag. Lag der Verbrauch vor der Pandemie bei 100 Mio. Barrel/Tag, könnte laut Handel dieser auf 65 Mio. Barrel/Tag sinken. Wegen der Rohölschwemme dürfte der Rohölhahn weiter zugedreht werden, denn die Zahl von Covid-19 infizierten Patienten ist weltweit auf knapp 2 Millionen gestiegen. Die Folgen mit gefallener US-Ethanol-Nachfrage und ansteigenden Lagerüberhängen verringert die Maisnachfrage gerade dramatisch, geht ein Drittel des US-Maisbedarfs in die Ethanol-Erzeugung. Die Exportkontrolle für US-Mais lag mit 1,03 Mio. mt im Rahmen der Erwartungen.

Mais-Kassakurse (Fronttermin)

Körnermmais (handelsüblich)

Parität

EUR/mt

Veränd.

Bordeaux FOB

161,00

0,00

La Pallice FOB

161,00

0,00

Holland CIF

183,00

0,00

Oldenburg DDP

190,00

0,00

Brake FOT

183,00

0,00

Niederrhein DDP

182,00

0,00

Oberrhein FOB

180,00

0,00

Ukraine FOB

-

-

Quelle: Handel

Absatzprobleme für US-Mais steigen beträchtlich
Mehr Druck gab es in den USA auch durch Umsatzrückgänge bei Restaurantfleisch wie Steaks und Hühnerflügeln, die durch den Anstieg beim Lebensmittelhandel nicht kompensiert werden konnten. Laut Rabobank wäre der Fleischkonsum in den USA und Kanada im März um 30 % eingebrochen. Smithfields, das größte Schweinefleischunternehmen der Welt, das dem chinesischen Konglomerat WH Group gehört, gab gestern die unbefristete Schließung eines seiner größten US-Werke in der Stadt Sioux Falls in North Dakota aufgrund des Ausbruchs von Covid-19 bekannt. Im Vorjahr war die Nachfrage nach US-Schweinefleisch stark gestiegen, da China aufgrund der Afrikanischen Schweinepest mehr davon importierte. Dann erhöhte die US-amerikanische Fleischindustrie die Produktion in Erwartung zunehmender Einkäufe aus China erheblich. Die Einführung der Quarantäne, zuerst in China, dann in den USA, verringert jedoch die Nachfrage nach Schweinefleisch in beiden Ländern, was sich nachteilig auf die Nachfrage nach Soja und Mais auswirken wird. Laut USDA verarbeiteten die Fleisch- und Ethanolproduzenten 2019/20 fast 80 % der US-Maisernte. Der WASDE-Report war bearish, hatte aber weniger Einfluss auf den Maismarkt. Vermindert wurden in den USA die Verbrauchserwartungen um 5,2 auf 308,4 Mio. mt. Dies ist hauptsächlich der geringeren US-Maisverarbeitung zu Ethanol geschuldet. Dadurch verzeichnen die USA einen massiven Bestandsaufbau um 5,1 auf 53,2 Mio. mt. Die globalen Maisendbestände werden jetzt um 5,8 Mio. mt höher bei 303,2 Mio. mt gesehen. 

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