Mais: Rohölmarkt und Corona-Lockdowns belasten Markt
2. April 2020 um 13:55 ,
Der AUDITOR
Der in den USA ohnehin durch erbitterte Machtkämpfe zwischen Saudi-Arabien und Russland verursachte Preisverfall bei Rohöl mit negativen Folgen für den US-Maismarkt bekam durch die Warnung von US-Präsidenten Donald Trump, vor anstehendenden fürchterlichen Wochen zu stehen und bis zu 240.000 Toten in den kommenden Wochen befürchten zu müssen, neue Nahrung. Die Ermahnung Trumps, die Beschränkungen des öffentlichen Lebens für weitere 30 Tage streng einzuhalten, entfachte beim US-Handel zusätzliche Befürchtungen über zähe Beeinträchtigungen bei der Exportabwicklung. Der Dow Jones brach um 4,4 % ein. Chicago verzeichnete bei Mais ein Minus von 0,9 % auf 3,37 USD/Bushel, Paris von 1 % auf 165,00 EUR/mt. Laut USDA sollen die Farmer den Maisanbau um 8,1 % ausdehnen, obwohl die US-Ethanolindustrie vor einer großen Pleitewelle steht. Die Ethanolbestände in den USA sind auf den Rekordwert von 25,7 Mio. Barrel gestiegen.
Mais-Kassakurse (Fronttermin)
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Körnermmais (handelsüblich) |
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Parität |
EUR/mt |
Veränd. |
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Bordeaux FOB |
161,00 |
-2,00 |
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La Pallice FOB |
161,00 |
-2,00 |
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Holland CIF |
182,00 |
-2,00 |
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Oldenburg DDP |
190,00 |
0,00 |
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Brake FOT |
182,00 |
-2,00 |
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Niederrhein DDP |
182,00 |
-4,00 |
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Oberrhein FOB |
180,00 |
-2,00 |
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Ukraine FOB |
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Quelle: Handel
Quarantänen stoppen den Export an den Seehäfen
Saudi-Arabien ist dabei, seine Rohöl-Fördermenge von 9,7 Mio. Barrel/Tag im Februar auf 12,3 Millionen im April zu steigern. Zugleich erwartet der Handel, dass die Welt-Rohölnachfrage wegen der Corona-Pandemie um 15 Mio. Barrel/Tag einbrechen könnte. Der Markt läuft also in eine massive Ölschwemme. US-Schieferölproduzenten laufen in eine Pleitewelle, falls die Ölpreise sich nicht erholen. Russland hat den USA Hilfe angeboten, fordert jedoch, Sanktionen und Handelskrieg für die Zeit der Coronavirus-Krise auszusetzen. Da etwa ein Drittel der Mais-Inlandsnachfrage in den USA auf Ethanol entfällt, ist der US-Markt stark abhängig vom Rohölpreis. In Westeuropa geriet Mais durch schwache Vorgaben aus den USA und gefallene Weizenpreise unter Druck. Auch wurde bekannt, dass Futtergetreide aufgrund eingeschränkter Logistik verspätet ausgeliefert wurde. Am Schwarzmeer ging der Maisexport um das 2-fache zurück. Laut APK-Inform exportierte die Ukraine in der Woche bis 27. März nur 412.000 mt Mais. Quarantäne-Maßnahmen des ukrainischen Handels begrenzten die Maisausfuhren.