Mais: Rohölmarkt und Corona-Krise erschüttern den Markt

1. April 2020 um 15:22 , Der AUDITOR
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PARIS. Der Maismarkt erhält weiteren Druck vom Ethanol- und Rohölmarkt. Saudi-Arabien will den Rohölmarkt im April mit 27 % höherer Fördermenge in die Knie zwingen. Ob ein Gegensteuern Russlands und der USA erfolgreich ist, hängt von den Verhandlungen beider Weltmächte ab. In den USA wollen die Farmer den Maisanbau um 8 % erhöhen, was angesichts der Ethanol-Krise den Preisrückgang nur verstärken kann. Wegen der Covid19-Pandemie vermindern jedoch Südamerika und die Ukraine die Ausfuhren von Mais.

Die internationalen Maismärkte gerieten besonders in den USA unter Druck, nachdem die US-Farmer den Maisanbau trotz Ethanolkrise gewaltig hochfahren wollen, weil Anbaualternativen fehlen. Dies zog auch den westeuropäischen Markt nach unten. Chicago verzeichnete bei Mais ein Minus von 0,9 % auf 3,39 USD/Bushel, Paris ebenfalls von 0,9 % auf 166,50 EUR/mt. Wie das USDA bekannt gab, soll die Maisanbaufläche in den USA in diesem Jahr auf 97 Mio. Acres steigen, im Vergleich zu 89,7 Mio. Acres im Vorjahr und Analystenschätzungen von 94,25 Mio. Acres. Das wäre ein Plus von 8,1 % zum Vorjahr. Die Quartalsbestände bei Mais waren mit 7,953 Mrd. Bushel jedoch deutlich geringer als im Vorjahr von 8,613 Mrd. Bushel, Analysten waren von 8,162 Mrd. Bushel ausgegangen. Das bedeutet, geringeren US-Maisbeständen könnte eine gigantische US-Maisernte folgen, deren Wirkung am Markt durch die Ethanolkrise verschärft werden könnte, sofern der Rohölpreis niedrig bleibt.

Mais-Kassakurse (Fronttermin)

Körnermmais (handelsüblich)

Parität

EUR/mt

Veränd.

Bordeaux FOB

163,00

0,00

La Pallice FOB

163,00

0,00

Holland CIF

182,00

-2,00

Oldenburg DDP

190,00

0,00

Brake FOT

182,00

-2,00

Niederrhein DDP

182,00

-4,00

Oberrhein FOB

180,00

-2,00

Ukraine FOB

-

-

Quelle: Handel

Ukraine drosselt Maisausfuhren
Saudi-Arabien ist dabei, seine Rohöl-Fördermenge von 9,7 Mio. Barrel/Tag im Februar auf 12,3 Millionen im April zu steigern. Zugleich erwartet der Handel, dass die Welt-Rohölnachfrage wegen der Corona-Pandemie um 15 Mio. Barrel/Tag einbrechen könnte. Der Markt läuft also in eine massive Ölschwemme. US-Schieferölproduzenten laufen in eine Pleitewelle, falls die Ölpreise sich nicht erholen. Russland hat den USA Hilfe angeboten, fordert jedoch, Sanktionen und Handelskrieg für die Zeit der Coronavirus-Krise auszusetzen. Dies könnte den Preisverfall vielleicht etwas abmildern. Etwa ein Drittel der Mais-Inlandsnachfrage in den USA entfällt auf Ethanol. Am Schwarzmeer ging der Maisexport um das 2-fache zurück. Laut APK-Inform exportierte die Ukraine im Zeitraum 21. bis 27. März nur 412.000 mt Mais, im Vergleich zu 827.800 mt in der Woche zuvor. Ähnlich wie bei Weizen drosselt der ukrainische Handel die Maisausfuhren. In Westdeutschland gab Körnermais um bis zu 2 EUR/mt nach.

 

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