Mais: Rohöl, Ethanol und Argentiniens Regen pushen Markt

30. April 2020 um 13:22 , Der AUDITOR
Bericht als Audio abspielen

PARIS. Der Maismarkt konnte sich in den USA durch wieder gestiegenen Rohölpreis, seit geraumer Zeit wieder etwas gefallene Ethanolbestände und zudem durch eine von US-Präsident Donald Trump verhängte Produktions-Anordnung für US-Schlachtunternehmen befestigen. Argentiniens Maisernte wurde durch massiven Regen gestoppt. In Deutschland könnte zur kommenden Ernte deutlich mehr Körnermais produzieren.

In Chicago notierte Mais am Mittag mit 3,05 USD/Bushel um 0,6 % fester als gestern. In Paris blieb der Fronttermin bei 165,25 EUR/mt konstant. Für etwas Kurserholung in den USA sorgten ein gestiegener Rohölpreis und nach langer Zeit wieder gesunkene Ethanolbestände. Dabei gab in den USA die EIA bekannt, dass die US-Rohöllager in der Vorwoche lediglich um 9,0 Mio. Barrel angestiegen sind. Analysten waren im Vorfeld von einem Plus von knapp 12 Mio. Barrel ausgegangen. Auch die US-Benzin-Lager nahmen um 3,7 % ab. Dies führte zur Euphorie am Rohölmarkt, wodurch auch die Ethanolkurse kräftig anzogen und Mais mit stieg. Die US-Ethanolproduktion fiel um 26.000 auf 537.000 Barrel/Tag, die US-Ethanol-Reserven gingen in der Woche bis zum 24. April um 1,352 Mio. Barrel auf 26,337 Mio. Barrel zurück. Der dritte unterstützende Marktfaktor betraf Produktions-Anordnungen des US-Präsidenten Donald Trump für die US-Schlachtindustrie, um die Lebensmittelversorgung zu gewährleisten. Danach sollen Fleisch verarbeitende Betriebe vom Lockdown ausgenommen werden, was die Sorgen über eine weiter sinkende Maisnachfrage linderte. Die US-Schlachtbranche hatte zuvor angeprangert, dass 3 bis 6 Mio Ferkel in den USA eingeschläfert werden mussten, weil es keine Abnahme gab. Ob dadurch der US-Fleischverbrauch wieder steigt, bleibt fraglich. Denn laut Rabobank war der US-Fleischverbrauch im März um 40 % eingebrochen, was unter anderem auf die Schließung des Gastro-Bereichs zurückgeführte wurde.

Mais-Kassakurse (Fronttermin)

Körnermmais (handelsüblich)

Parität

EUR/mt

Veränd.

Bordeaux FOB

160,00

0,00

Holland CIF

180,00

-2,00

Oldenburg DDP

190,00

0,00

Brake FOT

182,00

0,00

Niederrhein DDP

182,00

-2,00

Oberrhein FOB

182,00

0,00

Quelle: Handel

Deutschland könnte mehr Körnermais produzieren
In Argentinien haben Landwirte die Maisernte im zentralen Getreidegürtel des Landes wegen starker Regenfälle ausgesetzt. Argentiniens Maisernte war zu einem Drittel geborgen. In der Ukraine teilte AKP-Inform mit, dass die Regierung die mit ins Spiel gebrachte Exportbeschränkung für Mais vorerst nicht umzusetzen will. Die Ukraine hat bisher 25,2 Mio. mt Mais exportiert, 2,7 Mio. mt mehr als in der letzten Saison. Coceral erwartet eine EU-Maisproduktion von knapp 65,5 Mio. mt gegenüber fast 61,0 Mio. mt im Vorjahr. In Frankreich war die Maisaussaat laut Handel zu 60 % abgeschlossen. In Deutschland hat eine Umfrage der Kleffmann Group ergeben, dass die Maisanbaufläche um 3 % auf 2.717.945 ha ansteigen könnte. Mit einem Plus von 6,1 % bzw. 35.000 ha führt Niedersachsen bei der Erhöhung das Feld an. Die Körnermaisproduktion soll auf 472.494 ha erfolgen. Das entspricht einem Plus von 19 % zum Vorjahr.

Dies könnte Sie ebenfalls interessieren

zur Nachrichten-Übersicht
Getreide
01.07.2026
DALIAN/KYJIW. Geringe Verfügbarkeit sorgt im chinesischen Markt für eingeschränkte Handelsaktivität. In der Ukraine ist Anbaufläche deutlich kleiner ausgefallen als im Vorjahr. Die EU-Importe sind 2025/2026 um 20% zurückgegangen.
Getreide
01.07.2026
DALIAN/KYJIW. Während der Sommermonate verläuft der Handel im chinesischen Markt üblicherweise etwas zäher. Die neue Ernte soll die Marktlage entspannen. Ukrainische Bauern haben ihr Aussaatziel übertroffen.
Bio-Rohstoffe
11.06.2026
ASUNCIÓN/SUCRE. In Paraguay steht der neuen Ernte die kritischste Zeit des Jahres bevor. Noch erlauben die Wetteraussichten einen zuversichtlichen Ausblick. Boliviens Handel wird durch Straßenblockaden beeinträchtigt.
Getreide
27.05.2026
KYJIW/DALIAN. Die Hirseaussaat in der Ukraine liegt weit hinter den Erwartungen zurück. In China gleichen sich Angebot und Nachfrage aus. Die EU-Importe sind um 16% zurückgegangen.