Mais: Rekordhohe Corona-Virus-Infektionen in den USA

17. Juni 2020 um 14:02 , Der AUDITOR
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PARIS. Die Maismärkte schwächten sich in den USA spürbar ab. In Westeuropa hielt das Preisniveau erstaunlich stabil. Weniger die Bewertung beim Crop-Rating für US-Mais, sondern vielmehr neue rekordhohe Coronavirus-Neuinfektion in sechs US-Bundesstaaten trieben die Maiskurse weiter in den Keller. US-Broker warnen davor, dass die Covid19-Pandemie noch lange nicht beendet ist. Leider hat es nun auch Neuinfektion bei Mitarbeitern des Schlachtunternehmens Tönnies in Rheda-Wiedenbrück gegeben.

In Chicago notierte US-Mais am Vormittag mit 3,27 USD/Bushel um 1,6 % schwächer als gestern. In Paris blieb der Fronttermin erneut bei 165,50 EUR/mt stehen. In den USA traten die gewöhnlichen Ernte- und Absatzentwicklungen bei Mais in den Hintergrund. Neue Coronavirus-Infektionen stiegen in sechs US-Bundesstaaten auf neue Rekordhöhen, nachdem Lockerungen der Lockdowns mit Wiedereröffnung von Geschäften, Restaurants und öffentlichen Einrichtungen die Infektionszahlen hart nach oben trieben. Arizona, Florida, Oklahoma, Oregon und Texas meldeten alle Rekordsteigerungen bei Neuinfektionen, nachdem sie letzte Woche Allzeithochs verzeichnet hatten. Nevada meldete gestern die höchste Tageszahl von Neuinfektion, warnten US-Broker in Chicago. Auch in China stiegen die Infektionszahlen wieder an. Dies schlägt sich auch auf geringeren Fleischverbrauch nieder, weshalb US-Farmer Vieh-Bestandsergänzungen herausschieben. In den USA dürften die Tiefkühlbestände für Schweinefleisch per Ende Mai um 5,7 % und bei Rindfleisch um 6,8 % zum Vormonat eingebrochen sein, schätzten Experten von Allendale Inc. Dass sich die Bonitierung für US-Mais um 4 auf 71 % verschlechterte, lag an trockenheißem Wetter in den westlichen US-Bundesstaaten Nebraska, Kansas, Colorado und den Dakotas.

Mais-Kassakurse (Fronttermin)

Körnermmais (handelsüblich)

Parität

EUR/mt

Veränd.

Bordeaux FOB

160,00

0,00

Holland CIF

186,00

0,00

Oldenburg DDP

190,00

0,00

Brake FOT

184,00

0,00

Niederrhein DDP

184,00

0,00

Oberrhein FOB

182,00

0,00

Quelle: Handel

Gerstenernte dürfte für weniger Marktdruck im Futtermittelsektor sorgen
In Frankreich und Deutschland blieb der Mais stabil. Die in Frankreich und in Süddeutschland nach Hochdruckeinfluss am nächsten Wochenende beginnende Futtergerstenernte könnte auch Mais etwas unter Druck bringen, wenn auch die Gerstenernten dort geringer ausfallen als im Vorjahr. Die Erträge werden heterogener eingeschätzt als im Vorjahr, je nachdem, wo mehr Regen niederging. Frankreichs Gerstenernte dürfte mit 12,73 Mio. mt um 7,4 %, Deutschlands mit 11,49 Mio. mt um 1,5 % sinken. Bulgariens Gerstenernte wird 11 % kleiner veranschlagt. Dies bedeutet, dass der Druck zur Gerstenernte in Deutschland und Frankreich geringer ausfallen dürfte, mit weniger Auswirkungen vom Futtermittelsektor auf den Maismarkt. Ausnahme bildet Spanien mir einer um 43 % höheren Gerstenernte von 9,8 Mio. mt. Der gefallene Eurokurs gegenüber dem Dollar stützte aber den Maispreis. Negative Nachrichten lieferte dagegen die Schlachthof-Branche. Nachdem vor Wochen das Unternehmen Westfleisch am Standort Coesfeld von der Corona-Pandemie stark betroffen war und den Standort zeitweise schließen musste, gab es nun auch Infektionen bei Tönnies in Rheda-Wiedenbrück. Demnach sollen übers Wochenende 46 Mitarbeiter positiv auf das Virus getestet worden sein.



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