Mais: Rebound wegen Rohölpreiserholung
20. März 2020 um 13:19 ,
Der AUDITOR
Der Handel sprach heute Morgen in Frankreich von massiven logistischen Problemen im LKW- und Schienenverkehr. Grenzkontrollen und ein drastischer Personalabbau führen zu verspäteten Lieferungen und einem raschen Anstieg der Lieferkosten. Der Shutdown erfolgt jetzt in Westeuropa in großen Schritten, was bereits geringere Personalverfügbarkeit bedeutet. Anders als beim Mehl- und Teigwarengeschäft gab es bei Körnermais keine Versorgungsschwierigkeiten. Aber auch Futtermittelhersteller erwägen teils höhere Bevorratung, um Lieferverzögerungen oder Ausfällen vorzubeugen. Insbesondere nach Holland berichtet der Handel von reichlicher Nachfrage bei Futterweizen und Körnermais. Dabei blieb Futtermais vergleichsweise günstig. Während für Futterweizen zuletzt gut 195 EUR/mt DDP Süd-Holland ausgegeben werden musste, lag der Preis mit 190 EUR/mt DDP um 5 Euro darunter. In Süd-Oldenburg kaufte die Kraftfutterindustrie zuletzt Futterweizen für 197 EUR/mt DDP, Mais kostete um 190 EUR/mt. Dabei erwartet der Handel ganz klar, dass temporäre Versorgungsengpässe aufgrund der geringeren Personalverfügbarkeit die Logistik auf eine harte Probe stellen dürfte. Aber die Preisrisiken bleiben eben auch hoch. Steuern die Kursentwicklung bei Rohöl und beim Eurokurs ganz wesentlich die Preisentwicklung bei Mais. Zuletzt war der Rohölpreis wieder gestiegen, der Eurokurs aber auf unter 1,08 USD/EUR gefallen.
Mais-Kassakurse (Fronttermin)
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Körnermmais (handelsüblich) |
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Parität |
EUR/mt |
Veränd. |
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Bordeaux FOB |
158,00 |
3,00 |
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La Pallice FOB |
158,00 |
3,00 |
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Holland CIF |
180,00 |
2,00 |
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Oldenburg DDP |
187,00 |
1,00 |
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Brake FOT |
179,00 |
2,00 |
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Niederrhein DDP |
181,00 |
1,00 |
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Oberrhein FOB |
179,00 |
1,00 |
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Ukraine FOB |
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Quelle: Handel
DDGS-Lagerbestände schrumpfen in den USA
Am Rohölmarkt zog Brent um 12,9 % und WTI um 14,3 % wieder nach oben. Die Trump-Regierung bunkert mehr Rohöl in den USA ein, um das Kurniveau zu stützen. Moskau reagierte noch nicht. In den USA findet die Ankündigung, ein Konjunkturprogramm von 1 Billion US-Dollar für die krisengeschüttelte Wirtschaft bereitzustellen, positive Resonanz in der Wirtschaft. Dies stützte auch den Maismarkt. Die sinkende Ethanolproduktion in den USA lässt die DDGS (Dried Distillers Grains with Solubles) Vorräte kräftig schrumpfen, was die Preise derzeit weltweit treibt. Immer mehr Ethanolwerke müssen wegen hoher Verluste die Anlagen schließen. Futtermittelbranche und viehhaltende Betriebe sind in den USA dazu gezwungen, den Futterbestandteil DDGS durch Sojaschrot zu ersetzen. Offenbar fuhren Brasiliens und Argentiniens Maisexporteure die Lieferungen temporär zurück, weil Hafenarbeiterstreiks wegen der Ansteckungsgefahr beim Covid9-Virus den Betrieb im Exporthafen Santos, wo Mais, Kaffee, Zucker und Soja verladen werden, stark beeinträchtigte. Seit gestern soll es Richtlinien im Umgang mit dem Virus geben. Die Abwertungen bei Rubel und Griwna machten Mais zuletzt nicht billiger. Angeblich soll China mehr Mais am Schwarzmeer kaufen.