Mais: Auf der Suche nach preiswerten Offerten

19. Juni 2020 um 15:45 , Der AUDITOR
Bericht als Audio abspielen

PARIS. Die Maismärkte zeigten am Nachmittag wenig Preisbewegung. In den USA spekuliert man auf mögliche Maisexporte nach China. Durch die Realabwertung sollen brasilianische Ursprünge günstiger werden. In Westeuropa besteht etwas Nachfragebedarf, jedoch zu Preisen unter derzeitigem Niveau. Mehr dazu im Beitrag.

 An den Maismärkten herrschte kurz vor dem Wochenende kaum mehr Bewegung. In den USA stand der Wetterausblick und die Exportentwicklung im Vordergrund. Der wöchentliche US-Maisexport zeigte sich mit 357.800 mt für die alte und 877.400 mt für die neue Saison eher durchschnittlich. Davon kaufte China 3.148 mt. Dabei erwarten US-Broker, dass womöglich mehr US-Mais nach China exportiert werden könnte, auch wenn Peking weiterhin Mais aus staatlichen Reserven freigab, um den gestiegenen Maispreis in China zu deckeln. Wegen wieder steigender Infektionszahlen bei Covid19 steht es derzeit in Sternen, ob und wann China sein ehrgeiziges Ziel, den Ethanolanteil im Benzin über eine höhere Ethanolherstellung aus Mais anzuheben, wie es ursprünglich für 2020 vorgesehen war. Neue Erntedaten gab es aus Brasilien. Das Beratungsunternehmen Agroconsult revidierte seine Schätzung zur brasilianischen Maisernte 2019/20 um 2,4 auf nur noch 100,1 Mio. mt, aufgrund lokaler Dürren in Mato Grosso und anderswo. Die Abwertung des Leitzinses in Brasilien verschaffte brasilianischen Exporteuren wieder mehr Vorsprung zu den USA. Seit 9. Juni verlor der Real 7,3 % an Wert gegenüber dem US-Dollar, was auch Chinas Importeure nutzen könnten.

Mais-Kassakurse (Fronttermin)

Körnermmais (handelsüblich)

Parität

EUR/mt

Veränd.

Bordeaux FOB

160,00

0,00

Holland CIF

186,00

0,00

Oldenburg DDP

190,00

0,00

Brake FOT

190,00

0,00

Niederrhein DDP

184,00

0,00

Oberrhein FOB

182,00

0,00

Quelle: Handel

Preiswerte Offerten aus Frankreich, Polen und Ukraine
Die Befürchtung, dass es in Asien zu einer zweiten Pandemie-Welle kommen könnte, wenn die Ansteckung wegen gelockerter Lockdowns wieder sprunghaft steigt, ist groß. Insofern werden Regierungen der Ernährungssicherheit größte Aufmerksamkeit widmen und entsprechende Lagerbestände womöglich wieder aufstocken, was zu kurzfristigen Nachfrageimpulsen führen könnte. Nun verfügt China mit 207 Mio. mt über hohe Maisbestände, was fast einer Jahresernte entspricht, aber die Bestände sollen um 9 Mio. mt zum Ende 2020-21 sinken. In der Ukraine ist die Nachfrage nach Mais aus der alten Ernte rückläufig, weil die Preise in Exporthäfen wie Odessa auf einem hohen Niveau von 173-174 USD/mt liegen. Ukrainischer Mais aus neuer Ernte soll mit 147-148 USD/mt angeboten werden. In Westeuropa wurde Mais immer noch unverändert hoch angeboten. Körnermais aus der alten Ernte war zuletzt um 162 EUR/mt EXW Warschau und 158 EUR/mt EXW Slaski zu bekommen, hieß es. In Brake lag der Preis bei 190 EUR/mt für alte und 171 EUR/mt für neue Ernte. Einkäufer sollen bei Bedarf je nach Standort versuchen, Mais entweder aus Frankreich, Polen oder der Ukraine zu beschaffen. Die Ukraine soll noch hohe Bestände halten.


 

Dies könnte Sie ebenfalls interessieren

zur Nachrichten-Übersicht
Getreide
01.07.2026
DALIAN/KYJIW. Geringe Verfügbarkeit sorgt im chinesischen Markt für eingeschränkte Handelsaktivität. In der Ukraine ist Anbaufläche deutlich kleiner ausgefallen als im Vorjahr. Die EU-Importe sind 2025/2026 um 20% zurückgegangen.
Getreide
01.07.2026
DALIAN/KYJIW. Während der Sommermonate verläuft der Handel im chinesischen Markt üblicherweise etwas zäher. Die neue Ernte soll die Marktlage entspannen. Ukrainische Bauern haben ihr Aussaatziel übertroffen.
Bio-Rohstoffe
11.06.2026
ASUNCIÓN/SUCRE. In Paraguay steht der neuen Ernte die kritischste Zeit des Jahres bevor. Noch erlauben die Wetteraussichten einen zuversichtlichen Ausblick. Boliviens Handel wird durch Straßenblockaden beeinträchtigt.
Getreide
27.05.2026
KYJIW/DALIAN. Die Hirseaussaat in der Ukraine liegt weit hinter den Erwartungen zurück. In China gleichen sich Angebot und Nachfrage aus. Die EU-Importe sind um 16% zurückgegangen.