Mais: OPEC-Plus-Cut-Deal im Fokus

9. April 2020 um 13:07 , Der AUDITOR
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PARIS. Der Maismarkt dümpelt unter dem Preisdruck von Rohöl auf niedrigem Niveau. Heute soll die OPEC-Plus-Gruppe per Videokonferenz über eine Drosselung der Rohöl-Fördermenge entscheiden. Große Erfolge erwartet der Handel nicht, ist die Menge, die zurückgeführt werden müsste, einfach zu hoch für die Förderländer von Rohöl. Französischer Mais wird nach derzeitigem Stand konkurrenzlos preiswert in Westeuropa angeboten. Ob Brasilen und die Ukraine die Preise senken werden, bleibt abzuwarten. Die kommende ukrainische Maisernte dürfte höher ausfallen als im Vorjahr.

Der Maismarkt blieb in den USA nahezu auf dem niedrigen Stand von 3,31 USD/Bushel wie am Vortag stehen. EU-Mais tendierte in Paris mit 164,50 EUR/mt um 0,8 % schwächer als gestern. Aus Frankreich war zu hören, dass die Futternachfrage in Südfrankreich und in Spanien hochblieb, ist Mais wegen günstiger Preise enorm wettbewerbsfähig und nachgefragt in der Futter-Rezeptur. Die gute Nachfrage nach Fleisch profitiere von gestiegenem Grillverzehr. Jedoch engt die allmähliche Ankunft südamerikanischer Mais-Schiffe in europäischen Häfen den Preisspielraum nach oben etwas ein, sagte der französische Handel. Belastet wird der Maismarkt weiterhin durch den Preisverfall beim Rohöl. Heute soll die OPEC-Plus-Gruppe über eine Videokonferenz über eine Drosselung der Rohöl-Fördermenge beschließen. Die Rede ist von 10 Mio. Barrel/Tag, der Nachfrageausfall durch die Covid19-Pandemie lag zuletzt global bei 30 Mio. Barrel/Tag. Der Handel erwartet, dass der weltweite Tagesverbrauch an Rohöl von 100 auf 65 Mio. Barrel/Tag sinken wird. Dann wäre es zweitrangig, wie hoch der Opec-Cut ausfiele.

Mais-Kassakurse (Fronttermin)

Körnermmais (handelsüblich)

Parität

EUR/mt

Veränd.

Bordeaux FOB

161,00

-1,00

La Pallice FOB

161,00

-1,00

Holland CIF

183,00

1,00

Oldenburg DDP

190,00

0,00

Brake FOT

183,00

1,00

Niederrhein DDP

182,00

0,00

Oberrhein FOB

180,00

0,00

Ukraine FOB

-

-

Quelle: Handel

Ukrainische Maisernte soll höher ausfallen als im Vorjahr
In Brasilien profitieren die Mais-Farmer weiterhin von rekordhohen Erzeugerpreisen für Mais, weil die zweite Maisernte geringer ausfiel und die Abwertung des brasilianischen Reals um mehr als 12 % zum US-Dollar in den letzten vier Wochen die Inlandspreise nach oben getrieben hat. Trotzdem ist brasilianischer Mais im Export wettbewerbsfähig, wie die Nachfrage aus Asien zeigt. Die südkoreanischen Unternehmen NOFI und KFA Körnermais haben brasilianischen Mais zur Lieferung von August bis September zum Preis von 185 bis 187 USD/mt Cost & Freight gekauft. In Frankreich dürfte dieses Preisniveau aber vorerst nicht passen, wird französische Ware mit 161 EUR/mt fob Bordeaux deutlich günstiger offeriert. Auch ukrainischer Mais ist für EU-Verarbeiter derzeit zu teuer. In der Ukraine kostete Exportmais zuletzt 166 bis 168 USD/mt (5.400 bis 5.500 UAH/mt) in Odessa, das Fob-Preisniveau lag bei 185 bis 187 USD/mt. Die Ukrainian Grain Association (UGA) rechnet damit, dass die kommende Maisernte mit 36,8 Mio. mt um 1,6 Mio. mt höher liegen wird als im Vorjahr.

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