Mais: Monopoly an den Ölhäfen

23. April 2020 um 14:23 , Der AUDITOR
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PARIS. Der Maismarkt zeigte spürbaren Preisauftrieb, nachdem sich die Rohölpreise etwas erholt haben. Die US-Ethanolbestände liegen um 22 % über dem Vorjahr. In Brasilien setzt anhaltend trockenes Wetter der zweiten Mais-Safrinha-Ernte zu. Laut französischem Handel war Mais gegenüber im Preis deutlich gestiegenem Weizen sehr wettbewerbsfähig und profitierte von höherer Nachfrage spanischer und bretonischer Futtermittelhersteller. Das USDA erwartet die ukrainische Maisernte im kommenden Wirtschaftsjahr bei 35,2 Mio. mt, rund 2 % unter dem Vorjahr.

In Chicago notierte Mais am Mittag mit 3,21 USD/Bushel um 3,2 % fester als gestern. In Paris konnte sich der Fronttermin um 1,3 % auf 166,25 EUR/mt befestigen. Um 36 % gestiegene Rohölpreise nach der Eskalation des Marktes in den letzten Tagen, sowie Ankündigungen Chinas, über weitere Zollbefreiungen für Mais nachzudenken, stützten den US-Markt. Die Produktion von Ethanol in den USA ist vergangene Woche nur um 7.000 Barrel auf 563.000 Barrel pro Tag zurückgegangen. Gleichzeitig stiegen die US-Ethanollagerbestände auf eine neue Rekordmenge von 27,7 Mio. Barrel, gut 22 % über dem Vorjahr. Ob die Kursunterstützung bei US-Mais vom Rohöl anhält, gilt als sehr unsicher. Die Rede war davon, dass aktuell 250 Mio. Barrel in Öltankern vor den Ölhäfen dümpeln, für die es nur begrenzte Löschungsmöglichkeiten gibt, weil Rohöllager randvoll mit Öl gefüllt sind. US-Präsident Donald Trump hat saudi-arabische Tanker bereits abgewiesen, um den US-Ölmarkt zu schützen. Dies verschiebt das Mengenproblem auf andere Abnehmer wie Europäer und Chinesen. Das bedeutet, die Rohölmärkte fahren weiter Achterbahn. Der Handel erwartet Ölnotierungen nahe null oder sogar im Negativen. Die Welt-Rohöl-Fördermenge ist angeblich um 46 % seit dem Covid19-Ausbruch gesunken. Taiwan und Südkorea kauften 117.000 mt bzw. 138.000 mt brasilianischen Mais. Die wöchentlichen US-Maisexporte werden zwischen 0,6 bis 1,1 Mio. mt erwartet.

Mais-Kassakurse (Fronttermin)

Körnermmais (handelsüblich)

Parität

EUR/mt

Veränd.

Bordeaux FOB

159,00

0,00

Holland CIF

182,00

0,00

Oldenburg DDP

190,00

0,00

Brake FOT

182,00

0,00

Niederrhein DDP

184,00

0,00

Oberrhein FOB

182,00

0,00

Quelle: Handel

Frankreichs Handel berichtete über gute Maisnachfrage nach Spanien und Nordeuropa
In Brasilien setzt anhaltend trockenes Wetter der zweiten Mais-Safrinha-Ernte zu. Dort befinden sich die Pflanzen derzeit in einer anfälligen Wachstumsphase. Brasiliens Agrarminister Dias sagte, die Regierung erwägt Unterstützungsmaßnahmen für den Zuckerrohr- und Ethanolsektor, dabei soll die Ethanolsteuer ausgesetzt, die Benzinsteuer erhöht werden. Der USDA-Attache in Argentinien erwartete eine Maisernte von 48,5 Mio. mt und Exporte von unverändert 34 Mio. mt. In Westeuropa kommt die Maisernte wegen des sonnig-trockenen Wetters zügig voran. Laut französischem Handel war Mais gegenüber im Preis deutlich gestiegenem Weizen sehr wettbewerbsfähig und profitierte von höherer Nachfrage spanischer und bretonischer Futtermittelhersteller. Auch die Nachfrage aus Nordeuropa ist danach gestiegen.

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