Mais: Der Markt tendiert deutlich abwärts

16. April 2020 um 13:26 , Der AUDITOR
Bericht als Audio abspielen

PARIS. Die Maismärkte gehen weltweit auf Tauchstation. Billiges Rohöl macht die Maisverwertung über Ethanol komplett unrentabel. Immer mehr Ethanolwerke machen daher in den USA und Brasilien den Betrieb dicht. Für weiteren Preisdruck sorgt die Misere an den Fleischmärkten. In den USA und Brasilien können schlachtreife Tiere nicht abgenommen werden, da der Fleischkonsum im Inland stark eingebrochen ist und auch die Nachfrage Chinas infolge der Corona-Virus-Pandemie wieder zurückging.

In Chicago notierte Mais mit 3,20 USD/Bushel um 3,4 % und in Paris bei 163,50 EUR/mt um 0,7 % tiefer als gestern. Dabei setzte am Morgen ein um 3 % auf 19,9 USD/Barrel eingebrochener WTI-Rohölkurs auch Mais unter Druck. Maßgebend hierfür ist ein Rohüberschuss von 15 bis 20 Mio. Barrel/Tag, der sich aus Differenz der um 30 bis 35 Mio. Barrel/Tag eingebrochenen Welt-Rohölnachfrage und um 15 bis 20 Mio. mt geplanten Rohöl-Förderminderung der OPEC-Plus-Gruppe und anderer Ölländer ergibt. Für Kursrutsch sorgten jüngste Ethanolzahlen der EIA. Der UVP-Bericht zeigte, dass die US-Ethanolproduktion in der Woche bis 10. April um 17,5 % auf 570.000 Barrel/Tag zurückging und in den letzten drei Wochen 44 % verlor. Die US-Ethanol-Lagerbestände stiegen um 378.000 Barrel auf historischen Höchststand von 27,47 Mio. Barrel. Für mächtigen Druck sorgte die Misere beim US-Fleischabsatz, der im März um 30 % wegen Covid19 zurückgegangen war. Schlachtreife Schweine werden in den USA nicht abgenommen, da der Fleischkonsum fehlt. Smithfield Foods, das weltgrößte Schweineschlachtunternehmen, gab Ostern die unbefristete Schließung eines seiner größten US-Werke in North Dakota bekannt. Die US-Fleischindustrie hatte aufgrund der Afrikanischen Schweinepest in China die Produktion in Erwartung zunehmender Einkäufe dorthin erheblich ausgeweitet. Massive Quarantäneauflagen, zuerst in China, dann in den USA, verringerte jedoch die Nachfrage nach Schweinefleisch in beiden Ländern.

Mais-Kassakurse (Fronttermin)

Körnermmais (handelsüblich)

Parität

EUR/mt

Veränd.

Bordeaux FOB

159,00

-2,00

La Pallice FOB

159,00

-2,00

Holland CIF

183,00

0,00

Oldenburg DDP

190,00

0,00

Brake FOT

183,00

0,00

Niederrhein DDP

182,00

0,00

Oberrhein FOB

180,00

0,00

Ukraine FOB

-

-

Quelle: Handel

Ukrainischer Mais ist für EU-Handel zu teuer
Erst im März war das USD von einer massiven Ausweitung der US-Maisanbauflächen ausgegangen. Mehr als ein Drittel des US-Mais wird zur Ethanolproduktion herangezogen. Der US-Handel bezweifelt eine derartige Steigerung, rechnet mit mehr Sojaanbau, weil es für diese Erntemenge keine ausreichende Nachfrage geben würde. In Brasilien war die erste Maisernte zu 72 %, die Safrinha-Aussaat zu 99 % abgeschlossen. Nach Rückgang der argentinischen Maispreise um 5 auf 158 USD/mt Fob, fielen auch die Exportpreise für US-Mais um 4 auf 152 bis 155 USD/ mt FOB US-Golf. Ukrainischer Mais soll zu Preisen um 167 bis 169 USD/mt Fob Odessa angeboten werden. In Frankreich revidiert FranceAgriMer seine Schätzung des Lagerbestands für Mais zum Saisonende auf 2,40 Mio. mt gegenüber 2,27 im Vormonat und 2,09 Millionen im Vorjahr, was für Kursdruck in Paris und am Kassamarkt sorgte. Dabei kostete EU-Mais rund 159 EUR/mt Fob Bordeaux.

Dies könnte Sie ebenfalls interessieren

zur Nachrichten-Übersicht
Bio-Rohstoffe
05.05.2026
VANCOUVER/ASUNCIÓN. In Indien ist Chiasaat zu wettbewerbsfähigen Preisen erhältlich. In Paraguay ist die Aussaat in vollem Gange. Dennoch sind die Aussichten etwas gemischt.
Getreide
04.05.2026
DALIAN/KYJIW. Chinesische Anbieter sind nicht bereit ihre Preise zu senken. Experten rechnen mit einem Produktionsanstieg in der Ukraine. Die EU hat ihre Buchweizenimporte in dieser Saison um 126% gesteigert.
Getreide
04.05.2026
DALIAN/KYJIW. Der chinesische Hirsemarkt zeigt sich ruhig. In der Ukraine soll in diesem Jahr eine deutlich größere Fläche besät werden. Die EU-Importe sind in dieser Saison deutlich zurückgegangen.
Bio-Rohstoffe
29.04.2026
ASUNCIÓN. Die Chiaaussaat für die Ernte 2026 ist abgeschlossen. Die Pflanzen entwickeln sich gut. Die Nachfrage bleibt hoch.