Mais: Markt für Grillfleisch könnte von Pandemie profitieren

6. April 2020 um 13:46 , Der AUDITOR
Bericht als Audio abspielen

PARIS. Der US-Maismarkt steht über den Ethanolsektor mit dem Preisverfall bei Rohöl kräftig unter Druck. China kauft zwar Mais aus den USA, aber erst für nächste Saison. Der westeuropäische Maismarkt sucht Preisorientierung eher in den Verfügbarkeiten am Binnenmarkt und der zu erwarteten Absatzentwicklung. Dabei könnte die Corina-Krise der kommenden Grillsaison vielversprechende Absatzchancen bescheren, mutmaßte der Handel.

Der Maismarkt zeigte in den USA deutliche Schwächetendenzen, obwohl das USDA den Verkauf von 567.000 mt US-Mais nach China bekannt gab, wobei das Gros der Lieferung allerdings erst für kommende Saison gebucht wurde, was dem Markt in der laufenden Kampagne wenig half. Viel mehr zogen rabenschwarze Prognosen für den Rohölmarkt auch den für Mais wichtigen Ethanolmarkt mit nach unten. Noch letzten Freitag sorgte US-Präsident Donald Trump mit einem Tweed, in dem er mitgeteilt hatte, dass er mit dem saudi-arabischen Verteidigungsminister Mohammed bin Salman alSaud telefoniert habe, für Kursanstiege beim Rohöl gleich von 10 USD/Barrel. Am Sonntag folgte die Meldung, dass die Video-Konferenz von Montag auf Donnerstag verschoben wird, nachdem es wenig Anzeichen für eine Einigung zur Senkung des Rohölausstoßes zwischen Russland und Saudi-Arabien gab. Laut International Energy Agency (IEA) in Paris wird die OPEC-Plus Gruppe den Rohölmarkt oder besser die Ölpreise nicht in den Griff bekommen können. Der Nachfragerückgang ist derart massiv, dass sämtliche Rohölexportländer in nie gekanntem Umfang drosseln müssten, was zudem unkontrollierbar wäre. Die US-Ethanolbestände sind auf den Rekordwert von 25,7 Mio. Barrel gestiegen. 

Mais-Kassakurse (Fronttermin)

Körnermmais (handelsüblich)

Parität

EUR/mt

Veränd.

Bordeaux FOB

161,00

0,00

La Pallice FOB

161,00

0,00

Holland CIF

183,00

1,00

Oldenburg DDP

190,00

0,00

Brake FOT

182,00

0,00

Niederrhein DDP

182,00

0,00

Oberrhein FOB

180,00

0,00

Ukraine FOB

-

-

Quelle: Handel

Futtermittelnachfrage bleibt auf hohem Niveau
In Frankreich startete der Maismarkt mit relativ stabilen Preisen am Kassamarkt in die verkürzte Karwoche vor Ostern. Bei den hiesigen Kraftfutterwerken ist die Nachfrage vor Ostern etwas zurückgegangen. Aber die Unsicherheit über den weiteren Marktverlauf bleibt groß, hieß es beim hiesigen Handel. Laut Handel hätte die EU-Kommission über die sogenannten Green Lanes für mehr Versorgungssicherheit zwischen den EU-Ländern gesorgt.  Wie sich die neuen Quarantäne-Maßnahmen Ungarns auf die Verfügbarkeit von Schiffsbesatzungen auf der Donau auswirken, muss sich zeigen, meinten Händler aus Bayern. Dabei dürften vermehrt aufgestallte Ferkel für die anlaufende Grillsaison in Deutschland und anderswo zu weiterhin reger Nachfrage bei Futtermitteln führen. Vom geringeren Verzehr im Gastrobereich dürften Lebensmitteleinzelhandel und Metzgereien in diesem Jahr überdimensional bei Frischfleisch und Fleischprodukten profitieren, erwartet der Handel. Ein wichtiger Preisparameter bleibt dabei das Grillwetter.

Dies könnte Sie ebenfalls interessieren

zur Nachrichten-Übersicht
Getreide
01.07.2026
DALIAN/KYJIW. Geringe Verfügbarkeit sorgt im chinesischen Markt für eingeschränkte Handelsaktivität. In der Ukraine ist Anbaufläche deutlich kleiner ausgefallen als im Vorjahr. Die EU-Importe sind 2025/2026 um 20% zurückgegangen.
Getreide
01.07.2026
DALIAN/KYJIW. Während der Sommermonate verläuft der Handel im chinesischen Markt üblicherweise etwas zäher. Die neue Ernte soll die Marktlage entspannen. Ukrainische Bauern haben ihr Aussaatziel übertroffen.
Bio-Rohstoffe
11.06.2026
ASUNCIÓN/SUCRE. In Paraguay steht der neuen Ernte die kritischste Zeit des Jahres bevor. Noch erlauben die Wetteraussichten einen zuversichtlichen Ausblick. Boliviens Handel wird durch Straßenblockaden beeinträchtigt.
Getreide
27.05.2026
KYJIW/DALIAN. Die Hirseaussaat in der Ukraine liegt weit hinter den Erwartungen zurück. In China gleichen sich Angebot und Nachfrage aus. Die EU-Importe sind um 16% zurückgegangen.