Mais: Markt ertrinkt im Öl

28. April 2020 um 14:26 , Der AUDITOR
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PARIS. Der Maismarkt kennt seit geraumer Zeit nur noch einen Trend, der geht nach unten. Die Rohölschwemme führt die Ethanolproduktion in den USA in zunehmende Schieflage. US-Ölförderer und Ethanolwerke müssen zwangsweise abschalten. Schwer getroffen hat die Corona-Pandemie die US-Schlachtunternehmen. Der US-Futtermittelverbrauch ging zurück. Die Ukraine sieht wohl vorerst von Exportbeschränkungen bei Mais ab. In der EU tendiert Mais wegen gefallener Weizenpreise leicht schwächer.

In Chicago notierte Mais am Mittag mit 3,07 USD/Bushel um 1,7 % schwächer als gestern. In Paris gab der Fronttermin um 0,5 % auf 165,50 EUR/mt nach. Die Marktlage blieb in den USA wegen fehlender Ethanol- und rückläufiger Futternachfrage angespannt, hieß es aus US-Brokerkreisen. Der Shutdown in den USA hat die Wirtschaft an den Rand des Ruins gebracht. Wegen Ausgangssperren und anderer Beschränkungen ist der US-Rohölpreis seit 1. März um 70 % eingebrochen. In Cushing, Oklahoma, dem größten Verteilungslager der USA, sind die Rohölbestände auf 65 Mio. Barrel gestiegen. Die US-Ölförderer müssen zwangsweise abschalten. Die Drosselungen der OPEC von 9,7 Mio. Barrel/Tag reichen nicht aus, um den Absturz der Ölnachfrage, den die International Energy Agency (IEA) im Märzreport auf minus 29 Mio. Barrel/Tag für April und auf minus 26 Barrel/Tag schätzte, halbwegs auszugleichen. Nordamerikas Ölbranche schlägt ein neues Kapitel auf, den Überlebenskampf. Ethanolproduzenten, wie Poet LLC, Valero Energy Corp und Archer Daniels Midland Co, haben darauf mit Produktionskürzungen oder Schließung von Anlagen reagiert. Das USDA hat Direktzahlungen von 16 Mrd. US-Dollar angekündigt, um die US-Ethanolbranche zu stützen.

Mais-Kassakurse (Fronttermin)

Körnermmais (handelsüblich)

Parität

EUR/mt

Veränd.

Bordeaux FOB

160,00

0,00

Holland CIF

185,00

-2,00

Oldenburg DDP

190,00

0,00

Brake FOT

182,00

0,00

Niederrhein DDP

184,00

0,00

Oberrhein FOB

182,00

0,00

Quelle: Handel

Ukraine sieht vorerst von Exportlimits bei Mais ab
Schwer getroffen hat die Corona-Pandemie die US-Schlachtunternehmen. Die wöchentliche Schlachtung lag bei Schweinen um 26 % und bei Rindern um 29 % unter der schwachen Vorwoche. Im März war die US-Fleischnachfrage um 40 % eingebrochen und dürfte auch im April zu niedrigere Vieh-Aufstallungen geführt haben. Laut vierteljährlichem USDA-Futtermittelbericht ist der US-Futtermittelverbrauch bis März um 5,5 % unter das Vorjahresniveau gesunken und könnte noch weiter abgerutscht sein. Die Schlachtbranche wartet darauf, den Betrieb wieder langsam hochzufahren, um Arbeitsplätze zu retten. Die Wocheninspektion von US-Mais lag mit 1,078 Mio. mt im oberen Rahmen der Erwartungen. Peking hat signalisiert, die staatlichen Lagervorräte für Mais um 20 Mio. mt aufzustocken, was über Importe gedeckt werden müsste, hieß es. Peking würde damit den Importverpflichtungen beim Phase1-Abkommen nachkommen. Beim Handel bestehen hierüber erhebliche Zweifel. In der Ukraine teilte AKP-Inform mit, dass die Regierung die mit ins Spiel gebrachte Exportbeschränkung für Mais vorerst nicht umzusetzen will. Die Ukraine hat bisher 25,2 Mio. mt Mais exportiert, 2,7 Mio. mt mehr als in der vergangenen Saison. In Frankreich und Deutschland hielt sich das Maispreisniveau knapp.

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