Mais: Mehr Mais aus den USA und Kanada importieren

26. März 2020 um 14:15 , Der AUDITOR
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PARIS. Der Maismarkt zeigt weiterhin stark gegenläufige Preisentwicklungen zwischen den USA und Westeuropa. Während in den USA der Maismarkt unter der desolaten Verarbeitungskrise der US-Ethanolindustrie leidet, läuft die EU zunehmend Gefahr, nicht mehr genügend Importmais aus Brasilien und Argentinien zu bekommen. Der Rohölmarkt steuert auf eine noch nie zuvor dagewesene Rohölschwemme hin, rechnen Analysten mit einem Preissturz auf unter 20 USD/Barrel.

Die Maismärkte dies- und jenseits des Atlantiks entwickelten sich gegenläufig. Während in Westeuropa höhere Bevorratung bei der Futtermittelindustrie und Viehhaltern die Maispreise mit Unterbrechungen weiter steigen ließ, stehen US-Maiskurse wegen der fatalen Verarbeitungseinbrüche der US-Ethanolindustrie massiv unter Druck. Schuld daran ist der Rohölpreisverfall, ging es bei der Sorte WTI heute erneut um 80 Cent auf 24,0 USD/Barrel und bei WTI auf 27,1 USD/Barrel nach unten. Daran konnte auch gestern ein Export von 138.000 mt US-Mais nach Taiwan nichts ändern. Die OPEC muss handeln, darüber gibt es überhaupt keinen Zweifel, um ein Chaos am Rohölmarkt zu verhindern. Doch keiner weiß, welche Ausmaße die Covid19-Pandemie in der Welt erreichen wird. Vielmehr wird die Rohölindustrie davon getrieben, möglichst viel Umsatz zu halten, bevor die Einbrüche noch stärker werden. Die Analysten von Goldman Sachs haben ihre Prognose für die globalen Rohölüberhänge von 10 auf 14 Mio. Barrel/Tag nach oben revidiert. Im zweiten Quartal könnte es ein noch nie dagewesenes Überangebot auf dem Weltmarkt geben. Die Verbraucher sehen weltweit schwierigen Zeiten entgegen. Handel, Hersteller und Dienstleister müssten sich auf eine Rezession einstellen. Dem Lebensmitteleinzelhandel in Deutschland hat das Coronavirus laut Marktforschungsinstitut GfK Ende Februar jedoch einen Umsatzsprung von 14 % im Vergleich zum Vorjahresmonat beschert. Dieser Trend wird auch im März und unter Umständen in den Folgemonaten anhalten, hieß es.

Mais-Kassakurse (Fronttermin)

Körnermmais (handelsüblich)

Parität

EUR/mt

Veränd.

Bordeaux FOB

165,00

1,00

La Pallice FOB

165,00

1,00

Holland CIF

184,00

0,00

Oldenburg DDP

190,00

0,00

Brake FOT

184,00

0,00

Niederrhein DDP

186,00

0,00

Oberrhein FOB

182,00

0,00

Ukraine FOB

-

-

Quelle: Handel

Schiffsankünfte im April niedriger erwartet
Der EU-Maismarkt ist insbesondere von rückläufigen Importen aus Argentinien und Brasilien betroffen. Weil die Regierungen dort wenig für Schutzmaßnahmen gegen die Ausbreitung der Covid19-Pandemie unternommen haben, erliegt der Exporthandel an den brasilianischen Exporthäfen Santos und Paranagua, weil Hafen- und Lagerarbeiter streiken oder wegen Ansteckungsgefahr der Arbeit fernbleiben. Während Jair Bolsonaro, Präsident von Brasilien, die Covid19-Pandemie als kleine Erkältung herunterspielte, erließ der Bundesstaat Sao Paulo für 40 Millionen Menschen weitgehende Ausgangsbeschränkungen, um die Pandemie einzudämmen. Auch Rio de Janeiro hat sich innerhalb einer Woche weitgehend isoliert. Dies wird sich auch im April in kleineren Schiffsankünften niederschlagen, hieß es beim Handel. Bei vergleichsweise geringen physischen Beständen ist die Mischfutterindustrie anfällig für Lieferunterbrechungen. Die Kraftfutterindustrie muss sich daher verstärkt auf das EU-Binnenangebot ausrichten, was für Mais eindeutig zu klein ist, wird der EU-Importbedarf 2019/20 vom Großhandel auf 21 Mio. mt geschätzt.  

 

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