Mais: Indien wird von Heuschreckenplage erfasst

27. Mai 2020 um 14:51 , Der AUDITOR
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PARIS. Mais tendierte an den Terminbörsen in Chicago seitwärts und in Paris leichtfallend. In den USA verliert das Handelsabkommen mit China offenbar an Stellenwert. Angeblich unterstützt die US-Regierung den Rückzug US-amerikanischer Unternehmen in Hongkong und China zurück in die USA. In Indien haben die Farmer mit den Folgen des Zyklons "Amphan" und einer beginnenden Heuschreckenplage zu kämpfen. Im Süden Frankreichs und Deutschlands, in Polen, Rumänien und am Schwarzmeer, profitierte der Maisanbau von Niederschlägen, was vorerst auf gute Maisernten in West- und Osteuropa schließen lässt.

In Chicago notierte US-Mais am Mittag unverändert 3,20 USD/Bushel zu gestern. In Paris gab der Fronttermin marginal auf 167,25 EUR/mt nach. In den USA standen Crop Progress Report und Exportinspektion im Fokus. Die US-Mais-Aussaat war zu 88 % abgeschlossen, was leicht unter der Handelserwartung lag, aber um 6 % über dem vierjährigen Mittel blieb. Die wöchentliche Exportkontrolle blieb mit 1.091.972 mt um 7,7 % unter der Vorwoche. Der Berater des Weißen Hauses, Larry Kudlow, sagte, US-Präsident Donald Trump sei über die Verbreitung des Coronavirus und anderen Angelegenheiten so verärgert über Peking, dass das Handelsabkommen zwischen USA und China an Stellenwert verloren hätte. Angeblich unterstützt die US-Regierung den Rückzug US-amerikanischer Unternehmen in Hongkong und China zurück in die USA. Unter Kritik geriet die Exportpolitik der Ukraine, wobei der stellvertretende Wirtschaftsminister Taras Vysotskiy erkärte, dass der Weizenexport trotz Exportquote von 20,2 Mio. mt Weizen in der laufenden Saison fortgesetzt würde, was die Verlässlichkeit der ukrainischen Regierung in Frage stellen würde. Vor diesem Hintergrund macht der Handel bei Ernteschätzungen aus der Ukraine jetzt ebenfalls ein großes Fragezeichen.

Mais-Kassakurse (Fronttermin)

Körnermmais (handelsüblich)

Parität

EUR/mt

Veränd.

Bordeaux FOB

162,00

-2,00

Holland CIF

182,00

0,00

Oldenburg DDP

190,00

0,00

Brake FOT

182,00

0,00

Niederrhein DDP

182,00

0,00

Oberrhein FOB

182,00

0,00

Quelle: Handel

Reichliches Mais-Angebot in Frankreich und am Schwarzmeer
In Indien müssen sich die Farmer mit dem Zyklon "Amphan" und einer beginnenden Heuschreckenplage auseinandersetzten. Experten warnen vor erheblichen Ernteverlusten, wenn die Behörden die sich schnell ausbreitenden Schwärme bis Juni nicht eindämmen können, wenn der Monsunregen die Aussaat von Reis, Zuckerrohr, Mais, Baumwolle und Sojabohnen begrenzt. Laut Regierungsbehörden hat sich die Plage inzwischen auf sieben indische Bundesstaaten ausgedehnt, Peking war mit Lieferung von 1 Million Flugenten zur Hilfe gekommen, um eine Ausbreitung nach China zu verhindern. In Frankreich geriet der Maismarkt leicht unter Druck, was auf höhere Niederschläge südlich einer Linie von Paris zurückzuführen wäre. Auch in Süddeutschland, Polen, Rumänien und am Schwarzmeer profitierte der Maisanbau von Niederschlägen. Daraus schließt der Handel auf gute Maisernten in West- und Osteuropa, was den Maismarkt spätestens im Oktober unter Druck bringen sollte. Ab Anfang Juni kommt die Safrinha-Maisernte Brasiliens auf den Markt. Den Maismarkt stützten könnten steigende Rohölpreise, aber das Maisangebot bleibt auch in Europa überreichlich. Insofern sollte sich der Maispreis aus alter Ernte vorerst noch halten.

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