Mais: Weniger Importe aus Südamerika durch Covid19-Pandemie
25. März 2020 um 14:28 ,
Der AUDITOR
Die Preise für Körnermais starten heute Morgen in Frankreich um 1 EUR/mt, in Brake und Süd-Oldenburg 2 EUR/mt schwächer in den Handelstag. Frankreichs Handel begründete den Preisrückgang mit einem auf über 1,08 USD/EUR gestiegenen Eurokurs, der Importmais verbilligte. Im weiteren Verlauf zogen die Preise leicht an, wird immer deutlicher, dass Quarantänen in den USA, in Kanada, in Argentinien und Brasilien die Verfügbarkeit von Mais international schwieriger machen. In den USA stieg die Zahl der Covid19-Infizierten bedrohlich an, was auch Exportverladungen in den USA bald beeinträchtigen könnte. Die Ethanol-Industrie in den USA steht kurz vor dem Entschluss, die anvisierte Jahresproduktion aufgrund von herben Absatzeinbrüchen um 2 Mrd. Gallonen zu reduzieren. Noch gravierender sind die Entwicklungen in Südamerika. In Brasiliens Exporthäfen Santos und Paranagua flammen immer wieder Hafen- und Lagerarbeiterstreiks auf, wobei die Belegschaft wegen unzureichender Schutzeinrichtungen gegen eine Ansteckung mit Covid19-Virus die Arbeit niederlegt, was zu geringeren und verzögerten Exporten geführt hat. Während Jair Bolsonaro, Präsident von Brasilien, die Covid19-Pandemie als kleine Erkältung herunterspielte, erließ der Bundesstaat Sao Paulo für 40 Millionen Menschen weitgehende Ausgangsbeschränkungen, um die Pandemie einzudämmen. Auch Rio de Janeiro hat sich innerhalb einer Woche weitgehend isoliert. Dies bedeutet, dass die Lieferketten aus Südamerika durch die Covid19-Pandemie erheblich eingeschränkt sind.
Mais-Kassakurse (Fronttermin)
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Körnermmais (handelsüblich) |
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Parität |
EUR/mt |
Veränd. |
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Bordeaux FOB |
164,00 |
-1,00 |
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La Pallice FOB |
163,00 |
-1,00 |
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Holland CIF |
184,00 |
-2,00 |
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Oldenburg DDP |
190,00 |
-2,00 |
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Brake FOT |
184,00 |
-2,00 |
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Niederrhein DDP |
186,00 |
-2,00 |
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Oberrhein FOB |
182,00 |
-2,00 |
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Ukraine FOB |
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Quelle: Handel
Weniger Importmais erwartet
Bei Körnermais ist wegen zurückgehender EU-Importe mit kleinerem Angebot in den nächsten Wochen zurechnen, wenn die Pandemie anhält, wovon derzeit auszugehen ist. Dies wird sich auch im April in kleineren Schiffsankünften niederschlagen, hieß es beim Handel. Bei vergleichsweise geringen physischen Beständen ist die Mischfutterindustrie anfällig für Lieferunterbrechungen, dies gelte in Deutschland ebenso wie in Frankreich und Spanien. Insofern forderten die EU-Verbände COCERAL und FEDIOL die EU-Kommission auf, angesichts der zunehmenden Logistikprobleme Tierfutter in die Liste der wesentlichen Güter aufzunehmen, hieß es beim Handel. Diese Maßnahme wurde in Spanien, Italien und Belgien bereits umgesetzt und sollte möglichst EU-weit Anwendung finden. „Die EU-Lebensmittelindustrie ist sich der Notwendigkeit einer strengen Politik zur Eindämmung der Verbreitung von Coronaviren in der EU bewusst. Gleichzeitig ist es notwendig, das Wohlergehen von Nutztieren zu gewährleisten und die Logistik so wichtiger Lebensmittel wie Milch, Fleisch und Eier während der durch COVID-19 verursachten Krise nicht zu stören “, sagte FEFAC-Präsident Nick Major.