Mais: Hohe US-Maisbestände lähmen Markt

14. Mai 2020 um 13:32 , Der AUDITOR
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PARIS. Der Maismarkt tendierte deutlich abwärts. Kursrückgänge von erneut 1,6 % in Chicago brachten auch die Maispreise in Westeuropa unter Druck. Jedoch hält der EU-Importzoll von 10,40 EUR/mt Billigangebote aus Brasilien vom EU-Markt fern, hieß es. Agreste hob seine Prognose für Frankreichs Maisanbau um100.000 Hektar an. In Deutschland belastet das Corona-Szenario bei Schlachthöfen die Absatzmärkte für Schweinefleisch und Futtermittelsektor. Aber beim Marktführer Tönnies in Rheda-Wiedenbrück gab es bislang keine Corona-Fälle.

In Chicago notierte Mais am Mittag mit 3,18 USD/Bushel um 1,6 % niedriger als gestern. In Paris sank der Fronttermin schwach auf 164,00EUR/mt. In den USA drücken hohe Maisendbestände von 84,3 Mio. mt auf den Markt, ein Plus von 31 Mio. mt zum Vorjahr. Zuletzt gab es derart hohe US-Maisendbestände in der Saison 1987-88. Auch wenn Analysten noch höhere Bestände befürchtet hatten, bleibt der US-Maismarkt vorläufig überversorgt. Etwas Licht in den Tunnel warf die Produktionsentwicklung bei Ethanol. Der UVP-Report zeigte eine um 19.000 Barrel auf 617.000 Barrel/Tag gestiegene US-Ethanolherstellung, wobei auch die US-Ethanol-Vorräte um 1,42 auf 24,2 Mio. Barrel zurückgingen. Der US-Grains Council teilte mit, dass der Fob-Preis für US-Ethanol am US-Golf um 5,8 % zur Vorwoche gestern auf 1,193 USD/Gallone angestiegen ist, damit aber 30 Cent unter dem Vorjahr blieb. In den USA soll laut USDA die kommende Maisernte um 17,1 % zum Vorjahr auf 406,29 Mio. mt ansteigen. Der US-Handel hofft auf einen anspringenden Maisexport nach China, hatte Peking letzte Woche weit über 600.000 mt US-Mais gekauft. Dass China nebst mehr US-Sojabohnen auch mehr Mais in der kommenden Saison importieren wird, leiten US-Broker von wieder ansteigender Ethanol-Verarbeitung in China ab.

Mais-Kassakurse (Fronttermin)

Körnermmais (handelsüblich)

Parität

EUR/mt

Veränd.

Bordeaux FOB

153,00

-1,00

Holland CIF

180,00

0,00

Oldenburg DDP

190,00

0,00

Brake FOT

182,00

0,00

Niederrhein DDP

182,00

0,00

Oberrhein FOB

182,00

0,00

Quelle: Handel

Corona-Szenario bei Schlachthöfen noch nicht am Ende
In Frankreich rutschte wegen fallender Maiskurse in Chicago auch der Kassamarkt leicht ab. Die Futternachfrage ist in Frankreich, insbesondere in der Bretagne, nach wie vor rege, meinte der Handel. Körnermais ist derzeit in der Futtermittelrezeptur wettbewerbsfähiger als Futterweizen, was die Nachfrage belebt. Der Maispreis in der EU wird durch den Einfuhrzoll von derzeit 10,40 EUR/mt gestützt. Zuletzt hob Agreste Frankreichs Maisfläche um 100.000 ha auf 1,6 Mio. Hektar an, dem höchsten Flächenstand seit 2014-15, im Vorjahr betrug der Anbau 1,44 Mio. Hektar. In Deutschland belastet weiterhin das Corona-Szenario bei den Schlachthöfen die Absatzmärkte für Schweinefleisch und den Futtermittelsektor. In der Branche waren nach Corona-Fällen im Westfleisch-Schlachthof Coesfeld, bei Müller-Fleisch in Baden-Württemberg, sowie bei Vion in Schleswig-Holstein, weitere Infektionsfälle und Schlachthofschließungen befürchtet worden. Entwarnung gab es beim Marktführer Tönnies in Rheda-Wiedenbrück, wo bis gestern 880 Laborbefunde negativ ausfielen, mehr als 7.000 Beschäftigte müssen getestet werden. Aber die Preise für Schweinefleisch sind von 1,70 letzte Woche auf 1,60 EUR/kg SG gefallen. Das belastet auch den Futtermittelabsatz.

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