Mais: Hamsterkäufe jetzt auch bei der Mischfutterindustrie

24. März 2020 um 14:09 , Der AUDITOR
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PARIS. Der EU-Maismarkt holt den Preisabstand zu Weizen langsam auf. Wegen der Zuspitzung der Covid19-Epidemie in den USA und Südamerika hat auch die Futtermittelindustrie damit begonnen, höhere Lagervorräte für Stärke- und Proteinträger aufzubauen. Die hiesige Futtermittelindustrie steht vor ähnlichen Problemen wie der Lebensmittelindustrie, für möglichst uneingeschränkte Liefersicherheit zu sorgen. Deshalb fordern COCERAL und FEDIOL die EU-Kommission auf, Tierfutter in die Liste der wesentlichen Güter aufzunehmen. Dies betrifft auch die Versorgung mit Industriemais.

Inzwischen registrieren die Ölmühlen nicht nur für Rapsschrot, sondern auch für Sojaschrot Hamsterkäufe bei westeuropäischen Mischfutterunternehmen. Ähnlich ist die Lage bei Futtergetreide und Körnermais. Das Angebot ist derzeit nicht wirklich groß, treffen Schiffsladungen aus Brasilien und Argentinien wegen der Covid19-Pandemie reichlich verzögert ein, hieß es beim Handel. Die Tierbestände in den Veredlungszonen Nordwestdeutschlands, Hollands und Dänemarks sowie im spanischen Katalonien und in Nordwest-Frankreich sind auch kontinuierliche Belieferung von Tierfutter angewiesen, um die Produktion am Laufen zu halten und die Tiere zu versorgen. Insofern forderten die EU-Verbände COCERAL und FEDIOL die EU-Kommision auf, angesichts der zunehmenden Logistikprobleme auch Tierfutter in die Liste der wesentlichen Güter aufzunehmen. Diese Maßnahme wurde in Spanien, Italien und Belgien bereits umgesetzt und sollte EU-weit Anwendung finden. „Die EU-Lebensmittelindustrie ist sich der Notwendigkeit einer strengen Politik zur Eindämmung der Verbreitung von Coronaviren in der EU bewusst. Gleichzeitig ist es notwendig, das Wohlergehen von Nutztieren zu gewährleisten und die Logistik so wichtiger Lebensmittel wie Milch, Fleisch und Eier während der durch COVID-19 verursachten Krise nicht zu stören “, sagte FEFAC-Präsident Nick Major gegenüber der Presse.

Mais-Kassakurse (Fronttermin)

Körnermmais (handelsüblich)

Parität

EUR/mt

Veränd.

Bordeaux FOB

165,00

2,00

La Pallice FOB

164,00

2,00

Holland CIF

186,00

2,00

Oldenburg DDP

192,00

2,00

Brake FOT

188,00

5,00

Niederrhein DDP

188,00

3,00

Oberrhein FOB

184,00

2,00

Ukraine FOB

-

-

Quelle: Handel

Covid19-Pandemie könnte Logistik in den USA stark beeinträchtigen
Ähnlich wie die Lebensmittelindustrie wurde die Mischfutterindustrie nach einem kurzfristigen Preiseinbruch durch stark ansteigende Futtergetreide- und Maispreise überrascht, hieß es. In Süd-Oldenburg kaufte die Kraftfutterindustrie zuletzt Futterweizen für 199 EUR/mt DDP, Mais kostete um 190 bis 192 EUR/mt DDP Westfalen, Süd-Oldenburg und Süd-Holland. Der Preisanstieg bei Futtermitteln dürfte sich wiederum auf steigende Fleischpreise niederschlagen. Dabei waren die Vorgaben in den USA für Mais eher schlecht, ist die Ethanol-Produktion wegen des Rohölpreisverfalles heftig eingebrochen und müssen viele Werke schließen. Aber die Covid19-Pandemie breitet sich in den USA dramatisch aus, wurden heute Morgen von der Johns Hopkins Universität 46.442 Infizierte bestätigt, muss inzwischen jeder dritte Amerikaner zu Hause zu bleiben, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen. Hinzu kommt, dass sich der US-Senat nicht auf ein Rettungspaket zur Linderung der Pandemie-Folgen einigen konnte. Nach Einschätzung von Bloomberg könnte die US-Wirtschaft in eine gefährliche Rezession rasen. Dies könnte die Exportlogistik der USA an den Rand der Kapazitäten bringen. Dass die Ukraine zwei Schiffsladungen mit Mais nach China exportieren konnte, fand wegen der Covid19-Krise wenig Beachtung.

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