Mais: Frankreich, Deutschland und Polen geben Gas beim Anbau

5. Mai 2020 um 14:28 , Der AUDITOR
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PARIS. Der Maismarkt tendierte in den USA fester, in Westeuropa schwächer und am Schwarzmeer seitwärts. In den USA herrscht Unsicherheit über die Futtermittelnachfrage angesichts der schweren Folgen der Covid19-Pandemie. Die US-Schweineschlachtkapazität fiel um 50 % zurück. In Westeuropa standen die Maisaussaat und damit Ernteerwartungen zur neuen Kampagne im Fokus. Frankreich, Deutschland und Polen steigern den Maisanbau.

In Chicago notierte Mais am Mittag mit 3,12 USD/Bushel um 1,9 % höher als gestern. In Paris sank der Fronttermin auf 164,75 EUR/mt. In den USA lag die Exportinspektion mit 1,217 Mio. mt deutlich über den Handelserwartungen. Für Spannung am Markt sorgten Androhungen der Trump-Regierung, Importzölle auf chinesische Einfuhren zu erhöhen, um China für die zögerliche Einhaltung des Phase1-Abkommens und für die massive Ausbreitung des Corona-Virus außerhalb Chinas abzustrafen, hieß es aus US-Brokerkreisen. Große Unsicherheit besteht darüber, wie stark sich die Corona-Krise auf die Futtermittelnachfrage auswirken wird. Die Coronavirus-Krise wird weiterhin US-Fleischfabriken stilllegen und die Produktion verlangsamen, sagte Tyson Foods Inc. Laut dem Präsidenten von Tyson, Dean Banks, ist die Kapazität in den USA, Schweine zu schlachten, gegenüber der Pandemie um 50 % gesunken. Die US-amerikanische Großhandelskette Costco Wholesale sagte, sie müsse den Verkauf von Fleischartikel an Kunden begrenzen, da sich Lebensmittelgeschäfte auf massive Engpässe bei der Fleischversorgung einstellen müssen. Weniger Schlachtungen bedeutet auch geringere Futtermittelnachfrage, was den Maismarkt belastet. Laut Crop Progress Report waren in den USA 51 % der Maisaussaat abgeschlossen, was 22 % Vorsprung zum Fünf-Jahresmittel bedeutete.

Mais-Kassakurse (Fronttermin)

Körnermmais (handelsüblich)

Parität

EUR/mt

Veränd.

Bordeaux FOB

155,00

0,00

Holland CIF

180,00

0,00

Oldenburg DDP

190,00

0,00

Brake FOT

182,00

0,00

Niederrhein DDP

182,00

0,00

Oberrhein FOB

182,00

0,00

Quelle: Handel

Mehr Maisanbau in Frankreich, Deutschland und Polen
In Westeuropa standen die Mais-Aussaat und damit die Ernteerwartungen zur kommenden Kampagne im Fokus. Nach Handelseinschätzungen wird die EU-Maisernte 2010-21 auf 64,43 Mio. mt veranschlagt, gegenüber 63,27 Mio. mt im Vorjahr, was ein Plus von 1,8 % bedeuten würde. Der Anstieg geht auf das Konto Frankreichs, auch Deutschlands, sowie Polens, während Spanien und Rumänien wegen geringerer Anbauflächen niedrigere Ergebnisse erwarten. Frankreichs Maisernte soll um 12 % auf 14,41 Mio. mt, Polens um 23 % auf 4,15 Mio. mt steigen. Deutschlands Maisernte wird mit 4,61 Mio. mt um 48 % höher als im Vorjahr erwartet, dabei soll Körnermaisanteil stark zulegen. Die Ukraine soll angesichts der Trockenheit nur 34,5 Mio. mt Mais ernten, gegenüber 35,5 Mio.mt im Vorjahr. Entscheidend ist jetzt das Wetter. Frankreichs Wetterdienste erwarten aktuell eine Rückkehr von trockenheißem Wetter über Nordfrankreich und Nordeuropa für die nächsten Tage, was die zuletzt teils ergiebigen Niederschläge wieder aufzehren könnte. Dagegen erwarten Frankreichs Meteorologen intensivere Regenfälle in Südrussland und der Ukraine.

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