Mais: FAO rechnet mit 5,6 % höherer Welternte
5. Juni 2020 um 13:57 ,
Der AUDITOR
In Chicago notierte US-Mais am Mittag mit 3,30 USD/Bushel um 1,2 % fester als gestern. In Paris hielt sich nach Kursanstieg der Fronttermin bei 170,00 EUR/mt. Die von Meteorologen angekündigten weitere Hitzewellen im Süden der USA, in Süd-Russlands und Teilen der Ukraine hatte für Mais keine so durchlagende Wirkung wie für Weizen, weil die neuen Ernten dort noch weit entfernt sind. Der wöchentliche Export von US-Mais lag mit 637.500 mt für 2019-20 und 27.500 mt für 2020-21 im Mittelfeld der Erwartungen des Handels. In 2019-20 exportieren die USA bisher 25,4 Mio. mt Mais, gut 56 % der vom USDA veranschlagten Exportmenge bis Saisonende. Nach Handelseinschätzung werden drei große Maisernten in den USA, Kanada und der Ukraine für reichliches Überangebot bei Mais sorgen. Die US-Maisernte könnte 406,3 Mio. mt erreichen, was ein Plus von 60 Mio. mt gegenüber Vorjahr wäre. Kanadas Maisernte soll um 16 % auf 15,6 Mio. mt zulegen. Die ukrainische Maisproduktion dürfte um 2,1 auf 37,3 Mio. mt steigen. Laut FAO wird sich die Welt-Maisproduktion in 2020-21 um 5,6 % auf 1,207 Mrd. mt erhöhen. Die Welt-Maisbestände werden sich nach FAO um 37 auf 200 Mio. mt aufbauen. Dabei rechnet der Handel mit langsam steigender Ethanol-Nachfrage in den Industriestaaten, während die Entwicklung der Futtermittelnachfrage wegen geringerem Fleischverbrauchs in vielen Ländern Pandemie-bedingt zurückgehen soll. Dies dämpft die Verbrauchserwartungen bei Mais.
Mais-Kassakurse (Fronttermin)
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Körnermmais (handelsüblich) |
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Parität |
EUR/mt |
Veränd. |
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Bordeaux FOB |
164,00 |
2,00 |
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Holland CIF |
186,00 |
0,00 |
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Oldenburg DDP |
190,00 |
0,00 |
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Brake FOT |
184,00 |
0,00 |
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Niederrhein DDP |
184,00 |
0,00 |
|
Oberrhein FOB |
182,00 |
0,00 |
Quelle: Handel
Gerstenernte in Spanien setzt Maisimportbedarf saisontypisch zurück
Trotzdem sind die Maispreise in den USA, Brasilien und am Schwarzmeer gestiegen. In Brasilien sorgt der Kursanstieg beim Real für steigende Maispreise, wovon US-Maisexporteure wegen der Kursschwäche beim US-Dollar derzeit profitieren. Ein wichtiger Faktor bleibt der Rohölpreis, der sich seit Mitte April von 20 auf nahezu 40 USD/Barrel verdoppelt hat. Bei der OPEC gibt es nur eine vorläufige Einigung zwischen Saudi-Arabien und Russland sowie einigen anderen OPEC-Ländern über eine einmonatige Verlängerung der für Mai und Juni vereinbarten Kürzungen. Der Irak, Nigeria und Kasachstan haben sich nicht an die Kürzungen gehalten. Insofern dürfte der Aufwärtstrend beim Rohöl langsamer erfolgen, vorausgesetzt, es gibt keine zweite Covid19-Pandemiewelle. Maisimporteure in Spanien, Italien und den Niederlanden profitieren zwar vom gestiegenen Eurokurs, was den Kaufanreiz für Mais steigerte. In Spanien läuft die Gerstenernte, die für Futtermittelhersteller aber die preiswertere Futtergrundlage direkt vom Feld bietet.