Mais: Fake-News über Exportstopp in der Ukraine
23. März 2020 um 14:56 ,
Der AUDITOR
Auch die Preise am Futtermittelsektor haben spürbar angezogen. Ähnlich wie bei der Mühlenindustrie haben die Futtermittelwerke ihren Nachschub hochgesetzt, um möglichen Beschränkungen im Lieferverkehr vorzubeugen. Nachdem die Autoindustrie ihre Produktion herunter fährt, hat der Frachtverkehr zwar auf den Autobahnen abgenommen. Aber die Speditionen fahren mit deutlich weniger Kapazität, weil LKW-Fahrer aus der Ost-EU tunlichst Quarantänen vermeiden und Ansteckungen keinesfalls riskieren wollen. Anders als beim Mehl- und Teigwarengeschäft gab es bei Körnermais noch keine Versorgungsengpässe. Der Preisanstieg bei Körnermais hat weitere Gründe: Erstens ist der Eurokurs unter 1,07 USD/EUR gefallen, was ukrainischen und brasilianischen Importmais verteuert, soweit dieser überhaupt aus Südamerika wegen Streiks von Lagerarbeitern und LKW-Fahrern verfügbar ist. In der Ukraine hat der Maisexport letzte Woche auf 835.000 mt zugenommen, wobei zwei Schiffe nach China verladen wurden. Gerüchte, dass die Ukraine ihre Agrarexporte wegen Quarantäne und Exportbegrenzung von Grundnahrungsmitteln einschränken will, bestätigten sich nicht. "Auf Geflügelfleisch, Getreide, Pflanzenöl und andere Waren, bei denen die Ukraine bei Weltexporten führend ist, wird ein solches Verbot unter keinen Umständen verhängt“, sagte Taras Kachka, stellvertretender Minister für wirtschaftliche Entwicklung, Handel und Landwirtschaft in der Ukraine. In Süd-Oldenburg kaufte die Kraftfutterindustrie zuletzt Futterweizen für 199 EUR/mt DDP, Mais kostete um 192 EUR/mt.
Mais-Kassakurse (Fronttermin)
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Körnermmais (handelsüblich) |
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Parität |
EUR/mt |
Veränd. |
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Bordeaux FOB |
163,00 |
3,00 |
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La Pallice FOB |
162,00 |
3,00 |
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Holland CIF |
186,00 |
2,00 |
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Oldenburg DDP |
192,00 |
2,00 |
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Brake FOT |
188,00 |
5,00 |
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Niederrhein DDP |
188,00 |
5,00 |
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Oberrhein FOB |
182,00 |
0,00 |
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Ukraine FOB |
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Quelle: Handel
Rohöl sinkt auf tiefsten Stand seit 17 Jahren
International war von Interesse, dass China von den USA 340.000 mt HRW-Weizen, gut 756.000 mt US-Mais und 110.000 mt US-Sojabohnen kaufte, was als ein Comeback der Handelsbeziehungen mit Erfüllung des Phase-1-Deals gewertet wurde. Dämpfend wirkte die Tatsache, dass sich in den USA der US-Senat nicht auf ein Rettungspaket zur Linderung der Pandemie-Folgen einigen konnte. Der Rohölmarkt ist weiter gefallen und notierte am Morgen bei Brent mit 26,30 USD/Barrel und WTI von 22,90 USD/Barrel erneut um 3,3 US-Dollar niedriger. Belastet wurde der Markt durch die Nachricht, dass Russland seine Rohöl-Fördermengen weiter ausweiten wird. Moskau zielt darauf ab, der US-Frackingindustrie einen schweren Stoß zu versetzen und dadurch das Rohölangebot auf dem Weltmarkt zu verringern. Die Rohölpreise erreichten den tiefsten Stand seit 17 Jahren. Die sinkende Ethanolproduktion in den USA lässt die DDGS (Dried Distillers Grains with Solubles) Vorräte kräftig schrumpfen, was deren Preise weltweit treibt. Immer mehr Ethanolwerke müssen wegen hoher Verluste die Anlagen schließen.