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Mais: EU steuert auf noch höhere Mais-Importe zu

15. Juni 2020 14:27, Der AUDITOR
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PARIS. Mais notierte in den USA leicht, in Westeuropa deutlich preiswerter. In den USA sorgten die Ausläufer vom Tropensturm Cristobal für gute Bodenfeuchten in den US-Mais-Hochburgen Missouri, Iowa und Wisconsins. In Westeuropa dürften die Unwetter mit Regen den Jungpflanzen nur bei extremem Starkregen geschadet haben. Auch in Westeuropa und am Schwarzmeer wachsen deutlich höhere Maisernten heran. Vom Futtermittelsektor gab es wenig neue Impulse, Schweinefleisch tendierte leicht fester.

In Chicago notierte US-Mais am Vormittag mit 3,29 USD/Bushel um 0,4 % schwächer als letzten Freitag. In Paris sank der Fronttermin um 2,0 % auf 165,50 EUR/mt. In den USA berichteten US-Broker, dass Tropensturm Cristobal für gute Bodenfeuchten in den US-Bundesstaaten Missouri, Iowa und Wisconsins gesorgt hatte, was Chicago mit leichten Kursverlusten bei Mais abstrafte. Der WASDE-Report vor dem Wochenende war von einer gegenüber Vorjahr 6,7 % höheren Welt-Maisernte von 1,189 Mrd. mt ausgegangen, mit um 17,1 % höher veranschlagten US-Maisernte. Auch die kommende Maisernte Brasiliens soll um 5,9 % zunehmen. Mit Blick auf Westeuropa soll die EU-Maisernte um 3,0 % auf 66,3 Mio. mt und die in der Ukraine um 8,7 % auf 35,89 Mio. mt zulegen. Für die USA und den Schwarzmeerraum ergibt sich, abgesehen von der kleinen russischen Maisernte, ein um 5 Mio. mt höheres Maisangebot. Weltweit unterstellt das USDA 2020-21 einen Verbrauchsanstieg um 3,8 % auf 1,163 Mrd. mt, während in der Saison zuvor der Verbrauch um 2,1 % auf 1,121 Mrd. mt einbrach. In der EU-28 soll der Verbrauch um 4,3 % auf 87 Mio. mt steigen, was um 1,5 auf 23 Mio. mt steigende Maisimporte erforderlich macht.

Mais-Kassakurse (Fronttermin)

Körnermmais (handelsüblich)

Parität

EUR/mt

Veränd.

Bordeaux FOB

162,00

0,00

Holland CIF

186,00

0,00

Oldenburg DDP

190,00

0,00

Brake FOT

184,00

0,00

Niederrhein DDP

184,00

0,00

Oberrhein FOB

182,00

0,00

Quelle: Handel

Regen kommt dem Mais abgesehen von Überschwemmungen zugute
Unwetter mit Starkregen, Hagel und Sturm wüteten seit Freitag über weiten Teilen Frankreichs, Deutschlands und Polens, was mit Niederschlagsmengen von 20 bis 60 l/qm, lokal von sogar 100 l/qm, für begrenzte Nässe- und Überschwemmungsschäden geführt haben dürfte. Auch soll es die Woche regnerisch bleiben, was dem Maisanbau in zu trockenen Gebieten zugutekommen dürfte. Vom Futtermittelsektor und auch vom Schweinefleischmarkt gab es wenig Veränderungen. Schweinefleisch notierte bei der ISN mit durchschnittlich 1,74 EUR/kg SG um 2 Cent fester als zum Vortag. Polnischer Mais soll um 158 EUR/mt EXW Slaski und 170 EUR/mt EXW Zachodni angeboten werden. Die Exportpreise für ukrainischen Mais zur neuen Ernte wurden vom Handel unverändert mit 145 USD/mt Fob Odessa angegeben.

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