Mais: EU-Mais-Importsteuer verdoppelt sich fast

7. Mai 2020 um 14:31 , Der AUDITOR
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PARIS. Der Maismarkt dümpelte ohne nennenswerte Preisausbrüche dahin. In den USA konnte zwar die Ethanolproduktion wieder zulegen, jedoch auf 42 % niedrigerem Niveau als im Vorjahr. Das gigantische Schlachtunternehmen von Tyson in Waterloo (Iowa) nahm die Produktion wieder auf, was den Futtermittel- und Maismarkt stützte. Die Rohölpreise kommen nur leicht in Fahrt, die Aussichten bleiben laut Analysten eher trübe. Brüssel hob die Importsteuer auf Drittlandmais von 5,27 auf 10,40 EUR/mt an.

In Chicago notierte Mais am Mittag mit 3,13 USD/Bushel um 0,4 % schwächer als gestern. In Paris blieb der Fronttermin bei 164,75 EUR/mt fast stehen. Der französische und deutsche Kassamarkt zeigte kaum Preisänderung. In den USA sorgten Frost-Vorhersagen für leichte Spannungen in Chicago, können Maissämlinge keine Fröste vertragen. Laut Crop Progress Report waren in den USA 51 % der Maisaussaat abgeschlossen, was 22 % Vorsprung zum Fünf-Jahresmittel bedeutete, möglichen Frösten mehr Angriffsfläche bieten würde. Die Bloomberg-Umfrage beim Handel ergab, dass die US-Mais-Endbestände für 2020-21 auf 3,41 Mrd. Bushel vorgeschätzt wurden, die für 2019-20 mit 2.278 Mrd. Bushel um 8,8 % die Aprilprognose von 2,092 Mrd. Bushel übertreffen könnten. Zwar legte der Maisverbrauch über eine um 61.000 Barrel auf 598.000 Barrel/Tag gestiegene Ethanolproduktion wieder zu, auch die US-Ethanol-Lagerbestände entfernten sich vom Rekord-Höchststand wieder auf 25,6 Mio. Barrel. Aber der Handel erwartete, dass die US-Farmer, angesichts des maroden Rohölmarktes und fehlender Nachfrage Chinas, mehr zum Sojaanbau umschwenken werden. Auch wurden in den USA seit der Corona-Krise 70 Ethanol-Anlagen geschlossen, was 1 Mio. mt weniger Maisverarbeitung pro Woche bedeutet. Die Nachricht, dass das Schlachtunternehmen von Tyson in Waterloo in Iowa, bei dem 19.500 Schweine am Tag geschlachtet werden, wieder in Betrieb genommen wurde, stützte den Futtermittel- und Maismarkt.

Mais-Kassakurse (Fronttermin)

Körnermmais (handelsüblich)

Parität

EUR/mt

Veränd.

Bordeaux FOB

155,00

0,00

Holland CIF

180,00

0,00

Oldenburg DDP

190,00

0,00

Brake FOT

182,00

0,00

Niederrhein DDP

182,00

0,00

Oberrhein FOB

182,00

0,00

Quelle: Handel

Rohölmarkt verliert wieder leicht
Keine Unterstützung lieferte der Rohölmarkt über den Ethanolpreis für Mais. WTI sank am Morgen um 0,9 % auf 24,1 USD/Barrel, Brent um 3 % auf 29,8 USD/Barrel. Nach Einschätzung von Rystad Energy wird sich das globale Ungleichgewicht zwischen Rohölangebot und -nachfrage im Mai auf 13,6 Mio. Barrel/Tag halbieren. Im Juni dürfte der Überhang auf 6,1 Mio. Barrel/Tag abschmelzen. Bei Morgan Stanley rechnet man damit, dass sich die weltweite Rohölnachfrage nur langsam vom Tiefststand im April erholen wird, liegen die Kurserwartungen für Spätherbst bei 35 USD/Barrel Rohöl. In Westeuropa stabilisierten sich die Maispreise, hob Brüssel die Importsteuer auf Drittlandmais von 5,27 auf 10,40 EUR/mt an. Laut französischem Handel konkurriert inländischer Mais unmittelbar mit ukrainischen Ursprüngen, die EU-weit gesehen mit 10,78 Mio. mt gut 61,7 % Anteil am Gesamt-Maisimport von 17,47 Mio. mt bisher hatten. Mais behielt seine gute Wettbewerbsfähigkeit gegenüber relativ teurem Weizen. 

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