Mais: Erholung der Fleischnachfrage und Rohölpreise in Sicht

6. Mai 2020 um 14:13 , Der AUDITOR
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PARIS. Der Maismarkt tendierte in den USA leicht fester, in Westeuropa und am Schwarzmeer seitwärts. In den USA treiben Hoffnungen über eine Erholung der Fleischnachfrage, auch wieder ansteigende Rohölpreise, nicht zuletzt wegen Lockerungen beim Lockdown, den Maismarkt. Noch im Mai dürfte die stark eingebrochene Ethanolverarbeitung und kaum Exportchancen nach China den Markt niedrighalten. Ab Juni könnte sich das Blatt mit steigenden Rohölpreisen wenden.

In Chicago notierte Mais am Mittag mit 3,14 USD/Bushel um 0,6 % fester als gestern. In Paris blieb der Fronttermin bei 165,00 EUR/mt nahezu stehen. In den USA belasteten neue Zahlen vom Ethanolsektor den Markt. Danach waren in den USA bundesweit 70 Ethanol-Anlagen geschlossen, was 1 Mio. mt weniger Maisverarbeitung pro Woche zur Folge hat. Dadurch bauen sich Maisbestände in den USA auf, hieß es. Der zweite Marktfaktor für US-Mais betrifft den Futtermittelsektor und die Fleischnachfrage. Die US-amerikanischen Schlachtbetriebe nehmen ihre Arbeit langsam wieder auf. Tyson Foods Inc wird morgen die Produktion in seinem größten US-amerikanischen Schweinefleischwerk in Waterloo (Iowa) wieder aufnehmen, teilte das Unternehmen mit. Die US- Großhandelskette Costco Wholesale hatte am Montag mitgeteilt, den Verkauf von Fleischartikel an Kunden begrenzen zu müssen, da den Lebensmittelgeschäften massive Engpässe bei der Fleischversorgung drohten. Auch in den USA schwenkt die Trump-Regierung auf weitere Lockerungen beim Lockdown ein. Laut US-Handelsministerium stieg das Handelsbilanzdefizit im April um 11,6 % auf 44,4 Mrd. US-Dollar, dem höchsten Anstieg seit Dezember 2018. USA und Großbritannien haben gestern formelle Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen aufgenommen, bei dem auch US-Agrarerzeugnisse im Vordergrund stehen.

Mais-Kassakurse (Fronttermin)

Körnermmais (handelsüblich)

Parität

EUR/mt

Veränd.

Bordeaux FOB

155,00

0,00

Holland CIF

180,00

0,00

Oldenburg DDP

190,00

0,00

Brake FOT

182,00

0,00

Niederrhein DDP

182,00

0,00

Oberrhein FOB

182,00

0,00

Quelle: Handel

Rohölmarkt dürfte Mais langsam stützen
Etwas Unterstützung liefert der Rohölmarkt über den Ethanolpreis für Mais. Mit Verwunderung beobachtet der Handel den Rohölpreisanstieg der letzten Tage, wobei der gemittelte Kurs seit 22. April bis heute um immer 89,6 % wieder zulegte. Der Ölhandel ging davon aus, dass sich die zunehmende Nachfrage durch Lockerungen beim Lockdown und die stark verringerte Ölförderung einander im Juni angleichen werden und zum Jahresende sogar ein Bestandsabbau eintreten könnte, sofern die OPEC-Länder die Drosselungen auch durchführen. Dies würde auch den US-Ethanolsektor bereits im Juni unterstützen. In Westeuropa standen Maisaussaat und Ernteerwartungen im Fokus. Nach Handelseinschätzungen wird die EU-Maisernte 2010-21 auf 64,43 Mio. mt veranschlagt, gegenüber 63,27 Mio. mt im Vorjahr, was ein Plus von 1,8 % wäre. Frankreichs Maisernte soll um 12 % auf 14,41 Mio. mt, Polens um 23 % auf 4,15 Mio. mt steigen. Deutschlands Maisernte wird mit 4,61 Mio. mt um 48 % höher als im Vorjahr erwartet. Die Ukraine soll angesichts der Trockenheit nur 34,5 Mio. mt Mais ernten, gegenüber 35,5 Mio. mt im Vorjahr. 

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