Mais: Chinas Pläne in Argentinien
19. August 2019 um 10:36 ,
Der AUDITOR
In Chicago tendierte Mais zum Wochenstart beim Fronttermin mit 366,00 US-Dollar je Bushel um 3,50 US-Dollar fester als letzten Freitag. Dabei gab es in den USA keine neuen Entwicklungen, die den Markt aufhellen könnten. Der Commitment of Traders-Report zeigte am letzten Freitag in Chicago einen Einbruch der Netto-Long-Positionen um 45 % auf 44.513 Kontrakte zur Vorwoche, teilten Experten von Brugler Marketing & Management mit. Der letztwöchige USDA-Exportbericht bei US-Mais war bearish, erreichte der Export aus alter Ernte nur 56.149 mt und aus neuer 307.591 mt. Druck kam vom Ethanolmarkt. Der letzte UVP-Report zeigte zwar eine um 5.000 Barrel höhere US-Ethanolproduktion von 1,045 Mio. Barrel je Tag, jedoch stiegen die US-Ethanolvorräte um 766.000 Barrel auf 13,883 Mio. Barrel. Der Handel wartet mit Spannung auf das Ergebnis der Pro Farmer's Tour, die im Wochenverlauf mehr Klarheit über das Ertragspotenzial im Maisgürtel geben dürfte. Die unterschiedliche Maisreife erschwert die Schätzungen in den USA.
Pessimistisch stimmten den US-Handel die Entwicklungen in Südamerika. Danach stimulieren der gefallene Peso in Argentinien und der schwache Real in Brasilien höhere Anbauziele der Farmer bei Mais. In Argentinien war die Prämie von 20 Cent je Bushel über der Notierung in Chicago, die einen Tiefpunkt des Marktes reflektierte, bereits wieder deutlich angestiegen und hatte nahezu doppelte Höhe erreicht. Mehr noch: Chinas Staatsunternehmen UDP hat vorgeschlagen, Argentiniens wichtigste Wasserstraße, den Rio Paraná, für größere Schiffe befahrbar zu machen, was eine Vertiefung des Flussbetts erfordert. Das wäre ein gigantisches Projekt, müsste der Flussverlauf in Paraguay und Argentinien mindestens auf 600 km Länge ausgebaut werden. Dadurch würde Argentinien einen Wettbewerbsvorteil gegenüber den USA und selbst Brasilien erfahren. Denn 80 % der Fracht von Mais, Sojabohnen und anderen agrarischen Produkten könnte frachtgünstig nach China verladen werden. In Brasilien erreichten die Maisexporte in der ersten Augustdekade 2,94 Mio. mt, im Vergleich zu 0,8 Mio. mt im Vorjahr. Damit dürfte das Exportergebnis von Juli mit 6,32 Mio. mt brasilianischem Mais noch deutlich übertreffen werden. Jedoch kann Argentinien weiterhin extrem günstig Mais exportieren. Dies zwingt Exporteure in den USA und in der Ukraine zu aggressiven Preisangeboten, so der US-Handel.
In Westeuropa verlor Mais am Kassamarkt kräftig. Dabei wurden in Frankreich nur 163 EUR/mt FOB Bordeaux mitgeteilt. Am Oberrhein kostete Körnermais 178 EUR/mt, am Niederrhein 181 EUR/mt FRANKO Verarbeiter. Laut FranceAgriMer stabilisierte sich der Maisbestand Frankreichs wegen verbesserter Bodenfeuchten etwas. Der französische Analyst Tallage hob seine EU-Maisprognose um 0,5 Mio. mt auf 62,7 Mio. mt an, bedingt durch höhere Ernten Südosteuropas. Am Schwarzmeer sank der Exportpreis für ukrainischen Mais auf 143,75 EUR/mt CPT Ukraine. Der Handel rechnet angesichts der hohen Ernteerwartung von 36,5 Mio. mt mit weiterem Preisdruck.
Mais-Kassakurse (Fronttermin)
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Mais (handelsüblich) FOB, DAP |
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Parität |
EUR/mt |
Veränd. |
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Bordeaux |
163,00 |
-4,00 |
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La Pallice |
162,00 |
-4,00 |
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Holland |
187,00 |
-3,00 |
|
Oldenburg |
188,00 |
-5,00 |
|
Niederrhein |
181,00 |
-4,00 |
|
Oberrhein |
178,00 |
-5,00 |
|
Ukraine |
141,60 |
-2,15 |
|
Russland |
- |
- |
|
Argentinien |
- |
- |
|
Brasilien |
- |
- |
EU-Maisernte 2019-20 (Prognose)
|
EU-Maisernte (1.000 mt) |
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Länder |
2019/20 |
2018/19 |
|
Frankreich |
13.100,0 |
14.4916,0 |
|
Deutschland |
4.190,0 |
4.541,0 |
|
Italien |
5.826 |
6.110 |
|
Spanien |
3.360 |
3.800 |
|
Polen |
3.750 |
3.840 |
|
Ungarn |
8.370 |
8.665 |
|
Rumänien |
11.450 |
12.000 |
|
Bulgarien |
2.900 |
3.077 |
|
EU-28 |
64.800 |
62.754 |
Welt-Maisernte 2019-20 (Prognose)
|
EU-Maisernte (1.000 mt) |
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|
Länder |
2019/20 |
2018/19 |
|
USA |
353.900 |
366.300 |
|
Argentinien |
56.000 |
49.000 |
|
Brasilien |
103.000 |
101.000 |
|
China |
254.000 |
257.300 |
|
Südafrika |
14.000 |
11.500 |
|
Ukraine |
36.500 |
35.800 |
|
EU-28 |
64.800 |
62.754 |
|
Welt |
1.108.240 |
1.123.020 |
Quelle: Handel, USDA, EU-Kommission u.a.