Mais: China und EU schwenken auf US-Mais um

27. März 2020 um 14:03 , Der AUDITOR
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PARIS. Der Maismarkt drehte in den USA leicht nach oben, gab in der EU etwas nach, was mit dem festeren Kursverlauf beim Euro zusammenhing. Die Liefersicherheit von Mais in die EU aus Argentinien und vermehrt aus Brasilien stellt der Handel in Frage, weil die Lieferketten in Südamerika durchzunehmende Quarantänen wegen der Covid19-Pandemie unterbrochen werden und Hafenarbeiter sich sträuben, wegen geeigneter Schutzmaßnahmen Verladungen vorzunehmen. Der Handel rät, mehr Mais aus den USA zu importieren.

Die Maismärkte schlossen in Chicago etwas fester, in Paris spürbar schwächer. Dabei unterstützte der Wochenexport von US-Mais mit 1.814.300 mt um 81 % über dem Vierwochenmittel den Maismarkt, davon entfielen 756.000 mt auf China. In den USA meldete die Energiebehörde EIA einen Rückgang der Ethanolproduktion um 30.000 Barrel auf 1,005 Mio. Barrel/Tag, die US-Ethanolbestände fielen um 458.000 Barrel auf 24,14 Mio. Barrel. Dies bedeutet um 1,3 % gestiegene US-Ethanolbestände zum Vorjahr. Gestützt wurde der Mais durch höhere Handelseinschätzungen bei den US-Schweinebeständen, die laut Bloomberg-Umfrage zum 1. März um 3,5 % höher als im Vorjahr erwartet werden. Im Fokus standen Lieferunterbrechungen in Argentinien, wo mehr als 70 Kommunen Maßnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus durchgesetzt haben, indem sie Transportwege kontrollierten und damit Lieferung von Mais an die Verarbeitungsbetriebe verzögern. Wegen steigender Fallzahlen beim Corona-Virus nimmt die Unsicherheit in Form von Lieferschwierigkeiten in Argentiniens Hafenbetrieben wieder zu. Weil chinesische Verarbeitungsbetriebe Versorgungsengpässe wegen Lieferverzögerungen auch aus Brasilien erwarten, kauft Peking wieder vermehrt Mais in den USA.

Mais-Kassakurse (Fronttermin)

Körnermmais (handelsüblich)

Parität

EUR/mt

Veränd.

Bordeaux FOB

163,00

-2,00

La Pallice FOB

163,00

-2,00

Holland CIF

184,00

0,00

Oldenburg DDP

190,00

0,00

Brake FOT

184,00

0,00

Niederrhein DDP

186,00

0,00

Oberrhein FOB

182,00

0,00

Ukraine FOB

-

-

Quelle: Handel

Schiffsankünfte werden im April für Mais sinken
Auch der EU-Maismarkt ist von rückläufigen Importen aus Argentinien und Brasilien betroffen. Weil die Regierungen dort wenig für Schutzmaßnahmen gegen die Ausbreitung der Covid19-Pandemie unternommen haben, erliegt der Exporthandel an den brasilianischen Exporthäfen Santos und Paranagua, weil Hafen- und Lagerarbeiter streiken oder wegen Ansteckungsgefahr der Arbeit fernbleiben. Die Kraftfutterindustrie muss sich daher verstärkt auf das EU-Binnenangebot ausrichten, was bei Mais eindeutig zu klein ist, wird der EU-Importbedarf 2019-20 vom Großhandel auf 21 Mio. mt geschätzt. Der Handel rät deshalb, mehr Mais aus den USA zu importieren. Dies auch vor dem Hintergrund, weil die kommende US-Maisernte kräftig steigen dürfte. Der IGC erhöhte seine Prognose zur Welt-Maisernte auf 1.157,3 Mio. mt, gut 3,6 % über dem Vorjahr. Dabei soll die EU rund 68,2 Mio. mt produzieren, Frankreich 14,9, Rumänien 14,0 und Deutschland 4,3 Mio. mt. In den USA soll danach die Maisproduktion um 11,7 % auf 388,8 Mio. mt zulegen.

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