Mais: Brasiliens währungsbedingte Exportvorteile schmelzen ab

28. Mai 2020 um 14:33 , Der AUDITOR
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PARIS. Mais tendierte an den Terminbörsen in Chicago und Paris leicht fester. Die Exporterwartungen für Mais und Ethanol aus den USA nach China haben sich nach Handelseinschätzungen wegen des Hongkong-Konfliktes wieder verschlechtert. Keine Preisunterstützung kam vom Rohöl. In Brasilien wird der Maisexport durch steigenden Real erschwert. Die Ukraine hält den Maispreis hoch. Bei uns legt Mais etwas zu.

In Chicago notierte US-Mais am Mittag mit 3,21 USD/Bushel um 0,3 % fester als gestern. In Paris legte der Fronttermin um 0,4 % auf 168,00 EUR/mt zu. In den USA stabilisierte das abgebremste Aussaattempo bei Mais die Kurse in Chicago. Zurück lag die Maisaussaat besonders in Nord Dakota, wo nur 57 % Fortgang, gegenüber 79 % im Mittel, registriert wurde. In den USA übertraf der Anbaufortschritt aber trotzdem das vierjährige Mittel um 6 %. Die Exporterwartungen für Mais und Ethanol nach China haben sich nach Handelseinschätzungen wieder verschlechtert. Im Konflikt um den Sonderstatus von Hongkong hat sich der Ton verschärft. Peking beabsichtigt, viele Sonderrechte abzuschaffen oder zu untergraben. Die USA haben indes bei den Vereinten Nationen eine außerordentliche Sitzung des UN-Sicherheitsrats über Chinas Pläne für ein umstrittenes Sicherheitsgesetz für Hongkong beantragt. Vom Rohöl- und Ethanolmarkt erhielt Mais keine Unterstützungen. Die Rohöl-Sorte Brent brach um 5 % auf 34,2 USD/Barrel und WTI um 6,7 % auf 31,8 USD/Barrel ein. Grund war ein gigantischer Aufbau der US-Lagervorräte bei Rohöl-, Heizöl- und Benzin laut API-Daten um 16,7 Mio. Barrel zur Vorwoche, was von offiziellen DOE-Zahlen heute Abend allerdings noch bestätigt werden muss.

Mais-Kassakurse (Fronttermin)

Körnermmais (handelsüblich)

Parität

EUR/mt

Veränd.

Bordeaux FOB

162,00

0,00

Holland CIF

186,00

4,00

Oldenburg DDP

190,00

0,00

Brake FOT

184,00

2,00

Niederrhein DDP

184,00

2,00

Oberrhein FOB

182,00

0,00

Quelle: Handel

Ukraine hält den Maispreis hoch
Brasilianische Analysten senkten die Erwartungen für die zweite Maisernte um 3 auf 71,7 Mio. mt. Das US-Agrarministerium ging zuletzt noch von 75 Mio. mt aus. Trockenschäden in Teilen Brasiliens sind die Gründe. In Brasilien wird der Maisexport zunehmend durch wieder gestiegenen Real erschwert. Zudem belastet eine extrem hohe Covid19-Infektionsrate Brasiliens Wirtschaft und auch den Betrieb der Lagezonen in den Exporthäfen wie Paranagua. In Deutschland kommt die Aussaat langsam zum Ende. Das Deutsche Maiskomitee hat Anbauberater zum aktuellen Entwicklungsstand befragt. Demnach bereitet die Trockenheit derzeit nur in manchen Regionen Probleme. Die frostigen Temperaturen haben die jungen Pflanzen teilweise leicht geschädigt, dennoch gehen die Experten von einer weitgehenden Erholung aus. In der Ukraine haben sich die Maispreise weiter befestigt, angeblich wegen begrenzter Verfügbarkeit von Mais. Niedrige Temperaturen verzögern das Wachstum der Maispflanzen, liegt die Aussaatfläche mit 5,3 Mio. ha um 8,1 % über dem Vorjahr. Je nach Rohpreisentwicklung dürfte Mais eher seitwärts tendieren.

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