Mais: Brasiliens Fleischverarbeiter in heftiger Kritik

10. Juni 2020 um 14:36 , Der AUDITOR
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PARIS. Mais tendierte in Chicago und in Paris schwächer, auch am Schwarzmeer gab Mais nach. In den USA werden mit Blick auf den morgigen WASDE-Report höhere US-Maisbestände erwartet, wodurch die Kurse in Chicago unter Druck gerieten. Brasiliens Fleischverarbeitung steht in der Kritik wegen zunehmend höherer bestätigter Covid19-Fälle in den Betrieben. Die Ernteerwartungen für EU-Mais sind gestiegen. Der ukrainische Handel senkte die Maispreise zur kommenden Ernte.

In Chicago notierte US-Mais am Mittag mit 3,26 USD/Bushel um 1,9 % schwächer als gestern. In Paris lag der Fronttermin um 0,3 % niedriger bei 169,00 EUR/mt. In den USA standen Handelseinschätzungen zum morgigen WASDE Report und das Wetter in den USA im Vordergrund. Mit Blick auf den WASDE-Report erwartet der US-Handel laut Wall Street Journal-Umfrage eine US-Maisernte von 15,924 Mrd. Bushel, im Mai hatte das USDA noch 15,995 Mrd. Bushel veranschlagt. Die US-Maisendbestände zur Ernte werden auf 3,360 Mrd. Bushel gegenüber 3,318 Mrd. im Vormonat geschätzt. Dies setzte die Maiskurse in Chicago unter Druck. Der Tropen-Sturm "Cristobal" hat sich abgeschwächt. Der National Weather Service hat seine Starkregen- und Überschwemmungs-Warnungen bis auf Gebiete in Central Iowa zurückgenommen. Die US-Maisaussaat war zu 97 % abgeschlossen. Für Empörung sorgte, dass der brasilianische Fleischverarbeitungskonzern JBS von einem Gericht in Rondônia die Erlaubnis erhielt, eine Rindfleischfabrik wieder zu eröffnen, selbst nachdem 266 Mitarbeiter dort laut Staatsanwaltschaft auf COVID-19 positiv getestet worden waren. Über 60 % der in der Stadt infizierten Menschen sind bei JBS beschäftigt, teilten US-Broker mit. 

Die Ernteerwartungen für EU-Mais sind gestiegen
In Frankreich blieb Körnermais am Kassamarkt unverändert stehen. Dabei sorgen zwar geringere Grünfutterenten für mehr Zukaufbedarf von Körnermais. Aber in Spanien und Italien laufen die Futtergersten, wodurch weniger Zukaufbedarf für Mais entsteht. Auch die höheren Niederschläge von Frankreich bis nach Polen verbessern das Wachstum der jungen Maispflanzen, auch wenn die Temperaturen zuletzt gefallen sind. Polnischer Mais soll um 158 EUR/mt EXW Slaski und 170 EUR/mt EXW Zachodni angeboten werden. Die Exportpreise für ukrainischen Mais zur neuen Ernte wurden vom Handel mit 145 USD/mt Fob Odessa angegeben. In der Ukraine wird eine Maisernte von gut 38 bis 39 Mio. mt gegenüber 35,9 Mio. mt im Vorjahr erwartet. Die Ernteerwartungen für die EU sind gestiegen. Aktuell sei mit 66,8 Mio. mt Mais gegenüber 64,9 Mio. mt im Vorjahr zurechnen, was ein Plus von 2,9 % zum Vorjahr bedeuten würde. Frankreichs Maisernte soll von 12,8 Mio. mt im Vorjahr auf 15,4 Mio. mt steigen. Für Deutschland erwartet der Verband einen Anstieg von 3,1 auf 4,6 Mio. mt. Dadurch dürfte rein rechnerisch der Importbedarf für Mais in die EU, besonders nach Spanien, Italien und die Niederlande um wenigstens 2,6 Mio. mt zurückgehen. Die schwierigen Witterungsbedingungen bei der Aussaat des Wintergetreides hatte eine Ausweitung der Maisanbaufläche zur Folge. Diese beläuft sich auf 9,2 Mio. ha nach 8,6 Mio. ha im Vorjahr.

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