Mais: Brasiliens Farmer reiben sich wegen rekordhoher Preise die Hände

8. April 2020 um 17:30 , Der AUDITOR
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PARIS. Der Maismarkt konnte in den USA und in Westeuropa nur leicht zulegen. Dabei belastet die gigantische Rohölschwemme in Folge des extremen Lieferausfalls durch die Covid19-Pandemie den Ethanol-Sektor arg, was die Maispreise in den USA seit Wochen auf den Boden drückt. In Brasilien können sich Mais-Farmer wegen der Realabwertung von 12 % die Hände über rekordhohe Maispreise im Inland reiben, bereits kauft der Handel im Nachbarland Argentinien deutlich billiger.

Der Maismarkt zeigte nur wenig Erholungstendenzen in den USA und Westeuropa. Dabei überwog die Skepsis, dass der desolate Rohölmarkt durch den erheblichen Nachfrageausfall aufgrund der weltweiten Covid19-Pandemie bei der OPEC-Plus-Video-Konferenz am Donnerstag durch verringerten Rohölausstoß, die Rede ist von 10 Mio. Barrel/Tag, korrigiert werden könnte. Denn der Handel bezifferte den Nachfragerückgang auf 20 bis 30 Mio. Barrel/Tag. Der Rohölüberschuss bleibt in jedem Fall erhalten, was den Maismarkt über den Ethanolsektor weiterhin stark belastet. In den USA stiegen die Ethanolbestände weiter an, obwohl die Produktion stark verringert wurde. Seit Wochen machen Ethanolwerke in den USA dicht, weil Absatz und Margen fehlen. Die Exportinspektion lag mit 1.271.000 mt US-Mais nur marginal über der Vorwoche. Mit Blick auf den WASDE-Report am Donnerstag erwartet der Handel US-Maisbestände von 1,990 bis 2,004 Mrd. Bushel, gegenüber 1,892 Mrd. im Vormonat. Die Welt-Maisendbestände werden vom Handel bei 298,50 gegenüber 297,34 Mio. mt im Märzbericht gesehen.

Mais-Kassakurse (Fronttermin)

Körnermmais (handelsüblich)

Parität

EUR/mt

Veränd.

Bordeaux FOB

162,00

0,00

La Pallice FOB

162,00

0,00

Holland CIF

183,00

1,00

Oldenburg DDP

190,00

0,00

Brake FOT

183,00

1,00

Niederrhein DDP

182,00

0,00

Oberrhein FOB

180,00

0,00

Ukraine FOB

-

-

Quelle: Handel

Brasiliens Farmer profitieren von hohen Maispreisen
In Brasilien profitieren die Mais-Farmer trotz Covid19-Pandemie von rekordhohen Erzeugerpreisen für Mais, weil die zweite Maisernte wegen verspäteter Aussaat geringer ausgefallen dürfte als erwartet und zudem die Abwertung des brasilianischen Reals um mehr als 12 % zum US-Dollar in den letzten vier Wochen die Inlandspreise nach oben getrieben hat. Wegen hoher Maisnachfrage für Produktion und Export von Rind- und Schweinefleisch, überwiegend nach China, sind die Preise stark gestiegen, was brasilianische Mäster veranlassen könnte, billiger in Argentinien zu kaufen. Gestern sollen die südkoreanischen Unternehmen NOFI und KFA Körnermais wahrscheinlich brasilianischen Ursprungs zur Lieferung von August bis September zum Preis von 185 bis 187 USD/mt Cost & Freight gekauft haben. In der Ukraine kostete Exportmais zuletzt 166 bis 168 USD/mt (5.400 bis 5.500 UAH/mt) in Odessa, das Fob-Preisniveau lag bei 185 bis 187 USD/mt. Die Ukraine exportierte letzte Woche 796.000 mt Mais, im Vergleich zu 518.000 mt in der Vorwoche.

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