Mais: Argentiniens Markt bricht ein

14. August 2019 um 12:48 , Der AUDITOR
Bericht als Audio abspielen

PARIS. Der Maismarkt steht weiterhin unter Druck. Wegen zweistelliger Kursverluste der argentinischen Währung fiel der Maispreis in Buenos Aires stark zurück. Argentinien droht erneut die Staatspleite. Aber auch die rekordverdächtige Maisernte in der Ukraine sorgt für Kursverluste. Dabei ergeben sich neue Preiskonstellationen für den Markt.

In den USA blieb die Marktlage flau. Chicago gab heute Vormittag beim Fronttermin für Mais um 8 US-Dollar auf 369,50 US-Dollar je Bushel nach und verlor in Paris auf 168,25 EUR/mt. Argentiniens Maismarkt lieferte fallende Preissignale mit Verlusten von bis zu 15 US-Dollar je mt am Kassamarkt. Grund war der Kursabsturz beim Peso innerhalb vier Wochen von immerhin 23,4 %. Argentinien steuert aus Sicht der Finanzmärkte wieder einmal auf eine Staatspleite zu. Bis zu den Neuwahlen Ende Oktober könnte sich die Lage im Land noch weiter verschlechtern. Der US-Handel beobachtete dabei eine interessante Kursdifferenz zwischen Terminnotierungen in Chicago und Kassapreisen. Argentiniens Markt lag mit 8-15 Cent je Bushel darüber, die Ukraine um 20-35 Cent und die USA am US-Golf mit 55-70 Cent über dem Novembertermin. Die Unterschiede dürften nach Einschätzung des Handels noch zunehmen. Die CME-Group gab gestern bekannt, dass die Marge für den Maiskontrakt in Chicago um 150 US-Dollar auf 1.150 USD angehoben wird. US-Präsident Donald Trump kündigte an, die geplante Zollerhöhung um 10 % auf chinesische Waren, die nächsten Monat in Kraft treten sollte, auf den 15. Dezember zu verschieben. Trump forderte auch Japan auf, deutlich mehr US-Agrarprodukte wie auch US-Rindfleisch zu kaufen, was den US-Maismarkt stützen würde. Das USDA gab der Exportverkauf von 130.000 mt Mais nach Südkorea bekannt.

In Westeuropa gaben Mais und Importmais weiter nach. Dabei wurden in Frankreich für Mais nur noch 167 EUR/mt FOB Bordeaux mitgeteilt. Am Oberrhein kostete Körnermais 183 EUR/mt, am Niederrhein 185 EUR/mt FRANKO Verarbeiter. Am Schwarzmeer blieb der Exportpreis für ukrainischen Mais zuletzt auf 142,90 EUR/mt CPT Ukraine stehen. Ergiebige Niederschläge am Wochenende sollen in Westeuropa für bessere Wachstumsbedingungen bei Mais sorgen. In Südosteuropa drohen laut Wetterdienst starke Unwetter mit Regen, Sturm und Hagel.


Mais-Kassakurse (Fronttermin)

Mais (handelsüblich) FOB, DAP

Parität

EUR/mt

Veränd.

Bordeaux

167,00

-2,00

La Pallice

166,00

-1,00

Holland

190,00

-1,00

Oldenburg

193,00

-1,00

Niederrhein

185,00

-1,00

Oberrhein

183,00

-1,00

Ukraine

142,90

0,00

Russland

-

-

Argentinien

-

-

Brasilien

-

-

 

EU-Maisernte 2019-20 (Prognose)

EU-Maisernte (1.000 mt) 

Länder

2019/20

2018/19

Frankreich

13.100,0

14.4916,0

Deutschland

4.190,0

4.541,0

Italien

5.826

6.110

Spanien

3.360

3.800

Polen

3.750

3.840

Ungarn

8.370

8.665

Rumänien

11.450

12.000

Bulgarien

2.900

3.077

EU-28

64.800

62.754

 

Welt-Maisernte 2019-20 (Prognose)

EU-Maisernte (1.000 mt) 

Länder

2019/20

2018/19

USA

353.900

366.300

Argentinien

56.000

49.000

Brasilien

103.000

101.000

China

254.000

257.300

Südafrika

14.000

11.500

Ukraine

36.500

35.800

EU-28

64.800

62.754

Welt

1.108.240

1.123.020


Quelle: Handel, USDA, EU-Kommission u.a

Dies könnte Sie ebenfalls interessieren

zur Nachrichten-Übersicht
Getreide
23.09.2026
KYJIW/DALIAN. Ukrainische Bauern erzielen deutlich bessere Hirseerträge als im Vorjahr. Im chinesischen Markt haben die Preise nicht viel Spielraum nach unten. Die EU-Importe sind in dieser Saison um 60% gesunken.
Getreide
23.09.2026
KYJIW/DALIAN. Ukrainische Bauern haben die Buchweizenernte 2026 gut zur Hälfte abgeschlossen. In China stützen geringere Produktionsergebnisse die Rohwarenpreise. EU-Länder haben in den letzten Wochen rund die Hälfte ihrer Buchweizenimporte aus Kasachstan bezogen.
Getreide
01.09.2026
DALIAN/KYJIW. In China legen die Buchweizenpreise deutlich zu. Wetteranfälligkeit sorgt für Unsicherheit im Markt. Chinas Importe aus Russland waren rückläufig.
Getreide
01.09.2026
KYJIW/DALIAN. In der Ukraine wurden bereits 22% der Hirsefelder abgeerntet. In China haben sich die Anbauflächen in diesem Jahr erholt. Marktteilnehmer rechnen mit entsprechendem Druck auf die Preise.