Mais: Angebot wächst im Überfluss

13. Mai 2020 um 14:27 , Der AUDITOR
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PARIS. Der Maismarkt tendierte in den USA angesichts des bearishen WASDE-Reports erstaunlich fest. Laut USDA soll die Welt-Maisernte 2020-21 um 6,5 % zunehmen. Maßgebend ist eine deutlich höher veranlagte US-Maisernte zur neuen Saison. US-Broker erwarten aber einen Nachfrageschub aus China, will Peking angeblich die Ethanolproduktion wieder hochfahren. In Deutschland belastet das Corona-Szenario bei Schlachthöfen die Absatzmärkte für Schweinefleisch und den Futtermittelsektor.

In Chicago notierte Mais am Mittag mit 3,23 USD/Bushel um 1,2 % fester als gestern. In Paris sank der Fronttermin um 0,4 % auf 164,25 EUR/mt. Laut USDA soll die Welt-Maisernte 2020-21 um 6,5 % auf knapp 1,187 Mrd. mt zunehmen, gegenüber knapp 1,115 Mrd. mt im Vorjahr. Die Welt-Maisvorräte nehmen danach um 7,9 % auf 339,62 Mio. mt zu. Der wesentliche Produktionsanstieg resultiert von der US-Maisernte, die mit 406,29 Mio. mt um 17,1 % zum Vorjahr zulegen soll. Auch die ukrainische Maisernte erhöht sich danach um 8,7 % auf 39,0 Mio. mt. Die EU-Maisernte steigt dagegen um 3,0 % auf 68,3 Mio. mt. Dies bedeutet Mais im Überfluss. Dass die Maiskurse in Chicago trotzdem zulegten, lag höchstens an höheren Exporterwartungen für Mais nach China. Die Exportinspektion lag mit 1,335 Mio. mt US-Mais um mehr als 330.000 mt über der Vorwoche, gut 53 % der Ausfuhren entfielen auf Käufer aus Mexiko und Japan. Dass China nebst mehr US-Sojabohnen auch mehr Mais in der kommenden Saison importieren wird, leiten US-Broker von wieder ansteigender Ethanol-Verarbeitung in China ab, weil die Rohölpreise sicher wieder erholen dürften.

Mais-Kassakurse (Fronttermin)

Körnermmais (handelsüblich)

Parität

EUR/mt

Veränd.

Bordeaux FOB

154,00

-1,00

Holland CIF

180,00

0,00

Oldenburg DDP

190,00

0,00

Brake FOT

182,00

0,00

Niederrhein DDP

182,00

0,00

Oberrhein FOB

182,00

0,00

Quelle: Handel

Corona-Szenario bei den Schlachthöfen
In Deutschland belastet weiterhin das Corona-Szenario bei den Schlachthöfen die Absatzmärkte für Schweinefleisch und auch den Futtermittelsektor. Bei der Westfleisch in Coesfeld sollen bis Dienstagmittag 260 von etwa 1.200 Mitarbeitern positiv getestet worden sein. Weitere Untersuchungsergebnisse standen noch aus. Bei einem anderen Unternehmen in der Nähe von Pforzheim stieg die Zahl der Infizierten um 80 weitere auf 400 von insgesamt 1.100 Mitarbeitern. Die Ergebnisse der zweiten Testreihe bei Müller Fleisch nimmt das Unternehmen zum Anlass, die Arbeitsschutzmaßnahmen neu zu ordnen, hieß es. Ein Schlachthofbetreiber in Bad Bramstedt, Schleswig-Holstein, will den Betrieb trotz Infektionen wieder hochfahren, offenbar mit Hilfe von Mitarbeitern, die negativ getestet wurden. Da auch der Schweinefleischexport nach China wegen preiswerterer Angebote aus den USA zurückgefallen ist, sind die Preise für Schweinefleisch von 1,70 letzte Woche auf 1,60 EUR/gk SG gefallen. Ob die Covid19-Pandemie ähnliche Folgen für die Schlachtunternehmen in Deutschland haben wird wie in den USA, ist derzeit nicht zu hoffen, hieß es beim Handel.

 

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