Mais: Anbaurückgang in den USA erwartet
12. August 2019 um 11:00 ,
Der AUDITOR
Dabei sank in Chicago der Fronttermin heute Vormittag um 5 US-Dollar auf 407,50 US-Dollar je Bushel. US-Fonds positionierten sich vor Veröffentlichung des WASDE-Reports neu, hieß es vom Handel. Hintergrund hierbei ist, dass die im letzten WASDE-Report unterstellte US-Maisanbaufläche in Höhe von 91,7 Mio. Acres vom Handel eindeutig als zu hoch angesehen wird. Handelsschätzungen gehen von 88 Mio. Acres aus, was Einfluss auf die Versorgungsbilanzen hätte. Dabei wird die US-Maisernte bei 13,19 Mrd. Bushel gesehen. Zu trockene Witterung, vor allem im östlichen Corn Belt, könnten die Ertragserwartungen noch vermindern. Enttäuschend niedrig fiel der wöchentliche US-Maisexport bis 1. August mit 239.601 mt aus, lagen die Erwartungen bei 300.000 bis 500.000 mt. In Brasilien korrigierte Conab ihre Prognose zur Maisernte 2018-19 um 0,8 auf 99,31 Mio. mt nach oben. Brasiliens Maisexporte stiegen laut Außenhandelsministerium (Secex) im Juli mit 6,32 Mio. mt auf den Höchststand seit Dezember 2015. Südamerikas Exporteure profitieren vom Einfuhrstopp für US-Agrarprodukte nach China.
In Westeuropa stieg Mais am Kassamarkt bis zu 2 EUR/mt. Maßgebend waren der Wettermarkt in Europa und Frankreichs verschlechterte Maisbonituren. Laut FranceAgriMer stuften die Experten Frankreich Maisernte erneut um 1 % auf 60 % gut-exzellenter Pflanzen zurück, im Vergleich zu 61 % in der Vorwoche und 62 % im Vorjahr. Ob die Niederschläge vom Wochenende für Erholung gesorgt haben, war noch unsicher. Jedoch taxierte Agreste Frankreichs Maisernte mit 13,1 Mio. mt um 4,9 % höher als im Vorjahr, was auf höheren Anbau zurückzuführen ist. Der Prognosedienst der EU-Kommission MARS erwartet, dass die letzte Hitzewelle in West- und Mitteleuropa die Maisbestände geschädigt hat, was den Maismarkt stützte. Dabei sind Gebiete Spaniens, Nordfrankreichs, Nordwestdeutschlands, die Baltic-Staaten und der Süden Polens von Trockenschäden betroffen. Der EU-Import von Drittlandmais wuchs bis 4. August weiter auf 2.056.777 mt gegenüber 1.072.348 mt im Vorjahr, was ein Plus von 91,8 % bedeutet.
Aus Frankreich wurden für Mais 172 EUR/mt FOB Bordeaux mitgeteilt. Am Oberrhein kostete Körnermais 185 EUR/mt, am Niederhein 187 EUR/mt FRANKO Verarbeiter. Am Schwarzmeer lagen die Exportpreise für ukrainischen Mais zuletzt bei 146,47 EUR/mt CPT Ukraine.
Mais-Kassakurse (Fronttermin)
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Mais (handelsüblich) FOB, DAP |
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Parität |
EUR/mt |
Veränd. |
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Bordeaux |
171,00 |
1,00 |
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La Pallice |
169,00 |
1,00 |
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Holland |
192,00 |
2,00 |
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Oldenburg |
195,00 |
2,00 |
|
Niederrhein |
187,00 |
2,00 |
|
Oberrhein |
185,00 |
3,00 |
|
Ukraine |
146,47 |
0,10 |
|
Russland |
- |
- |
|
Argentinien |
- |
- |
|
Brasilien |
- |
- |
EU-Maisernte 2019-20 (Prognose)
|
EU-Maisernte (1.000 mt) |
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Länder |
2019/20 |
2018/19 |
|
Frankreich |
13.100,0 |
14.4916,0 |
|
Deutschland |
4.190,0 |
4.541,0 |
|
Italien |
5.826 |
6.110 |
|
Spanien |
3.360 |
3.800 |
|
Polen |
3.750 |
3.840 |
|
Ungarn |
8.370 |
8.665 |
|
Rumänien |
11.450 |
12.000 |
|
Bulgarien |
2.900 |
3.077 |
|
EU-28 |
62.160 |
62.754 |
Welt-Maisernte 2019-20 (Prognose)
|
EU-Maisernte (1.000 mt) |
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Länder |
2019/20 |
2018/19 |
|
USA |
352.400 |
366.300 |
|
Argentinien |
56.000 |
49.000 |
|
Brasilien |
103.000 |
101.000 |
|
China |
254.000 |
257.300 |
|
Südafrika |
14.000 |
11.500 |
|
Ukraine |
34.000 |
35.800 |
|
EU-28 |
62.160 |
62.754 |
|
Welt |
1.005.100 |
1.120.500 |
Quelle: Handel, USDA, EU-Kommission u.a.