Märkte am Morgen: Zweifel an Russlands niedriger Weizenprognose

23. Juni 2020 um 10:42 , Der AUDITOR
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FRANKFURT. Die Märkte für Weizen und Mais legten den Rückwärtsgang ein. Im Fokus stand Russlands Weizenernte, die nach Meinung des Handels offiziell viel zu niedrig veranschlagt wäre, exportseitig daher vielmehr Druck erzeugen sollte, als bisher zugegeben wird. Bei Mais treiben neue Ernteprognosen und der gefallene Real den Markt.


Devisen und Rohölmarkt

 
Devisenmarkt

Eurokurs

1,1267

0,6 %

Quelle: Deutsche Bank

Rohölmarkt

Brent

42,8

1,6 %

WTI

40,4

2,2 %

Quelle: Rohöl-Handel

WEIZENMARKT

Die Weizenmärkte zeigten sich heute Morgen schwächer. Maßgebend waren drei Faktoren. Der um 0,6 % niedrigere Eurokurs verbilligte EU-Importweizen. Es bestehen große Zweifel an Moskaus niedriger Weizenprognose in Russland, gingen Frankreichs Handel von eher 77,5 Mio. mt Weizen aus, dies läge 2,5 Mio. mt über russischen Ernteschätzungen. Die bei Wintergerste in Frankreich gedroschenen Erträge waren zuletzt besser als erwartet, was Rückschlüsse auf die Weizenernte liefern könnte. Jedoch zeichnet sich ein eher heterogenes Bild bei Ertragsunterschieden ab je nach Niederschlagsmenge. Dies dürfte in Norddeutschland, Polen und Litauen ähnlich sein, während südlicher und östlicher mehr Regen niedergegangen ist. Das neuerntige Weizen- und Mehlgeschäft ist noch wenig entwickelt. Der Handel bewertete B-Weizen für Liefertermine September bis Dezember mit 186 EUR/mt DDP Rheinland und Westfalen sowie 183 EUR/mt DDP Hamburg sowie um 177 EUR/mt Fob Oberrhein.

Terminkurse -Weizen (Fronttermine)

CBoT (USD/bu)

482,00

0,5 %

Matif  (EUR/mt)

178,50

-1,2 %

Black Sea  (USD/mt)

197,25

-0,2 %


Weizen-Kassamarkt

B-Weizen (12/220/76)

Parität

EUR/mt

Veränd.

Rouen FOB

181,00

0,00

Creil FOB

171,00

0,00

Hamburg DDP

196,00

0,00

Rheinland DDP

198,00

0,00

Neuss DDP

193,00

0,00

Oberrhein FOB

190,00

0,00

Futterweizen (72/73)

Holland CIF

200,00

0,00

Süd-Oldenburg DDP

200,00

0,00

Westfalen DDP

198,00

0,00

Oberrhein FOB

190,00

0,00

Quelle: Handel

MAISMARKT

Die Maismärkte konnten sich auf gestrigem Niveau nicht halten. Dabei belasteten gute Wetterbedingungen in den USA den Maismarkt, stieg der Anteil gut/exzellent entwickelter Pflanzen laut USDA auf 72% nach 71% in der Vorwoche und 56 % im Vorjahr. Die Exportinspektion fiel mit 1,3 Mio. mt US-Mais gut aus. Druck kam aus Brasilien. Der Kursrückgang beim Real führte zu niedrigeren Exportpreisen. Das Beratungsunternehmen Safras hat seine Schätzung zur brasilianischen Maisernte um 6,5 auf 108 Mio. mt erhöht, was für Preisdruck sorgte. Die Safrinha-Ernte von zuvor 70 auf 75,1 Mio. mt nach oben revidiert. Ukrainischer Mais bleibt trotz Griwna-Abwertung uninteressant für EU-Importeure. Der Preis soll bei 173-174 USD/mt für alte und 147-148 USD/mt CPT für neue Ernte liegen.

Terminkurse -Mais (Fronttermine)

CBoT (USD/bu)

324,00

-2,3 %

Matif (EUR/mt)

166,00

-0,2 %


Mais-Kassamarkt

Körnermmais (handelsüblich)

Parität

EUR/mt

Veränd.

Bordeaux FOB

158,00

0,00

Süd-Holland CIF

186,00

0,00

Süd-Oldenburg DDP

190,00

0,00

Westfalen DDP

192,00

0,00

Niederrhein DDP

184,00

0,00

Oberrhein FOB

182,00

0,00

Quelle: Handel



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