Macadamias: Größere Ernte sorgt für Preisdruck
9. September 2026 um 12:49 ,
Der AUDITOR
Stabile Nachfrage
Der Macadamia-Markt war zunächst mit stabilen Preisen in das Jahr 2026 gestartet. Ausschlaggebend waren die knappen Überhangbestände nach der deutlich kleineren Ernte 2025 in wichtigen Ursprungsländern wie Südafrika und Australien. Besonders ganze Kerne waren zu Saisonbeginn nur begrenzt verfügbar, während die Nachfrage aus dem Snack- und Zutatenbereich stabil blieb. Mit Beginn der neuen Ernte zeichnet sich nun eine Veränderung ab, wie die Experten von ofi in ihrem jüngsten Bericht angeben. In den wichtigsten Anbauländern wird eine deutliche Erholung der Produktion erwartet, wodurch sich die Versorgung in den kommenden Monaten verbessern dürfte. Sollte die Nachfrage nicht Schritt halten, könnte dies zunehmend Druck auf die Preise ausüben.
Erholung trotz Wetterrisiken in Südafrika
Für Südafrika wird die Ernte 2026 auf rund 93.000-95.000 mt Nüsse in der Schale (NIS) geschätzt. Damit wird eine deutliche Erholung gegenüber dem Vorjahr erwartet. Anhaltend starke Niederschläge in wichtigen Anbauregionen sorgen jedoch qualitative Bedenken. Auch die Nachfrage Chinas nach NIS bleibt ein wichtiger Faktor für die Verarbeitung, so ofi. Gleichzeitig hat China den Einfuhrzoll für NIS und Kerne aus Südafrika von 12% auf 0% gesenkt, was die Nachfrage aus China erhöhen dürfte.
Alex Whyte, Direktor der Green Farms Nut Company, zufolge ist die weltweite Ernte inzwischen um 20% gegenüber dem Vorjahr gestiegen, während die Nachfrage nicht im gleichen Maße zugenommen hat; das berichtet farmer’s weekly. Auch die Bestände in der EU sind nach Rekordimporten im vergangenen Jahr höher, während US-Käufer ihre Bestände vor der Einführung neuer Einfuhrzölle im Jahr 2025 aufgestockt haben und daher ebenfalls über Vorräte verfügen. Diese Entwicklung hat zu einem Rückgang der Preise geführt. Zusätzlich belastet der stärker als zu Jahresbeginn erwartete Rand gegenüber dem USD die südafrikanischen Erzeuger. China hat Südafrika inzwischen als größten Produzenten überholt, während chinesische Käufer laut Whyte erwarten, dass importierte südafrikanische Ware preislich mit dem heimischen Angebot konkurrieren kann. Ungeschälte Macadamias dürften weiterhin nach China exportiert werden, allerdings könnten einige Verarbeiter die Ware für die Kernverarbeitung nutzen und damit das Angebot an Kernen zusätzlich erhöhen. Zudem unterliegen südafrikanische Macadamias in Indien einem Zoll von 30 %, während Australien dorthin zollfrei exportieren kann, so farmer’s weekly.
Australien kämpft mit Währungsdruck
Australien erwartet 2026 eine Ernte von rund 56.000-58.000 mt NIS. Eine verbesserte Blütephase und die zunehmende Reife der Plantagen stützen die Erholung, und erste Feldberichte zeigen ofi zufolge eine gute Nussentwicklung, wobei die endgültige Erntemenge und Qualität weiterhin vom Wetter während der Ernte abhängen. Die Ab-Hof-Preise bewegen sich etwa auf Vorjahresniveau und werden von der starken Nachfrage nach australischen Macadamiakernen gestützt. Der schwächere USD gegenüber dem AUD setzt jedoch die Exportpreise unter Druck.
Positive Erntesignale aus Kenia
Auch Kenia meldet bessere Ernteaussichten als zunächst erwartet. Ausreichende Niederschläge in Ostafrika haben die Entwicklung der Nüsse unterstützt, und in einigen Regionen soll die Ernte in Kürze beginnen. Gleichzeitig bleibt die bisherige Regelung zu NIS-Exporten ein wichtiger Faktor. Kenia hatte den Export von Nüssen in Schale zuvor untersagt, um die heimische Verarbeitung zu fördern. Änderungen dieser Politik könnten daher die Kernversorgung in den kommenden Wochen beeinflussen.
Kurzfristig dürften die knappen Überhangbestände und die begrenzte Verfügbarkeit ganzer Kerne den globalen Markt weiter stützen. Mit zunehmendem Erntefortschritt und steigenden Mengen aus den Ursprungsländern ist jedoch mit einer allmählichen Abschwächung zu rechnen, insbesondere bei Kernen niedrigerer Qualitäten. Entscheidend bleiben laut ofi die Entwicklung der Erntemengen, die Qualität und die Nachfrage aus China.
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Macadamias, Kenia |
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Sorte |
EUR/kg |
|
Style 0 |
13,00 |
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Style 1L |
12,50 |
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Style 2 |
10,00 |
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Style 4L |
10,00 |
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FCA NL; Preisindikationen |
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Höhere EU-Importe
Die EU-Macadamiaimporte haben im Zeitraum 01.01.-06.09.2026 im Jahresvergleich um knapp 12% zugelegt. Der wichtigste Lieferant ist Südafrika, dessen Lieferungen in EU-Länder allerdings um gut 9% zurückgingen, während Kenia fast 50% mehr Macadamias in die EU ausführte. Australien und China belegen die Plätze 3 und 4 der wichtigsten Lieferanten, wobei letzteres seine Exporte in die EU um fast 300% steigern konnte. Insgesamt führte die EU im genannten Zeitraum 6.835 mt geschälte und ungeschälte Macadamias ein.
Der größte Abnehmer innerhalb der EU sind mit großem Abstand die Niederlande, gefolgt von Deutschland und Spanien. Der durchschnittliche Importpreis belief sich im oben genannten Zeitraum auf 10,63 EUR/kg und lag damit um 5,3% unter den 11,26 EUR/kg des Vorjahres. Der gesamte Importwert seit Jahresbeginn lag dadurch bei knapp 72,65 Mio. EUR.
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EU-Import Macadamias in mt |
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|
Partner |
2025 |
2026 |
Diff. |
|
Südafrika |
3.373 |
3.061 |
-9,2% |
|
Kenia |
1.373 |
2.054 |
49,6% |
|
Australien |
559 |
604 |
8,1% |
|
China |
88 |
350 |
297,7% |
|
Vietnam |
172 |
263 |
52,9% |
|
Guatemala |
196 |
252 |
28,6% |
|
Malawi |
286 |
221 |
-22,7% |
|
Andere |
65 |
30 |
-53,8% |
|
Gesamt |
6.112 |
6.835 |
11,8% |
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Quelle: DG AGRI TAXUD Customs Surveillance System, 01.01.-06.09. 08026100+08026200 Macadamia-Nüsse, mit und ohne Schale |
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