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Leinsaat: Kanada rechnet mit höheren Erträgen

9. Juni 2022 11:20, Der AUDITOR
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OTTAWA. Obwohl die kanadische Anbaufläche für die Saison 2022/23 kleiner ausfällt, rechnen Experten damit, dass höhere Erträge dies ausgleichen und die Produktion dennoch deutlich höher ausfallen dürfte. Deutschlands Importe zeigen sich derzeit rückläufig.

Deutlich höhere Gesamtbestände erwartet

In den aktuellen Schätzungen für die kanadische Leinsaaternte zeigt sich Agriculture and Agri-Food Canada sehr optimistisch. Zwar fällt die Anbaufläche für die Saison 2022/23 mit 351.000 ha geschätzte 15,6% kleiner aus als im Vorjahr, der Ertrag liegt mit 1,35 mt/ha allerdings deutlich höher, sodass die Produktion sich der Prognose zufolge auf 466.000 mt belaufen könnte. Das würde einer Steigerung von knapp 35% gegenüber dem Vorjahr entsprechen. Zudem gehen die Experten derzeit davon aus, dass mit Überhangbeständen von etwa 45.000 mt in die neue Saison gestartet wird, sodass die Gesamtbestände mit 625.000 mt in der Saison 2022/23 eine Steigerung von mehr als 50% im Jahresvergleich vorweisen könnten.

Leinsaat, Kanada

2020/21

2021/22

Diff.

2021/22

2022/23

Diff.

Bestellt (ha)

377.000

416.000

10,3%

416.000

351.000

-15,6%

Abgeerntet (ha)

371.000

404.000

8,9%

404.000

344.000

-14,9%

Ertrag (mt/ha)

1,56

0,86

-44,9%

0,86

1,35

57,0%

Produktion (mt)

578.000

346.000

-40,1%

346.000

466.000

34,7%

Importe (mt)

26.000

10.000

-61,5%

10.000

10.000

0,0%

Gesamtbestände (mt)

667.000

415.000

-37,8%

415.000

625.000

50,6%

Exporte (mt)

505.000

300.000

-40,6%

285.000

385.000

35,1%

Inlandsverbrauch (mt)

103.000

80.000

-22,3%

100.000

76.000

-24,0%

Überhangbestände (mt)

59.000

35.000

-40,7%

35.000

45.000

28,6%

Ø Preis in CAD/mt

693

1.250

80,4%

1.250

1.100

-12,0%

Quelle: Agriculture and Agri-Food Canada

Deutschlands Importe gesunken

Deutschlands Leinsaatimporte haben im Zeitraum September-März im Jahresvergleich um gut 17% abgenommen. Der wichtigste Lieferant war dabei weiterhin Russland, dass seine Lieferungen sogar um knapp 11% auf 24.510 mt steigern konnte. Deutliche Rückgänge mussten dagegen Kasachstan (-20,4%), Polen (-27%) und Kanada (-58,9%) einstecken. Der starke Einbruch deutscher Importe aus Kanada liegt vor allem an den extrem hohen Preisen, zum einen für die kanadische Ware, zum anderen für die Frachtraten.

Import Leinsaat* nach Deutschland in mt

Land

2020/21

2021/22

Diff.

Russland

22.143

24.510

10,7%

Kasachstan

20.731

16.498

-20,4%

Belgien

9.066

8.574

-5,4%

Polen

9.928

7.248

-27,0%

Kanada

12.145

4.996

-58,9%

Andere

12.871

10.077

-21,7%

Gesamt

86.884

71.903

-17,2%

Quelle: Statistisches Bundesamt / Sep-Mrz

*12040090 Leinsamen, auch geschrotet (ausg. zur Aussaat)

Kasachstan füllt Russlands Lücke

Die Experten von Rayglen Commodities berichten, dass die Preise auf dem Leinsaatmarkt derzeit verhältnismäßig instabil sind. Kasachstan scheint ihren Angaben zufolge bisher in der Lage zu sein, die Lücken zu füllen, die Russland nach dem Einmarsch in die Ukraine hinterlassen hat, sodass auch China ausreichend versorgt ist. Die europäischen Spotmarktpreise zeigen sich im Vergleich zu letzter Woche nur leicht rückläufig; braune Leinsaat, 99,9%, Ursprung Ukraine wird aktuell mit 1,12 EUR/kg FCA Polen gehandelt.

Leinsaatpreise, Ukraine

Qualität

EUR/mt

braun, 99,9% Reinheit

1.120

gelb, 99,9% Reinheit

1.410

FCA Polen, Lieferung in big bags

Für mehr Informationen gehen Sie zu:
Preischart für Leinsaat, braun, 99.9% Reinheit, Osteuropa
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Preischart Leinsaat, braun, Osteuropa

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