Leinsaat: Harte Konkurrenz für Kanada
3. September 2026 um 15:54 ,
Der AUDITOR
Zäher Markt
In den kanadischen Anbauregionen ist die Leinsaaternte weiterhin in vollem Gange. Die Regenfälle der vergangenen Tage könnten den Prozess allerdings hinauszögern und die Ernte etwas länger auf den Feldern bleiben, dies teilten die Experten von Rayglen Commodities in ihrem aktuellen Bericht mit.
Laut dem August-Bericht von Agriculture and Agri-Food Canada wurde die kanadische Leinsatternte 2026 auf 350.000 mt geschätzt, das wäre ein Rückgang um 23% gegenüber dem Vorjahr. Grund für dieses Defizit wären aber vor allem die geringeren Erträge, die 2025 mit 1,82 mt/ha schlichtweg überdurchschnittlich hoch ausgefallen sind und für die laufende Ernte auf 1,35 mt/ha geschätzt werden. Aber auch die US-Leinsaatproduktion soll deutlich geringer ausfallen als erwartet. Letzteres könnte zwar zusätzliche Nachfrage für die kanadischen Exporteure generieren, im Rest der Welt ist die Konkurrenz aus Russland und Kasachstan hingegen stark. Zusammen könnten die beiden Länder in diesem Jahr knapp 3 Mio. mt Leinsaat ernten. Ernteverzögerungen würden den kanadischen Händlern den Start in die neue Saison somit zusätzlich erschweren.
Dies hat auch zur Folge, dass die Preise im kanadischen Leinsaatmarkt, trotz der Abwärtskorrekturen, relativ stabil sind. Braune Leinsaat wird, je nach Anbieter und Lieferzeitraum, aktuell für 15,00-17,00 CAD/bu FOB Erzeuger angeboten – das höhere Preisspektrum gilt laut Rayglen Commodities vorrangig für Lieferzeiträume, die über die ersten Monate des kommenden Kalenderjahres hinausgehen.
EU hat Importe aus Kanada verdreifacht
Laut den Daten der Europäischen Kommission verzeichneten EU-Länder in den ersten beiden Monaten der Saison 2026/2027 eine deutliche Steigerung der Importe. Insgesamt wurden zwischen dem 01.07.-30.08.2026 rund 114.343 mt Leinsaat aus Drittstaaten importiert, das ist nicht nur ein Plus gegenüber dem Vorjahr von 48%, sondern stellt auch einen neuen Rekord für diesen Zeitraum dar. Der Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre liegt mit 75.665 mt ebenfalls deutlich niedriger. Aufgrund des geringeren Einfuhrpreises lag der Importwert mit 67,822 Mio. EUR nur 39% über den 48,407 Mio. EUR des Vorjahreszeitraums.
Mehr als die Hälfte der Lieferungen stammt mit 63.665 mt aus Kasachstan. Im Jahresvergleich sind die Lieferungen von dort in die EU um 84% gestiegen und der 5-Jahresdurchschnitt (2021/22-2025/26) kommt auf lediglich 29.940 mt. Zudem haben sich die Importe aus Kanada auf 40.881 mt nahezu verdreifacht, während auch der 5-Jahresdurchschnitt gerade einmal auf 8.770 mt kommt. Aber auch die Lieferungen aus der Ukraine, Großbritannien, Indien und der Türkei legten im Jahresvergleich zu. Die Einfuhrzölle auf russische Leinsaatlieferungen hingegen hinterlassen deutliche Spuren. Im oben genannten Zeitraum wurden lediglich 428 mt Leinsaat aus Russland in die EU importiert, im Vorjahr waren es noch 21.213 mt.
Belgien ist Hauptabnehmer und hat seine Importe in den ersten zwei Monaten der neuen Saison auf 92.380 mt fast verdoppelt. Polen ist mit 7.370 mt aktuell der zweitgrößte Abnehmer innerhalb der EU, hat seine Importe allerdings gegenüber dem Vorjahr quasi halbiert. Es folgen Italien und Deutschland, die beiden Länder haben ihre Einfuhr jeweils um 322% auf 3.020 mt bzw. um 73% auf 2.600 mt gesteigert.
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EU-Import Leinsaat in mt |
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|
Partner |
2025/26 |
2026/27 |
Diff. |
|
Kasachstan |
34.578 |
63.665 |
84,1% |
|
Kanada |
13.914 |
40.881 |
193,8% |
|
Ukraine |
4.073 |
5.169 |
26,9% |
|
Großbritannien |
1.433 |
1.536 |
7,2% |
|
Indien |
965 |
979 |
1,5% |
|
Türkei |
50 |
915 |
1.730,0% |
|
Moldawien |
602 |
466 |
-22,6% |
|
Russland |
21.213 |
428 |
-98,0% |
|
China |
181 |
105 |
-42,0% |
|
Belarus |
22 |
88 |
300,0% |
|
Andere |
200 |
111 |
-44,5% |
|
Gesamt |
77.231 |
114.343 |
48,1% |
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Quelle: DG AGRI TAXUD Customs Surveillance System, 01.07.-30.08. 12040090 Leinsamen, auch geschrotet |
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