Kokosraspel: Überangebot erzeugt Preisdruck

18. Februar 2026 um 11:29 , Der AUDITOR
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MANILA. Hohe Bestände und eine abgeschwächte Nachfrage setzen die Preise für philippinische Kokosraspel unter Druck. Kokosöl zeigt sich da stabiler. Wiederaufforstungsprogramme sollen die Produktion mittelfristig steigern.

Kokosraspel unter Druck

Auf dem philippinischen Markt für Kokosraspel zeichnet sich eine zunehmende Überversorgung ab, die spürbaren Druck auf die Preisentwicklung ausübt. Zwar bewegen sich die offiziellen Exportnotierungen weiterhin in stabilen Spannen, doch die tatsächliche Marktdynamik wirkt deutlich schwächer. Viele Käufer sind bereits für das erste Quartal 2026 ausreichend eingedeckt, wodurch Neuabschlüsse nur zögerlich zustande kommen. Gleichzeitig dämpft eine geringere Nachfrage nach Kokosmilch aus China den Bedarf an Rohware, wie die Experten von T.M. Duché in ihrem jüngsten Bericht angeben.

Zusätzliche Kapazitäten neuer Verarbeitungsbetriebe auf den Philippinen verschärfen die Situation. In einem ohnehin gut versorgten Markt treffen zusätzliche Mengen auf verhaltene Nachfrage. Berichten zufolge gelangen zudem ältere Lagerbestände Bestände mit deutlichen Preiszugeständnissen in den Handel. Diese aggressiven Angebote sorgen für kurzfristige Preiserhöhungen und untergraben die offiziellen Preisindikationen. Das Ergebnis ist ein unsicherer Spotmarkt mit erhöhter Volatilität. Trotz grundsätzlich solider langfristiger Perspektiven für Kokosprodukte bleibt der kurzfristige Preistrend fragil.

Kokosöl zeigt sich widerstandsfähig

Demgegenüber präsentiert sich der Markt für Kokosöl vergleichsweise robust. International tendieren die Notierungen stabil, was im Kontext einer insgesamt festen Stimmung bei Pflanzenölen zu sehen ist. Besonders auffällig ist der größer gewordene Abstand zu Palmkernöl, der die strukturell knappere Versorgungslage bei Kokosöl widerspiegelt. Auch im Inland bleiben die Preise entlang der Wertschöpfungskette auf erhöhtem Niveau.

Auf Nachfrageseite zeigen sich jedoch Verschiebungen: In China verliert Palmöl an Boden gegenüber günstigeren Alternativen wie Soja- und Rapsöl. In den USA bleiben die Importe von Laurinölen insgesamt stabil, allerdings mit relativen Rückgängen bei Kokosöl zugunsten von Palmkernöl, so T.M. Duché.

Auf den Philippinen setzt die Philippine Coconut Authority ihre Wiederaufforstungsprogramme fort, was mittelfristig Produktionssteigerungen anstoßen soll. Kurzfristig hängen die verfügbaren Mengen jedoch weiterhin stark von Wetterbedingungen ab. Entlastend wirkt hingegen die Stabilisierung der Containerfrachtraten, die laut Drewry nach Jahren extremer Schwankungen wieder berechenbarer geworden sind.

Für mehr Informationen gehen Sie zu:
Preischart für Kokosraspel aus Sri Lanka
Preischart für Kokosraspel aus Indonesien
Preischart für Kokosraspel aus den Philippinen 
- Preischart für Kokosöl aus Indonesien
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