Kokosraspel: Philippinen kämpfen mit Doppelbelastung

26. Mai 2020 um 11:27 , Der AUDITOR
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MANILA. Neben den Schwierigkeiten durch die Corona-Pandemie müssen die Produzenten auf den Philippinen aktuell mit den Auswirkungen von Taifun „Ambo“ zurechtkommen. Diese Doppelbelastung wirft einige Probleme auf.

Jährliche Belastung

Die Philippinen zählen zu den Ländern, die jährlich am stärksten von tropischen Stürmen heimgesucht werden. Aktuell tobt Taifun „Ambo“ über den Inselstaat und hat bereits vier Menschenleben gefordert sowie einen Schaden von über 20 Mio. USD verursacht. Im Allgemeinen sind die Einwohner des Landes gut auf die jährliche Sturmsaison vorbereitet, sodass es maximal zu kurzen Unterbrechungen bei der Kokosernte und -produktion kommt. Dieses Jahr sehen sich die Produzenten mit der Covid-19-Pandemie jedoch einer Doppelbelastung gegenüber, die nur schwer zu stemmen ist.

Lockdown vs. Evakuierung

Eines der zahlreichen Probleme ist, dass das Land aktuell noch unter dem Lockdown steht, den Präsident Duterte im April ausgerufen hat. Das bedeutet, dass rund 50 Mio. Menschen ihre Häuser theoretisch nur im Ausnahmefall verlassen dürfen. Bisher sind knapp 12.000 Filipinos mit dem Virus infiziert. Den Behörden stellt sich nun die Frage, welche der beiden Katastrophen mehr Menschenleben bedroht; die Evakuierungszentren dürfen aktuell nur zur Hälfte besetzt werden und die Evakuierten müssen Gesichtsmasken tragen. Zehntausende, die im Normalfall ebenfalls evakuiert worden wären, befinden sich nach wie vor in ihren Häusern.

Preise sinken weiter

Wie sich der Sturm auf die Kokosproduktion auswirkt, ist aktuell schwer abzuschätzen. Die Infrastruktur war bereits im Vorfeld durch die Corona-Pandemie gestört, sodass es vielen Arbeitern unmöglich ist, die Fabriken zu erreichen. Durch Sturmschäden ist es wahrscheinlich, dass sich diese Situation weiter zuspitzt. Auf die Ernte dürfte „Ambo“ hingegen weniger Einfluss haben, da die acht bis neun Taifune, die die Philippinen jährlich treffen, bereits in die Schätzungen mit einbezogen werden. Die Personalfrage stellt die Fabrikbesitzer vor deutlich größere Probleme. Die Preise auf dem europäischen Spotmarkt sind leicht gesunken, da Käufer aufgrund der großen Unsicherheiten zögern. So kosten feine Kokosraspel, low fat, Ursprung Indonesien, aktuell 1,27 EUR/kg EXW Polen.

Kokosraspel

Qualität

EUR/mt

Fein, low fat, Indonesien, EXW Polen

1.270

Medium, low fat, Indonesien, EXW Polen

1.445

Medium, high fat, Indonesien, EXW Polen

1.890

Fein, high fat, Sri Lanka, FCA Spanien

2.170

Quelle: Handel

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