Kakao: Nicht zu lange warten

31. Januar 2017 um 10:52 , Der AUDITOR
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LONDON. In der letzten Woche veröffentlichte die International Cocoa Organisation (ICCO) ihren jährlichen Bestandsbericht – und die Kakaopreise reagierten prompt.

4-Jahrestief fast erreicht
Rund 1,48 Mio. mt Kakaobohnen waren in der Saison 2015/16 verfügbar. Das sind zwar 13.000 mt weniger als in der Vorsaison, noch im Novemberbericht 2016 lag die Defizitschätzung allerdings bei 150.000 mt. Im internationalen Markt standen also deutlich mehr Kakaobohnen zur Verfügung, als angenommen. In New York haben die Kakaonotierungen daraufhin ihre Talfahrt wieder aufgenommen und liegen aktuell bei ca. 2080 USD/mt – Tiefstwert sei März 2013.

Steigendes Interesse erwartet
Anders als im Vorjahr werden nur schwache Harmattan-Winde in Westafrika erwartet, gleichzeitig hat der Boden einen hohen Feuchtigkeitslevel, beste Voraussetzungen für gute Erträge. Seit Saisonbeginn wurden 862.479 mt Kakaobohnen in den Häfen der Elfenküste registriert, in Ghana immerhin 547.223 mt.
Die guten Produktionsaussichten für die Saison 2016/17 machen den Preisen zusätzlich Druck, weshalb Marktbeobachter davon ausgehen, dass die Verarbeitungszahlen in dieser Saison insgesamt um 1,2% steigen. Viele Verarbeiter könnten das niedrige Preisniveau ausnutzen, weshalb eine Stabilisierung des Preisniveaus in den nächsten Monaten nicht auszuschließen ist.

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