Kakao: Der Schein trügt
15. November 2016 um 14:22 ,
Der AUDITOR
Der Grund für den schwachen Saisonstart sieht die ICCO (International Cocoa Association) unter anderem in dem enttäuschenden Ergebnis der Zwischenernte. Die Qualität der Bohnen litt unter der Trockenheit, weshalb die Bauern die Ware zurückhielten, um sie dann unter die deutlich bessere Haupternte mischen zu können.
Lieferungen holen auf
Gute Voraussetzungen wie üppige Niederschläge sorgen für positive Prognosen, es ist sogar von einem Kakaoüberhang für die Saison 2016/17 die Rede. Bis zum 6. November 2016 wurden in den Häfen der Elfenbeinküste allerdings erst 252.000 mt Kakaobohnen registriert, zu diesem Zeitpunkt ein Rückgang um 30% gegenüber dem Vorjahreszeitraum (362.000 mt). Das Ghana Cocoa Board registrierte 200.000 mt. Inzwischen sollen aber bereits 316.000 mt Kakaobohnen in den Häfen der Elfenbeinküste angekommen sein, nur noch 23% weniger als im Vorjahr (ca. 410.500 mt).
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Produktionszahlen |
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Land |
mt |
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Elfenbeinküste |
252.000 |
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Ghana |
200.000 |
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Stand: 06.11.2016 |
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3-Jahrestief
Wenn auch sehr unterschiedlich, konnten die Verarbeitungszahlen Europa und Asien für das dritte Quartal 2016 die Erwartungen erfüllen. Nordamerikanische Verarbeiter dagegen haben ihre Produktion nur minimal erhöht, um 0,5%. Marktteilnehmer hatten mit mehr gerechnet. Tatsächlich erwecken die totalen Verarbeitungszahlen aber ein positiveres Bild, als es eigentlich der Fall ist. In Côte d'Ivoire wurden in der Saison 2015/16 deutlich weniger Kakaobohnen verarbeitet als im letzten Jahr.
Die Preise bewegen sich stetig nach unten und befinden sich an der New Yorker Börse mit 2.392 USD/mt (2.225 EUR/mt) auf dem niedrigsten Niveau seit August 2013.
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Verarbeitungszahlen |
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Gebiet |
mt |
Diff. |
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Europa |
343.935 |
2,90% |
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Asien |
167.637 |
12,45% |
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Nordamerika |
124.412 |
0,50% |
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3. Quartal 2016 |
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