Kakao: Bittersüße Marktentwicklungen

21. Februar 2017 um 08:39 , Der AUDITOR
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LONDON. Die Verarbeitungszahlen für Kakaobohnen mögen im ersten Quartal der neuen Saison zwar nicht den Erwartungen entsprochen haben, den stetigen Preisrückgang konnten sie dennoch nicht aufhalten.

Steigende Kakaolust in Asien
Mit 339.379 mt lagen die Verarbeitungszahlen in Westeuropa knapp 1% hinter dem Vorjahreswert, auch im nordamerikanischen Raum gingen die Verarbeitungszahlen um 1,1% auf 117.588 mt zurück. Ganz anderes sah es dagegen in Asien aus, laut Angaben der Cocoa Association of Asia wurden hier im gleichen Zeitraum 188.493 mt Kakaobohnen verarbeitet, das ist ein Anstieg um 17%.

Verarbeitungszahlen in mt

Region

 Q1

Europa

339.379

Nordamerika

117.588

Asien

188.493

Quelle: ICCO

 
Weniger Geld für die Bauern?
Die Kakaopreise befinden sich weiter im Sinkflug, in New York notieren Mai-Termine für Kakaobohnen aktuell bei 2.000 USD/mt. Bis Mitte Februar wurden in den Häfen von Côte d’Ivoire fast 1,19 Mio. mt Kakaobohne registriert, gerade einmal gut 1% mehr als letztes Jahr um diese Zeit. Erwartet wird jedoch eine deutlich größere Ernte, gute Verfügbarkeit und schwache Nachfrage setzen die offiziellen Ab-Hof-Preise im Ursprung ebenfalls unter Druck. Dieser liegt derzeit bei 1.100 CFA-Franc/kg (ca. 1,68 EUR/kg) aber es ist nicht auszuschließen, dass die Regierung den offiziellen Ab-Hof-Preis für die nächste Zwischenernte niedriger ansetzt.
Auch werden gute Produktionszahlen verzeichnet, bis Mitte Februar waren es 611.763 mt. Zwar sind hier die Wetterbedingungen nicht ganz so optimal wie in Côte d’Ivoire, dennoch rechnen Marktbeobachter mit einer größeren Ernte gegenüber dem Vorjahr von mehr als 800.000 mt. 

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