Indien schlittert in die Sesamkatastrophe
14. Oktober 2016 um 12:21 ,
Der AUDITOR
Exporteure befürchten das Schlimmste
Hinter vorgehaltener Hand sprechen einige indische Exporteure davon, dass die Sesampreise bald einbrechen werden. Das Problem: China, der größte Verbraucher für Sesam, hat gewaltige Lagerbestände aufgebaut und schafft es nicht diese abzubauen, trotz einer schwachen Ernte im eigenen Land. So konnten die Händler die offiziellen Lagerbestände, welche sich in den chinesischen Häfen befinden, in den letzten 3 Monaten nur um 20.000 mt abbauen. In den Lagern befinden sich aber immer noch 185.000 mt. Das Problem ist die Inlandsnachfrage, welche schlichtweg zu gering ist. Aber dass die chinesische Wirtschaft größere Probleme hat als man offiziell eingesteht pfeifen die Spatzen ja von den Dächern. Eine kurzfristige Besserung ist auch nicht zu erwarten, sieht man sich die kürzlich veröffentlichten Zahlen aus China an.
Die Auswirkungen auf Indien werden immens sein, da man fest mit einer starken Nachfrage aus China gerechnet hatte, nachdem es dort Berichte über große Probleme mit der Ernte gab. Da allerdings auch bald die afrikanischen Ernten bereit sein werden, wird man in China in diesem Jahr wohl keinen Sesam mehr aus Indien kaufen. Schließlich bezahlen chinesische Exporteure für indischen Sesam eine Einfuhrsteuer von 10%, während man für Ware afrikanischen Ursprungs gar keine Einfuhrsteuern bezahlen muss. Ein nicht unerheblicher Vorteil für die afrikanischen Exporteure.
Alle Hoffnungen ruhen auf der SIAL
Dies ist ein herber Schlag für den indischen Sesammarkt, da die Geschäfte mit den USA und Europa nur sehr schlecht laufen und man zuletzt nur noch mit Käufern aus Asien gute Geschäfte abschließen konnte. Die Hoffnungen ruhen nun ganz auf der SIAL und dass man dort einige größere Kontrakte mit europäischen Käufern abschließen kann. Sollten sich diese Hoffnungen zerschlagen, dürften die Befürchtungen der indischen Exporteure tatsächlich wahr werden und der Markt völlig zusammenbrechen.