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HDE: Online-Handel macht das Rennen

27. November 2020 11:08, Der AUDITOR
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BERLIN. Der Handelsverband Deutschland (HDE) sieht nach Entscheidung von Bund und Ländern zur Verlängerung des Lockdowns light große Probleme auf den Innenstadthandel zukommen. Immer mehr Verbraucher priorisieren unter gegenwärtigen Bedingungen den Online-Handel.

Verlagerung des Geschäfts auf Online-Handel
„Die Verbraucher werden auch in Corona-Zeiten zu Weihnachten Geschenke kaufen. Unter den Bedingungen des Teil-Lockdowns erledigen sie ihre Einkäufe in vielen Branchen aber oft lieber online“, so HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Die Verlängerung des Lockdown-light in den Dezember hinein trifft den Innenstadthandel deshalb massiv. Schon in den ersten drei Wochen gingen die Umsätze hier um durchschnittlich 30 % zum Vorjahr zurück. Der Bekleidungshandel verzeichnete sogar 40 % Rückgang. Dementsprechend geht der HDE für November und Dezember davon aus, dass sich noch wesentlich mehr Umsätze in den Online-Handel verlagern. Am Ende könnte hier das zusätzliche Plus bei 2 Mrd. Euro liegen, was dann zu einem Gesamtvolumen für das Onlinegeschäft 2020 von 70 Mrd. Euro führt.

Innenstadt-Händler stehen vor Insolvenz
Der HDE erwartet für November und Dezember im Einzelhandel über alle Branchen hinweg einen Umsatz von 104 Milliarden Euro, wenig verändert zum Vorjahr. Neben dem Online-Handel wird sich der Lebensmittelhandhandel weiterhin positiv entwickeln. Die großen Verlierer sind innerstädtische Händler, denen unter den Corona-Maßnahmen Kunden und Umsätze wegbrechen. Der stationäre Nonfoodhandel könnte nach HDE-Berechnungen durch den verlängerten Lockdown-light nochmals zusätzlich rund 6 Mrd. Euro verlieren. Im Gesamtjahr läge das Umsatzminus dann bei diesen Innenstadthändlern bei 25 Mrd. Euro. Viele Innenstadthändler stehen vor der Insolvenz, hieß es. Deutlich besser ginge es nur dem Handel mit angeschlossenem Online-Handel. 

Einzelhandel braucht Überbrückungshilfen
Jetzt bricht das umsatzstarke Weihnachtsgeschäft weg. Das ist ohne staatliche Unterstützung nicht mehr zu stemmen, meinte der HDE und fordert deshalb dringend die zeitnahe Aufnahme des Handels in die Nothilfen der Bundesregierung. Die Überbrückungshilfen müssten angepasst werden, damit der Einzelhandel eine Chance hat, diese in Anspruch zu nehmen.

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