Getreide: Preisalarm!

19. Oktober 2020 um 10:24 , Der AUDITOR
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CHICAGO/PARIS. Markt- und Preistrends am Vormittag mit Einschätzungen des Handels. Die Mehlpreise werden steigen, darauf müssen sich Bäckereien und Backwarenindustrie wohl einstellen. Non-GVO-Mais wird für westeuropäische Bedürfnisse knapp werden. Lockdowns drohen in Westeuropa.

Weizen: Wetter und Corona treiben Markt
Angesichts anhaltender Dürre in Ostukraine und Südrussland wird ein weiterer Preisanstieg wahrscheinlich. Ungefähr 60 % der russischen Winterweizenanbaufläche sind betroffen, hieß es im Handel. Szenarien suggerieren, dass wenn Russlands kommende Weizenernte 70 Mio. mt nicht übersteigen würde, Exortbegrenzungen 2021 wahrscheinlich würden. Zusätzlich treiben Spekulanten die Kurse an den Terminbörsen, die sich wie zur Finanzkrise 2019 vorübergehend aus verlustreichen Aktienmärkten verabschiedeten und in vermeintliche sichere Rohstoffmärkte flüchteten. Der Einfluss von La Niña und die zweite viel heftigere Corona-Welle hebeln sonst übliche Marktmechanismen aus. Gerüchte gehen um, China könnte in Frankreich zusätzlich mehr Weizen kaufen. Chinas Nachfrage nach Getreide scheint größer auszufallen als erwartet. Die Backindustrie kontert mit dem Argument weltweit hoher Weizenvorräte, die für mehr als ein halbes Jahr ausreichen würden. Auch Australiens Weizenernte soll für Ausgleich sorgen. Auch vermissen Analysten, dass in sämtlichen Getreidebilanzen der Einfluss durch Corona kaum Niederschlag findet.

 

Terminkurse -Weizen (Fronttermine)

CBoT (USD/bu)

633,50

2,3 %

Matif  (EUR/mt)

209,00

1,0 %

Black Sea (USD/mt)

243,50

0,3 %



Weizen-Kassamarkt

B-Weizen (12/220/76)

Parität

EUR/mt

Veränd.

Rouen FOB

206,00

3,00

Hamburg DDP

205,00

3,00

Rheinland DDP

202,00

2,00

Westfalen DDP

206,00

2,00

Oberrhein FOB

198,00

4,00

Futterweizen (72/73)

Holland DDP

208,00

3,00

Creil FOB

200,00

3,00

Süd-Oldenburg DDP

204,00

2,00

Neuss DDP

202,00

2,00

Oberrhein FOB

198,00

2,00

Quelle: Handel    


Weizenkleie-Kassamarkt

Weizenkleie (lose)

Parität

EUR/mt

Veränd.

EXW Rheinland

140,00

0,00

DDP Süd-Oldenburg

150,00

0,00

EXW Hildesheim

149,00

0,00

Quelle: Handel                     

Mais: Ukrainischer Mais so teuer wie zuletzt 2014
Die Körnermaispreise ziehen wegen Besorgnis über verringerte Futtermittelvorräte in Westeuropa auf ein neues Zweijahreshoch. Die Maispreise in Brasilien und in der Ukraine sind rasant gestiegen. Das macht die Einfuhr von Mais derzeit teuer. Noch mehr hat Chinas Maisnachfrage die verfügbaren Maisreserven am Schwarzmeer reduziert. Die EU kann keinen GVO-Mais aus den USA importieren. Insofern müssen die Importeure auf große Maislieferungen bis zur brasilianische Ernte 2021 im Juli abwarten. Dabei könnte der Einfluss von La Niña, Trockenheit in Teilen Brasiliens und Argentiniens, die Verfügbarkeit zusätzlich begrenzen. Ukrainischer Mais lag zuletzt bei 206 USD/mt CPT Odessa. Das Angebot bei Körnermais war so knapp, dass sich die holländische Kraftfutterindustrie am Oberrhein mit Mais bediente.

 

Terminkurse -Mais (Fronttermine)

CBoT (USD/bu)

405,50

1,5 %

Matif (EUR/mt)

186,25

0,8 %



Mais-Kassamarkt

Körnermmais (handelsüblich)

Parität

EUR/mt

Veränd.

Bordeaux FOB

189,00

3,00

Süd-Holland FCO

205,00

4,00

Süd-Oldenburg DDP

202,00

2,00

Brake FOT

199,00

4,00

Westfalen DDP

204,00

4,00

Oberrhein FOB

194,00

2,00

Quelle: Handel 


 

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