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Erdnüsse: „Unternehmen sollten sich auf die Qualitätskontrolle konzentrieren“

10. Januar 2025 um 09:30 , Der AUDITOR
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SEEHEIM/NEU-DELHI. Das Jahr 2024 hatte wieder einiges zu bieten. Neue Regelungen und Rekordpreise waren in manchen Märkten an der Tagesordnung, klimatische Extreme in vielen Bereichen spürbar. Unser Geschäftspartner aus dem indischen Erdnussmarkt erklärt, wie die Marktteilnehmer sich diesen Hürden stellten und welche Erwartungen es an das kommende Jahr 2025 gibt. Lesen Sie hier das komplette Interview.

Welches waren die größten Herausforderungen für den indischen Erdnussmarkt im Jahr 2024? Waren diese Schwierigkeiten hauptsächlich auf El Niño zurückzuführen, oder glauben Sie, dass sie auch in einem stabileren Jahr aufgetreten wären?
Der indische Erdnussmarkt stand 2024 vor großen Herausforderungen, die hauptsächlich auf El Niño zurückzuführen waren. Unberechenbare Wettermuster unterbrachen die Pflanz- und Erntezyklen, insbesondere in Gujarat und Rajasthan. Unvorhersehbare Regenfälle beeinträchtigten die Ernteerträge in einigen Gebieten. Selbst in einem stabilen Jahr wären einige Herausforderungen wie steigende Inputkosten und schwankende Marktnachfrage vorhanden gewesen, aber die Schwere dieser Hürden wurde durch die klimabedingten Störungen noch verstärkt.

Sind die Auswirkungen von El Niño noch spürbar, und wie haben sie den indischen Erdnussmarkt beeinflusst?
Ja, die Auswirkungen von El Niño sind auch 2024 noch spürbar. Während sich einige Regionen erholt haben, leiden andere unter anhaltender Trockenheit oder unvorhersehbaren Regenfällen, die sowohl den Ertrag als auch die Qualität beeinträchtigen. Die späten Regenfälle in kritischen Phasen des Erntezyklus haben bei den Landwirten zu ungleichen Ernten geführt.

Während die Preise für andere Lebens- und Futtermittel stark gestiegen sind, ist der Preisanstieg bei Erdnüssen geringer ausgefallen. Glauben Sie, dass sich die Käufer langfristig auf höhere Erdnusspreise einstellen müssen, oder könnten die Preise weiter sinken?
Obwohl die Erdnusspreise im Vergleich zu anderen Rohstoffen relativ stabil geblieben sind, deutet der Gesamttrend langfristig auf einen Anstieg hin – vor allem, weil die weltweite Nachfrage nach Qualitätserdnüssen, insbesondere in Märkten wie der EU, stark bleibt. Eine Rekordernte könnte zwar zu einem vorübergehenden Preisrückgang führen, doch der langfristige Kostendruck macht eine nachhaltige Preissenkung unwahrscheinlich.

Hat sich die Nachfragesituation für Erdnüsse im Vergleich zu 2022 und 2023 verändert? Mussten Abnehmer und Verarbeiter ihren Bedarf neu anpassen?
Ja, die Nachfragedynamik hat sich verändert. Im Jahr 2024 hat sich die Nachfrage aufgrund höherer Qualitätsanforderungen der internationalen Käufer, insbesondere aus Europa, verschoben. Infolgedessen mussten die Verarbeiter und Exporteure bei der Beschaffung von Erdnüssen, die strengere Aflatoxin- und Qualitätsstandards erfüllen, selektiver vorgehen. Einige Käufer haben ihre Mengen reduziert oder sind aufgrund der uneinheitlichen Lieferungen aus Indien zu anderen Lieferanten gewechselt.

In Anbetracht der aktuellen Krisen – geringere Produktion, klimatische Bedingungen usw. – worauf sollte sich der indische Erdnussmarkt Ihrer Meinung nach im kommenden Jahr einstellen? Sind für die Saison 2024/2025 größere Auswirkungen in Bezug auf Angebot und Nachfrage zu erwarten?
Die Erdnussproduktion wird voraussichtlich hoch sein, die Prognosen liegen bei etwa 4 Millionen Tonnen. Der Markt sollte sich jedoch auf mögliche Störungen aufgrund anhaltender klimatischer Unsicherheiten einstellen, während die nationale und internationale Nachfrage nach Erdnüssen stabil bleibt. Die Unternehmen sollten sich auf die Qualitätskontrolle konzentrieren, um die Exportstandards zu erfüllen, insbesondere in Schlüsselmärkten wie der EU.

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