Erdnüsse: Argentinien bleibt wichtigster Lieferant für die EU
13. Juli 2026 um 11:33 ,
Der AUDITOR
Preise klettern weiter nach oben
Die Preise für indische Erdnüsse befinden sich weiterhin in einem Aufwärtstrend und werden durch mehrere Faktoren gestützt. In Uttar Pradesh fällt die Aussaat voraussichtlich nicht höher aus als im Vorjahr, da rund 30% der Landwirte aufgrund der Witterung statt Erdnüssen Schwarze Linsen anbauen. Dadurch dürfte die Produktion auf dem Niveau der vergangenen Saison bleiben.
Zusätzliche Unterstützung erhält der Markt durch die Ankündigung weiterer staatlicher Käufe in der kommenden Saison. Gleichzeitig rechnen die Landwirte mit besseren Preisen auf den lokalen Märkten. Zudem haben staatliche Institutionen ihre Gebote bei Auktionen angehoben, was wegen der Preisunterschiede die Nachfrage der Ölindustrie bremst.
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Erdnusspreise, Indien |
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Sorte |
USD/mt |
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Bold, 40-50 |
1.260 |
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Bold, 50-60 |
1.220 |
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Bold, 60-70 |
1.205 |
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Java, 50-60 |
1.325 |
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Java, 60-70 |
1.240 |
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Java, 70-80 |
1.245 |
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FOB Indien, nicht-EU-Qualität |
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Weitere Preiserhöhungen möglich
Die Nachfrage aus den südindischen Bundesstaaten Karnataka, Tamil Nadu und Andhra Pradesh ist gestiegen, da die dortige Ernte nach Einschätzung von Händlern deutlich unter den Erwartungen liegt. Deshalb kaufen Exporteure aus diesen Regionen Erdnüsse in Gujarat und Uttar Pradesh zu.
Marktteilnehmer erwarten außerdem bis Ende Juli die Bekanntgabe der endgültigen Importquote Indonesiens sowie in den kommenden Wochen größere Käufe von Erdnussöl durch China. Für die nächsten Monate wird mit einer weiteren moderaten Preissteigerung gerechnet. Gleichzeitig begrenzen die gesunkenen Rohöl- und insbesondere Palmölpreise das Aufwärtspotenzial, da ab August mit höheren Importen gerechnet wird.
Aussaat in China abgeschlossen
Die Erdnussaussaat in China ist abgeschlossen, wie die Experten von HT NUTS berichten. Je nach Einschätzung der Marktteilnehmer wird die Anbaufläche im Vergleich zum Vorjahr weitgehend unverändert ausfallen. Aufgrund des hohen Preisniveaus für Speiseerdnüsse auf dem Inlandsmarkt bleiben die chinesischen Exporte begrenzt. Gleichzeitig wird der Export durch eine verhaltene Nachfrage auf dem internationalen Markt gebremst. Die Futures für Erdnüsse zeigen einen Aufwärtstrend, während die Inlandspreise weiterhin auf einem hohen Niveau liegen. Chinesische Käufer beziehen daher weiterhin Erdnüsse aus Südamerika, die für die Verarbeitung zu Erdnussöl bestimmt sind.
Geringere Anbaufläche in den USA
Für die kommende Saison wird in den USA ein Rückgang der Erdnussanbaufläche um rund 20% erwartet, da viele Landwirte auf wettbewerbsfähigere Kulturen wie Baumwolle umsteigen. Jüngste Niederschläge haben die Aussaatbedingungen in mehreren Anbauregionen verbessert und frühere Sorgen wegen Trockenheit gemildert, während die Lage in anderen Regionen weiterhin schwierig bleibt. Die Preise zeigen aktuell eine feste Tendenz und könnten durch weitere Wetterveränderungen beeinflusst werden, so die Marktexperten. Gleichzeitig ist die Inlandsnachfrage verhalten. Viele Erzeuger halten deshalb noch verfügbare Mengen der Ernte 2025 zurück und hoffen auf höhere Preise. Zudem werden wieder Erdnüsse nach China geliefert, allerdings bleiben die Käufer dort wegen des Risikos einer erneuten Einführung von Zöllen nach Vertragsabschluss vorsichtig.
Hoher Feuchtigkeitsgehalt in Argentinien
Die Ernte in Argentinien hat sich dank trockenerer Witterung in der Provinz Córdoba beschleunigt. Gleichzeitig stellt die Trocknung der Erdnüsse eine große Herausforderung dar. Aufgrund der starken Niederschläge während der Ernte weisen die Erdnüsse eine deutlich höhere Feuchtigkeit auf, wodurch sich die Trocknungszeiten verlängern und die gesamte Verarbeitungskette verlangsamt, so HT NUTS. Besonders Exporteure ohne eigene Trocknungsanlagen müssen mit Verzögerungen rechnen. Zusätzliche Kontrollen auf Aflatoxine bei Einfuhren in die Europäische Union ab Juli 2026 dürften die Abwicklung weiter verzögern.
Die Versorgungslage bleibt im Vergleich zur vergangenen Saison angespannt. Die Anbaufläche ist gegenüber dem Vorjahr deutlich zurückgegangen, während die Produktionskosten weiter steigen. Entsprechend wird erwartet, dass Exporteure ihre Verkäufe, insbesondere von Speiseerdnüssen und größeren Kalibern, zurückhaltend steuern. Die Preisentwicklung bleibt dadurch gestützt. Sollte die aktuelle Marktsituation anhalten, kann für die Ernte 2027 ein weiterer Rückgang der Anbaufläche nicht ausgeschlossen werden.
Begrenztes Angebot stützt Preisniveau in Brasilien
Die neue Ernte in Brasilien fällt um bis zu 25% kleiner aus als zunächst erwartet. Die Anbaufläche beziehungsweise Erntemenge liegt deutlich unter dem Niveau der vergangenen Saison. Zwar wird die Qualität insgesamt als gut bewertet, jedoch ist das Angebot an Erdnüssen in EU-Qualität begrenzt. Verarbeiter und Exporteure zeigen weiterhin nur geringes Verkaufsinteresse, da das aktuelle Preisniveau ihre Produktionskosten nicht ausreichend deckt. Entsprechend bleibt Argentinien im ersten Teil des Jahres der wichtigste Lieferant für den europäischen Markt. Für die kommende Saison wird ein weiterer Rückgang der Anbaufläche erwartet. Zudem wird davon ausgegangen, dass die brasilianischen Exporte in die EU begrenzt bleiben. Die Preisentwicklung wird durch das knappe Angebot und die zurückhaltende Vermarktung gestützt, wie HT NUTS weiter berichtet.
Weitere Informationen:
- Preischart Erdnüsse, mit Haut, 40/50, Bold, Indien
- Preischart Erdnüsse, mit Haut, 50/60, Java, Indien
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