Erbsen und Linsen: Wetter und Nachfrage als entscheidende Faktoren

16. September 2026 um 16:20 , Der AUDITOR
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OTTAWA. Die Erbsenernte bleibt hinter den ursprünglichen Erwartungen zurück, während der Markt zuletzt wieder etwas mehr Bewegung zeigt. Bei Linsen sorgen Ernteverzögerungen und Qualitätsfragen für festere Preise. Gleichzeitig rückt die mögliche Entwicklung in Indien stärker in den Fokus.

Erbsenmarkt zeigt mehr Aktivität

Der kanadische Erbsenmarkt zeigt weiterhin eine gewisse Belebung, obwohl das Kaufinteresse um diese Jahreszeit während der Ernte häufig verhaltener ausfällt. Starke Exporte von Hülsenfrüchten nach Indien und China tragen dazu bei, Restbestände aus dem Vorjahr abzubauen, wie die Experten von Rayglen Commodities in ihrem jüngsten Bericht angeben. Gleichzeitig fallen die diesjährigen Erträge bislang schwächer aus als ursprünglich erwartet. Die Produktion wird daher inzwischen eher in der Nähe des Fünfjahresdurchschnitts gesehen.

Bei gelben Erbsen hat das Kaufinteresse zuletzt zugenommen, während die übrigen Sorten ruhiger bleiben. Die Preise für gelbe Erbsen haben sich befestigt. Auch die Preisentwicklung in Indien unterstützt den Markt. Für nicht mit Glyphosat behandelte Ware werden teilweise Aufschläge geboten. Grüne Erbsen bewegen sich weiterhin auf einem vergleichsweise festen Niveau, während der Ahornerbsenmarkt wenig aktiv bleibt und Verkäufer bei den aktuellen Preisvorstellungen zurückhaltend sind. Wetterprobleme könnten zudem die Qualität der noch auf den Feldern stehenden Ware beeinträchtigen. Ob sich das stärkere Interesse bei gelben Erbsen auch auf andere Sorten ausweitet, bleibt zunächst offen.

Auch der Linsenhandel nimmt langsam Fahrt auf

Der Linsenhandel hat zuletzt ebenfalls angezogen. Rote Linsen verzeichnen die größte Aktivität, gefolgt von grünen Linsen. Die Preise beginnen sich zu befestigen, da schlechtes Wetter die Qualität der noch auf den Feldern stehenden Ernte beeinträchtigt und zu Ernteverzögerungen führt. Besonders gefragt ist bereits eingelagerte Ware aus 2026, die direkt angeboten wird. Bei grünen Linsen bieten einige Käufer inzwischen einen leichten Aufschlag für die Ernte 2026 gegenüber 2025. Bei anhaltend schlechtem Wetter in den kanadischen Prärieprovinzen könnte sich der Preisabstand zwischen den Ernten 2025 und 2026 weiter verringern oder ganz verschwinden.

Gleichzeitig richtet sich der Blick auf Indien: Der Monsun brachte zwischen dem 1. Juni und dem 31. August rund 13% weniger Niederschlag als üblich. Abhängig von den Niederschlägen im September könnte ein Produktionsdefizit bei Hülsenfrüchten zu einem höheren Importbedarf führen. Ende Oktober werden indische Regierungsangaben zu Anbauflächen und Ernteergebnissen erwartet, so Rayglen Commodities.

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